Jungfraubahn erzielt 28,9 Mio. Franken Gewinn trotz Besucherrückgang im Halbjahr 2026
Kurzüberblick
- Die Jungfraubahn-Gruppe erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Gewinn von 28,9 Mio. Franken.
- Der Betriebsertrag sank um 8,6 Prozent auf 137,0 Mio. Franken, während das EBITDA 56,8 Mio. Franken erreichte.
- Wegen geopolitischer Unsicherheiten und weniger asiatischer Gäste gingen die Besucherzahlen insgesamt um 11,9 Prozent zurück.
- Der Free Cashflow stieg trotz des schwierigen Umfelds um 12,1 Prozent auf 18,7 Mio. Franken.
Marktanalyse & Details
Gewinn bleibt trotz deutlichem Rückgang positiv
Die Jungfraubahn Holding AG hat im ersten Halbjahr 2026 einen Gewinn von 28,9 Mio. Franken erwirtschaftet. Damit lag das Ergebnis 22,0 Prozent unter dem Rekordgewinn des Vorjahres. Der Betriebsertrag ging um 8,6 Prozent auf 137,0 Mio. Franken zurück, der Verkehrsertrag sank um 8,9 Prozent auf 97,6 Mio. Franken.
Entlastung kam von der Kostenseite: Niedrigere Strompreise und weitere Maßnahmen reduzierten die Betriebskosten um 4,6 Prozent. Das EBITDA belief sich auf 56,8 Mio. Franken. Besonders robust entwickelte sich der Free Cashflow, der um 12,1 Prozent auf 18,7 Mio. Franken zulegte.
Weniger internationale Gäste belasten das Kerngeschäft
Die geopolitische Lage und die gestiegenen Reise- und Flugkosten dämpften vor allem die Nachfrage aus Asien. Am Jungfraujoch – Top of Europe besuchten im ersten Halbjahr 389.600 Menschen das Ausflugsziel, 17,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Verkehrsertrag sank dort um 11,9 Prozent auf 52,6 Mio. Franken.
Der Rückgang der Gästezahlen wurde teilweise durch höhere Erlöse pro Besucher aufgefangen. Der durchschnittliche Ertrag pro Gast im Ausflugsverkehr stieg auf 205 Franken. Der durchschnittliche Verkehrserlös je Besucher lag bei 135 Franken.
- Die Erlebnisberge erzielten einen Verkehrsertrag von 19,9 Mio. Franken, ein Rückgang von 4,4 Prozent.
- Die Jungfrau Ski Region verzeichnete 932.200 Skier Visits und damit 3,3 Prozent weniger als im Vorjahr.
- Der Verkehrsertrag im Wintersport sank um 5,9 Prozent auf 25,1 Mio. Franken.
- Die Verbindung Lauterbrunnen–Mürren war wegen einer Seilbahnrevision vom 12. April bis 10. Juli unterbrochen.
Sommergeschäft zeigt ein gemischtes Bild
In den Hochsaisonmonaten Juli und August bis zum 23. August verbesserten sich die Frequenzen gegenüber dem zweiten Quartal. Das Jungfraujoch verzeichnete dennoch gut 10 Prozent weniger Besucher als im entsprechenden Zeitraum des Rekordjahres 2025. Bei den Erlebnisbergen stieg die Zahl der Gäste dagegen um rund 5 Prozent auf 494.300.
Das Unternehmen sieht insbesondere im breiten internationalen Gästemix, im Ausbau des Freizeit- und Gastronomieangebots sowie in der Nachfrage nach individuellen Ausflügen wichtige Stabilitätsfaktoren. Gleichzeitig bleiben die Abhängigkeit vom Fernreisetourismus, die globale Konjunktur und die geopolitische Lage zentrale Risiken.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die Jungfraubahn-Gruppe den Besucherrückgang durch höhere Erlöse pro Gast, Kostenkontrolle und ein diversifiziertes Angebot bislang abfedern kann. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch auch, dass eine nachhaltige Erholung des Gewinns wesentlich von der Rückkehr internationaler Gäste abhängt. Der steigende Free Cashflow spricht für eine solide operative Widerstandskraft, während der deutliche Rückgang am Jungfraujoch die Sensibilität des Geschäfts gegenüber globalen Reiseunsicherheiten offenlegt. Im Euro-Handel lag die Aktie am Vorabend bei 272,50 Euro und damit seit Jahresbeginn 10,95 Prozent im Minus.
Fazit & Ausblick
Für das dritte und vierte Quartal rechnet die Jungfraubahn-Gruppe weiterhin mit einem von geopolitischen Spannungen, Reisekosten und Währungsschwankungen geprägten Umfeld. Die Sommersaison dürfte hinter dem Rekordjahr 2025 zurückbleiben. Für die Wintersaison 2026/2027 wird hingegen eine stabile Nachfrage auf hohem Niveau erwartet. Die zweite Saison des AlpsPass soll dabei zusätzliche Nachfrage in der Jungfrau Ski Region unterstützen.
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