Helvetia Baloise startet Totalschadenkasko: Im Schnitt 33 Prozent günstiger als Vollkasko
Kurzüberblick
- Helvetia Baloise führt in der Schweiz eine Totalschadenkasko als Mittelweg zwischen Teil- und Vollkasko ein.
- Das neue Produkt deckt selbstverschuldete Totalschäden, aber keine kleineren Kollisionsschäden.
- Bei fünf typischen Mittelklassewagen lag die Prämie im Schnitt 33 Prozent unter jener der Vollkasko.
- Besonders gefragt ist die Lösung bei Halterinnen und Haltern rund zehn Jahre alter Fahrzeuge.
Marktanalyse & Details
Neue Kaskovariante für ältere Fahrzeuge
Helvetia Baloise bringt in der Schweiz eine neue Totalschadenkasko auf den Markt. Sie verbindet die Leistungen der Teilkasko mit einem zusätzlichen Schutz bei einem selbstverschuldeten Unfall, sofern dieser zu einem Totalschaden führt. Damit zielt der Versicherer auf Fahrzeughalter, für die eine Vollkaskoversicherung wegen des gesunkenen Zeitwerts zunehmend unattraktiv wird, die sich gegen den finanziell gravierendsten Schadenfall aber weiterhin absichern möchten.
Abgedeckt sind unter anderem Schäden durch Hagel, Diebstahl, Glasbruch und Marderbisse. Nicht versichert sind hingegen kleinere Kollisionsschäden. Wer einen solchen Schaden selbst verursacht, erhält mit der neuen Variante daher keinen umfassenden Reparaturschutz.
Preisvorteil gegenüber der Vollkasko
Berechnungen für fünf typische Mittelklassefahrzeuge im Alter von fünf bis neun Jahren ergaben eine durchschnittliche Prämienersparnis von 33 Prozent gegenüber der Vollkasko. Je nach Fahrzeug und persönlichem Profil können dadurch jährlich hundert bis mehrere hundert Franken eingespart werden. Die Vergleichswerte dienen als Orientierung und stellen keine allgemeingültige Prämiengarantie dar.
- Rund neun von zehn bisherigen Abschlüssen entfallen auf Privatpersonen.
- Die versicherten Fahrzeuge sind im Median etwa zehn Jahre alt.
- Der frühere Katalogpreis der Fahrzeuge lag bei rund 44.000 Franken, inklusive Zubehör.
- Vier von fünf Policen betreffen Personenwagen; den verbleibenden Anteil machen Motorräder aus.
Erste Nachfrage liefert Signal für Produktstrategie
Helvetia Baloise hat das Angebot zunächst ohne aktive Werbung eingeführt und die ersten Abschlüsse vom 23. März bis zum 31. Juli 2026 ausgewertet. Das Produkt ist für Fahrzeuge ab dem vierten Betriebsjahr verfügbar und kann zunächst im persönlichen Beratungsgespräch abgeschlossen werden. Ab dem 19. September 2026 soll zusätzlich ein Online-Abschluss möglich sein.
Zu beachten ist, dass sich der angegebene Fahrzeugwert auf den ursprünglichen Katalogpreis und nicht auf den aktuellen Zeitwert bezieht. Zudem ist die Datenbasis noch jung, weshalb detaillierte statistische Schlussfolgerungen nur eingeschränkt möglich sind.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Helvetia Baloise eine konkrete Lücke im Schweizer Motorfahrzeugmarkt adressiert: Kunden mit älteren Fahrzeugen können den Schutz gegen einen Totalschaden behalten, ohne weiterhin den Preis einer Vollkasko zu zahlen. Die frühe Nachfrage ohne umfangreiche Werbung ist ein positives Signal für die Produkt-Markt-Passung. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch zunächst eher einen strategischen als einen unmittelbar ergebniswirksamen Impuls. Entscheidend werden künftig das erreichte Prämienvolumen, die Schadenhäufigkeit und die Frage sein, ob das Produkt zusätzliche Kunden gewinnt oder bestehende Vollkasko-Verträge lediglich ersetzt.
Fazit & Ausblick
Die Totalschadenkasko erweitert das Angebot von Helvetia Baloise um eine preisbewusste Lösung für ältere Fahrzeuge. Der nächste wichtige operative Schritt ist die geplante Online-Verfügbarkeit ab dem 19. September 2026. Erst mit einer längeren Beobachtungsperiode lassen sich Aussagen über Bestandswachstum, Profitabilität und mögliche Auswirkungen auf das Versicherungsgeschäft belastbar treffen.
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