Hellofresh Aktie: Jefferies senkt Kursziel trotz Kaufempfehlung auf 4,70 Euro
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Jefferies senkt das Kursziel für Hellofresh von 8,35 auf 4,70 Euro und bestätigt die Kaufempfehlung.
- Auch UBS, Metzler und Barclays reduzieren ihre Kursziele; ihre Bewertungen reichen von Neutral bis Underweight.
- Hellofresh meldete für das dritte Quartal sinkende Umsätze, aber ein höheres bereinigtes EBITDA.
- Die Jahresprognose sieht weiterhin einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 9 bis 11 Prozent vor.
Marktanalyse & Details
Jefferies kürzt Ziel deutlich, bleibt aber positiv
Jefferies hat das Kursziel für die Hellofresh-Aktie von 8,35 auf 4,70 Euro gesenkt und die Einstufung Buy beibehalten. Die Anpassung erfolgt nach den am Vortag veröffentlichten Zahlen zum dritten Quartal. Zugleich reduzierten weitere Häuser ihre Ziele: UBS setzt nun 3,30 Euro statt 3,60 Euro an und bewertet die Aktie mit Neutral. Metzler senkte auf 3,55 Euro von 3,75 Euro und bleibt bei Hold. Barclays kürzte das Ziel auf 2,80 Euro von 3,10 Euro und hält an Underweight fest.
Der letzte verfügbare Kurs lag am 6. November bei 2,977 Euro. Damit liegen die genannten Kursziele nahe beieinander, während die Einschätzungen zur weiteren Entwicklung auseinandergehen. Die Aktie hatte seit Jahresbeginn bis zum angegebenen Kurszeitpunkt 51,55 Prozent verloren.
Umsatzrückgang und höhere operative Profitabilität
Im dritten Quartal sank der Umsatz währungsbereinigt um 11,3 Prozent auf rund 1,40 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA stieg dagegen währungsbereinigt um 26,3 Prozent auf 50,9 Millionen Euro. Hellofresh führte die Verbesserung vor allem auf geringere Marketingausgaben und Effizienzmaßnahmen zurück. Die Marketingaufwendungen gingen gegenüber dem Vorjahresquartal absolut um 24,1 Prozent zurück.
Die Nachfrage blieb schwach: Die Zahl der Bestellungen fiel um 17,9 Prozent auf 19,6 Millionen. Ein höherer durchschnittlicher Bestellwert von 70,50 Euro zu konstanten Wechselkursen federt den Volumenrückgang teilweise ab. Bei den Fertiggerichten erreichte das bereinigte EBITDA die Gewinnschwelle; die Kochboxen steigerten ihre bereinigte EBITDA-Marge auf 10,7 Prozent.
Analysten-Einordnung
Dies deutet darauf hin, dass die operative Verbesserung bislang stärker aus Kostendisziplin als aus einer Nachfragebelebung stammt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die höheren Margen zwar ein wichtiges Stabilisierungssignal sind, der Rückgang bei Bestellungen und Umsatz aber die Nachhaltigkeit des Fortschritts infrage stellt. Die unterschiedlichen Ratings spiegeln diese Abwägung wider: Jefferies sieht trotz des deutlich niedrigeren Kursziels weiteres Potenzial, während Barclays die Risiken höher gewichtet.
Auch der freie Cashflow blieb im Quartal mit minus 5,7 Millionen Euro negativ, verbesserte sich jedoch gegenüber minus 80,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen verwies dabei unter anderem auf geringere Investitionen und zeitliche Verschiebungen beim Working Capital. Diese Faktoren mahnen zur Vorsicht, den verbesserten Mittelabfluss bereits als dauerhaft zu werten.
Fazit & Ausblick
HelloFresh bestätigt für 2026 einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 9 bis 11 Prozent und ein bereinigtes EBITDA von 350 bis 370 Millionen Euro. Für die Aktie wird entscheidend sein, ob das Unternehmen die Profitabilität halten und zugleich die Nachfrage stabilisieren kann. Die jüngsten Kurszielsenkungen zeigen, dass Analysten trotz der Ergebnisverbesserung zunächst mit begrenzter Visibilität rechnen.
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