GlobalFoundries erhält 375 Mio. Dollar für Quantenchips und erweitert Fertigung in Singapur
Kurzüberblick
- GlobalFoundries erhält über fünf Jahre bis zu 375 Millionen US-Dollar für Forschung und Entwicklung im Quantenchip-Geschäft.
- Eine langfristige Vereinbarung mit Monolithic Power soll ab Anfang 2027 die Fertigung von Strommanagement-Chips in Singapur ausweiten.
- Die neue ESMC-Fabrik in Dresden feiert am 14. September 2026 Richtfest und soll 2027 die Produktion aufnehmen.
- GlobalFoundries ist nicht an ESMC beteiligt, profitiert jedoch potenziell vom wachsenden Mikroelektronik-Cluster in Dresden.
Marktanalyse & Details
375 Millionen Dollar für Quantenchip-Forschung
GlobalFoundries hat am 8. September eine endgültige Vereinbarung mit dem US-Handelsministerium über eine Förderung von bis zu 375 Millionen US-Dollar geschlossen. Das Geld ist für die Forschung und Entwicklung der Sparte Quantum Technology Solutions vorgesehen und soll über einen Zeitraum von fünf Jahren ausgezahlt werden.
Die Förderung ist an festgelegte Meilensteine gebunden. Damit handelt es sich nicht um einen sofortigen und unbedingten Mittelzufluss. Ziel des Programms ist es, die industrielle Fertigung von Quantentechnologie in den USA zu beschleunigen und eine heimische Lieferkette für entsprechende Halbleiter aufzubauen.
Monolithic Power nutzt GF-Fertigung in Singapur
Parallel dazu vereinbarten GlobalFoundries und Monolithic Power eine langfristige Zusammenarbeit. Dabei soll die proprietäre Prozesstechnologie von Monolithic Power in die fortschrittliche 300-Millimeter-Fertigung von GlobalFoundries in Singapur integriert werden.
Die Kooperation soll zusätzliche Kapazitäten für Strommanagement-Lösungen schaffen. Diese Chips kommen unter anderem in wachstumsstarken Anwendungen zum Einsatz. Der Produktionsausbau ist für Anfang 2027 geplant; finanzielle Einzelheiten der Vereinbarung wurden nicht genannt.
Dresden wird zum europäischen Halbleiterzentrum
In Dresden feiert die European Semiconductor Manufacturing Company am 14. September 2026 das Richtfest für ihre neue Fabrik. Das Gemeinschaftsunternehmen von TSMC, Bosch, Infineon und NXP investiert rund zehn Milliarden Euro. Davon übernimmt der Bund fünf Milliarden Euro an Förderung. Geplant sind 2.000 Arbeitsplätze und ein Produktionsstart im Jahr 2027.
TSMC soll 70 Prozent an ESMC halten, Bosch, Infineon und NXP jeweils zehn Prozent. GlobalFoundries wird in den vorliegenden Angaben nicht als ESMC-Partner genannt. Die Verbindung zu Dresden besteht vielmehr über die eigenen Produktionserweiterungen des Unternehmens. Der Ausbau des Standorts stärkt zugleich das Netzwerk Silicon Saxony mit rund 3.600 Unternehmen und mehr als 80.000 Beschäftigten.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass GlobalFoundries seine Position außerhalb des klassischen Spitzenprozessor-Geschäfts gezielt ausbaut. Die US-Förderung kann die Finanzierung der Quantenchip-Entwicklung erleichtern und technologische Risiken teilweise abfedern, bleibt wegen der Meilensteinbindung jedoch von der erfolgreichen Umsetzung abhängig. Für Anleger bedeutet die Vereinbarung mit Monolithic Power eine bessere mittelfristige Auslastungs- und Kundenperspektive in Singapur, während ein wesentlicher Umsatzbeitrag frühestens ab 2027 zu erwarten ist. Der Dresdner Ausbau ist vor allem ein infrastruktureller Vorteil und darf nicht mit einem direkten Beteiligungsertrag aus ESMC verwechselt werden.
Die GlobalFoundries-Aktie notierte am 11. September 2026 bei 40,42 Euro und lag damit seit Jahresbeginn 32,79 Prozent im Plus. Die Tagesveränderung betrug null Prozent. Die starke bisherige Jahresperformance signalisiert, dass ein Teil der positiven Wachstumserwartungen bereits im Kurs berücksichtigt sein könnte.
Fazit & Ausblick
GlobalFoundries gewinnt gleichzeitig staatliche Unterstützung für Quantenchips und einen langfristigen Fertigungskunden für Power-Management-Lösungen. Entscheidend werden nun die erreichten Fördermeilensteine, die Umsetzung der Monolithic-Power-Produktion Anfang 2027 und die Entwicklung der Kapazitätsauslastung in Singapur und Dresden sein.
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