GFT Technologies steigt nach NuWays-Research: Analyst erwartet Q2-Gewinnbeschleunigung – Kursziel 32 Euro

GFT Technologies AG

Kurzüberblick

Die Aktie der GFT Technologies SE notiert am 29.07.2026 um 09:31 Uhr bei 23,60 Euro und gewinnt damit +6,07% im Tagesverlauf. Seit Jahresbeginn liegt der Kurs bei +24,87% (jeweils bezogen auf die Lang-&-Schwarz-Notierung). Auslöser ist ein Research-Update, in dem der Analyst Simon Keller das Papier mit BUY einstuft und ein Kursziel von 32 Euro für 12 Monate bestätigt.

Im Fokus steht die anstehende Ergebnisberichterstattung: Am 6. August legt GFT seine H1-Zahlen vor. Für das zweite Quartal erwartet der Research eine weitere Beschleunigung beim operativen Gewinn – und zwar bei gleichzeitig moderatem Umsatzwachstum.

Marktanalyse & Details

Q2 im Blick: Gewinn wächst schneller als der Umsatz

Der Research geht davon aus, dass GFT im zweiten Quartal eine Fortsetzung der Ergebnisdynamik liefert:

  • Umsatz Q2: voraussichtlich 229,5 Mio. Euro (plus 4,5% zum Vorjahr)
  • Adj. EBIT Q2: voraussichtlich 16,3 Mio. Euro (plus 8,6% zum Vorjahr)
  • Adj.-EBIT-Marge: erwartete 7,1% (plus 0,3 Prozentpunkte)

Damit würde ein zweites Quartal in Folge sichtbar werden, in dem das adj. EBIT schneller zulegt als der Umsatz. Für Anleger ist das deshalb relevant, weil sich die operative Leistungsfähigkeit typischerweise über Margenentwicklung und Kostenhebel schneller abbildet als über reine Top-line-Zahlen.

H1 als Schlüssel: hoher Anteil an Jahreszahlen erwartet

Auf Basis der Annahmen des Research soll H1 einen beträchtlichen Teil der Jahresziele abdecken:

  • H1/Umsatz: rund 49% der voraussichtlichen Jahresumsätze
  • H1/Adj.-EBIT: rund 46% der adj. EBIT-Guidance

Aus der Logik der Modellierung ergibt sich für das zweite Halbjahr eine vergleichsweise realistische Hürde: Der Research verweist auf eine erforderliche Steigerung des adj. EBIT von nur 3,3% zum Vorjahr in H2 sowie ein Umsatzwachstum von 5,4% (jeweils als implizite Zielkorridore). Die daraus abgeleitete Marge läge in H2 bei 8,2% – auch das wäre laut Einordnung im Rahmen, ohne dass eine spürbare Beschleunigung der Wachstumsraten oder eine zusätzliche Margenausweitung über bereits erwartete Effekte hinaus zwingend nötig wäre.

Warum der Research trotz Sektor-Rauschen optimistisch bleibt

Der Analyst ordnet die jüngsten Nachrichten aus dem Umfeld als nicht direkt übertragbar auf GFT ein:

  • IBM: Die Schwäche wird im Research vor allem in hardware-nahen Bereichen verortet; die Consulting-Linie wird als stabil bis wenig betroffen eingeordnet.
  • Accenture: Buchungsrückgänge werden im Research mit dem Verschieben großer Managed-Services-Deals in das nächste Geschäftsjahr begründet; Consulting-Buchungen sollen zudem wieder anziehen.

Der Kern für GFT liege laut Einordnung in der Struktur des eigenen Geschäfts: GFT liefere in Modernisierungsprogramme für Banken und Versicherungen in Europa und Lateinamerika. Das Research-Argument lautet, dass der Modernisierungsbedarf strukturell bleibt – getrieben durch alternde Kernplattformen und die zusätzliche Dynamik durch AI-Adoption, die zusätzliche Systemumstellungen nach sich zieht.

Analysten-Einordnung (E-E-A-T)

Für Anleger bedeutet diese Entwicklung vor allem eine Verschiebung vom „Story“-Argument hin zu konkreter operativer Umsetzung: Wenn adj. EBIT weiter schneller wächst als der Umsatz, deutet das darauf hin, dass GFT die Modernisierungsnachfrage zunehmend in Margen übersetzen kann. Der Research stützt dies zudem mit dem Hinweis, dass sektorweite Bewertungen im Zuge von M&A zuletzt weiter nach oben gesetzt wurden – während GFT im Vergleich weiterhin eher „unter dem Radar“ gehandelt werde. In der Praxis spricht das dafür, dass der Markt die Margen- und Wachstumsqualität aktuell möglicherweise noch nicht vollständig eingepreist hat.

Bewertung: M&A-Impulse als Vergleichsmaßstab

Als zusätzliche Stütze führt der Research an, dass deutsche IT-Services-Peer-Übernahmen im laufenden Jahr Prämien aufweisen. Daraus werden im Research Bewertungsniveaus abgeleitet (EV/EBIT), die – bei ähnlicher Segmentnähe – nahelegen, dass der Markt GFT derzeit konservativer bewerte als einige Wettbewerber vor Transaktionen. Der Research verortet GFT selbst bei einem niedrigeren Bewertungsniveau und verweist zugleich darauf, dass das Unternehmen die Ergebniswachstumsdynamik bereits wieder reaktiviert.

Fazit & Ausblick

Mit dem Research-Update rückt vor allem eins in den Mittelpunkt: GFTs Fähigkeit, im Q2 die Ergebnisbeschleunigung fortzusetzen, bevor am 6. August die H1-Zahlen die Erwartungen auf den Prüfstand stellen. Sollte die Marge den Trend bestätigen, dürfte das die Case-Logik rund um strukturellen Modernisierungsbedarf und operative Hebel weiter stärken.

Für den Markt bleibt daher die Frage entscheidend, ob GFT die erwartete Kombination aus Umsatzwachstum und überproportionalem adj. EBIT liefert – und wie belastbar die Margeneffekte in der zweiten Jahreshälfte sind.

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