Gap hebt FY26-EPS-Ausblick an: Aktie steigt nach Quartalszahlen, Old Navy bekommt neuen CEO

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Kurzüberblick

  • Gap erzielte im zweiten Quartal 3,70 Mrd. USD Umsatz und lag damit trotz eines Rückgangs von 2,0 Prozent leicht über den Erwartungen.
  • Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 0,52 USD und übertraf die Analystenschätzung; der GAAP-Nettogewinn betrug 501 Mio. USD.
  • Gap hob den Ausblick für das bereinigte FY26-EPS auf 2,35 bis 2,45 USD an, engte die Umsatzprognose aber auf 1,0 bis 1,5 Prozent Wachstum ein.
  • Michael Francis übernimmt am 2. November den CEO-Posten bei Old Navy und folgt auf Haio Barbeito.

Marktanalyse & Details

Quartalszahlen über den Erwartungen

Gap meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 3,70 Mrd. USD. Damit sank der Erlös im Jahresvergleich um 2,0 Prozent, lag jedoch knapp über der Erwartung von rund 3,69 Mrd. USD. Das bereinigte Ergebnis je Aktie belief sich auf 0,52 USD und übertraf die Schätzung von 0,48 USD.

Auf GAAP-Basis erzielte der Konzern einen Nettogewinn von 501 Mio. USD und ein Ergebnis je Aktie von 1,38 USD. Das bereinigte Nettoergebnis lag bei 190 Mio. USD und damit unter dem Vorjahreswert von 206 Mio. USD. Der deutliche Unterschied zwischen GAAP- und bereinigten Kennzahlen hängt wesentlich mit der bilanziellen Behandlung von Zolleffekten zusammen.

Margenanstieg durch Zolleffekt verzerrt

Die ausgewiesene Bruttomarge stieg auf 52,8 Prozent und lag damit 1.160 Basispunkte über dem Vorjahr. Darin enthalten war ein positiver Effekt von 1.140 Basispunkten aus der erwarteten Rückerstattung von Zöllen. Bereinigt um diesen Effekt erreichte die Bruttomarge 41,4 Prozent und verbesserte sich lediglich um 20 Basispunkte.

Im zweiten Quartal erfasste Gap eine Anpassung der Herstellungskosten von 417 Mio. USD im Zusammenhang mit der Nettoerstattung von Zöllen nach dem International Emergency Economic Powers Act. Das Unternehmen erhielt bereits 95 Mio. USD an Rückerstattungen sowie 5 Mio. USD an dazugehörigen Zinserträgen. Die verbleibenden Erstattungen und Zinserträge werden im dritten Quartal erwartet und sind im bereinigten Ausblick nicht enthalten.

Ausblick und Wechsel bei Old Navy

Gap erhöhte die Prognose für das bereinigte Ergebnis je Aktie im Geschäftsjahr 2026 von 2,30 bis 2,40 USD auf 2,35 bis 2,45 USD. Gleichzeitig wurde die Umsatzprognose von zuvor 1,0 bis 2,0 Prozent Wachstum auf 1,0 bis 1,5 Prozent eingeengt. Die Prognose für die bereinigte operative Marge liegt nun bei etwa 7,4 bis 7,6 Prozent nach zuvor 7,3 bis 7,5 Prozent. Die bereinigte Bruttomarge soll leicht über dem Vorjahresniveau liegen.

Für das dritte Quartal erwartet Gap ein Umsatzwachstum von 1,5 bis 2,5 Prozent gegenüber 3,9 Mrd. USD im Vorjahr. Die Bruttomarge soll 25 bis 75 Basispunkte über dem Vorjahreswert von 42,4 Prozent liegen.

Bei Old Navy kommt es unterdessen zu einem Führungswechsel. Michael Francis, der im März 2026 als Chief Customer Officer von Old Navy und Leiter der Marketing-Shared-Services zu Gap kam, übernimmt am 2. November den Posten des President und CEO. Sein Vorgänger Haio Barbeito wechselt in eine beratende Funktion. Hintergrund ist ein stärker als erwarteter Umsatzrückgang bei der wichtigen Konzernmarke, der den Gesamtjahresausblick belastete.

Analysten-Einordnung

Die positive Marktreaktion ist nachvollziehbar, sollte aber nicht als uneingeschränkter operativer Durchbruch gewertet werden. Die Aktie legte nach den Zahlen bis 22:33 Uhr in Euro 5,7 Prozent auf 19,20 Euro zu, liegt seit Jahresbeginn jedoch weiterhin 11,93 Prozent im Minus. Dies deutet darauf hin, dass Anleger vor allem die angehobene EPS-Prognose und die verbesserte Margenperspektive honorieren.

Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Qualität der Gewinnanhebung entscheidend ist. Ein Teil der Entlastung stammt aus Zollrückerstattungen und verbesserten Zollannahmen. Für das Gesamtjahr erwartet Gap daraus rund 15 Mio. USD zusätzlichen Bruttogewinn und operativen Gewinn, wobei der Vorteil überwiegend im vierten Quartal anfallen soll. Gleichzeitig blieb die bereinigte Bruttomarge im Quartal ohne diesen Effekt nahezu stabil, während der Umsatz rückläufig war. Der Führungswechsel bei Old Navy unterstreicht daher, dass die operative Stabilisierung des Kerngeschäfts noch nicht abgeschlossen ist.

Fazit & Ausblick

Gap liefert einen bereinigten EPS-Beat und hebt den Ergebnisausblick an, nimmt bei der Umsatzprognose aber eine vorsichtigere Haltung ein. Im Fokus stehen nun die Entwicklung von Old Navy, die tatsächliche Nachfrage im dritten Quartal und die Frage, wie stark die Gewinnverbesserung ohne Zollrückerstattungen ausfällt. Der Wechsel an der Old-Navy-Spitze wird ab dem 2. November zum nächsten wichtigen operativen Test für den Konzern.

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