EUR/USD fällt: EZB setzt Euro-Referenzkurs auf 1,1539 Dollar – Fed im Fokus
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Die EZB setzte den Euro-Referenzkurs am 15. September 2026 auf 1,1539 US-Dollar fest.
- Der Euro liegt damit unter den Referenzkursen von 1,1551 Dollar am Vortag und 1,1592 Dollar am 11. September.
- Die Märkte preisen vor der Fed-Entscheidung am 16. September eine US-Zinserhöhung um 25 Basispunkte mit rund 90 Prozent Wahrscheinlichkeit ein.
- Eine weniger ausgeprägte Forward Guidance unter Fed-Chef Kevin Warsh erhöht das Risiko stärkerer Dollar-Schwankungen.
Marktanalyse & Details
Euro verliert gegenüber dem Dollar weiter an Boden
Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs für den Euro am Dienstag auf 1,1539 US-Dollar. Der Dollar kostete damit 0,8666 Euro. Der Referenzkurs lag am Montag noch bei 1,1551 Dollar und am Freitag bei 1,1592 Dollar. Auf Basis dieser EZB-Fixings hat der Euro innerhalb weniger Handelstage rund 0,5 Prozent gegenüber dem US-Dollar eingebüßt.
Der EZB-Referenzkurs bildet dabei einen offiziellen Tageswert ab und ist nicht mit einem laufenden Börsenkurs gleichzusetzen. Er bestätigt jedoch die jüngste Tendenz: Der Euro hat die Marke von 1,16 Dollar aufgegeben und steht vor der anstehenden US-Notenbanksitzung unter Druck.
Zinserwartungen geben dem Dollar kurzfristig Rückenwind
Die US-Geldpolitik bleibt der wichtigste kurzfristige Impuls für EUR/USD. Nach den jüngsten US-Inflationsdaten, die für August eine Teuerungsrate von 3,4 Prozent auswiesen, rechnen die Märkte mit einer Anhebung des US-Leitzinses um 25 Basispunkte am Mittwoch. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Schritts wird mit rund 90 Prozent bewertet.
Zusätzlichen Rückenwind erhält der Dollar von gestiegenen Ölpreisen und höheren Zinserwartungen. Gleichzeitig hat die EZB in diesem Jahr bereits ihre zweite Zinserhöhung geliefert. Ihre Projektionen signalisieren zudem, dass die Inflation länger über dem Ziel von 2 Prozent bleiben könnte. Daraus leiten einige Volkswirte eine weitere EZB-Zinserhöhung im Dezember ab.
Forward Guidance wird zum zusätzlichen Wechselkursrisiko
Die aktuelle Dollar-Story ist allerdings nicht frei von Widersprüchen. Während Marktteilnehmer teilweise mit weiteren US-Zinserhöhungen rechnen, erwarten befragte Volkswirte für das kommende Jahr eher Zinssenkungen. Die Geldpolitik könnte damit stärker von den Aussagen und Signalen der Fed als vom eigentlichen Zinsschritt bewegt werden.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Dollar kurzfristig vor allem von der Erwartung einer restriktiveren US-Geldpolitik profitiert, der Euro-Rückgang aber nicht zwangsläufig einen langfristigen Trend bestätigt. Unter Kevin Warsh soll die Forward Guidance der Fed weniger ausgeprägt ausfallen. Überraschungen bei der Kommunikation könnten deshalb eine größere Rolle spielen als die bereits weitgehend erwartete Zinsentscheidung. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung ein erhöhtes Schwankungsrisiko im EUR/USD: Ein falkenhafter Ton könnte den Dollar weiter stärken, während Hinweise auf spätere Zinssenkungen den Euro schnell stabilisieren könnten.
Fazit & Ausblick
Der Euro bleibt vor der Fed-Sitzung am 16. September 2026 unter Druck. Entscheidend wird nicht nur die Zinshöhe, sondern vor allem die Kommunikation zum weiteren Kurs der US-Geldpolitik. Auf europäischer Seite bleiben die Inflationsprognosen und die Aussicht auf eine mögliche weitere EZB-Zinserhöhung im Dezember die wichtigsten Gegengewichte zur Dollar-Stärke.
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