Dell-Aktie erholt sich nach Ausverkauf: KI-Nachfrage stützt 192-Mrd.-Dollar-Umsatzprognose
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Die Dell-Aktie erholte sich am 15. September im US-Handel um mehr als 4 Prozent nach dem Rückgang von 5,82 Prozent am Vortag.
- Berichte über ein verlangsamtes Entwicklungstempo bei großen KI-Unternehmen hatten zuvor Zweifel an der Nachfrage nach Rechenzentrums-Infrastruktur ausgelöst.
- Oracle bekräftigte eine Investitionsplanung von 90 bis 95 Milliarden US-Dollar und zählt Dell zu den wichtigen Lieferanten für den KI-Ausbau.
- Dell erwartet für das Gesamtjahr 192 Milliarden US-Dollar Umsatz; RBC Capital Markets und Evercore ISI sehen Kursziele von 640 beziehungsweise 650 US-Dollar.
Marktanalyse & Details
Erholung nach dem Ausverkauf
Die Dell-Aktie hat den Abgabedruck der vorherigen Sitzung zunächst abgeschüttelt. Der Rückgang von 5,82 Prozent war durch Berichte ausgelöst worden, wonach drei große KI-Unternehmen ein langsameres Tempo bei der Entwicklung neuer Anwendungen und Infrastrukturen gefordert haben sollen. Das schürte Sorgen, dass die hohen Investitionen in Rechenzentren ihren Höhepunkt erreichen könnten.
Am 15. September drehte die Stimmung jedoch wieder. Im regulären US-Handel legte Dell zeitweise mehr als 4 Prozent zu. Der in Euro ausgewiesene Kurs lag am 15. September um 17:15 Uhr bei 481 Euro, die Tagesperformance betrug 3,33 Prozent. Nach dem außergewöhnlichen Anstieg von 346,2 Prozent seit Jahresbeginn bleibt die Aktie damit allerdings ein Titel mit sehr hohen Erwartungen.
Auftragsbestand untermauert KI-These
Die Erholung wird durch mehrere fundamentale Signale gestützt. Dell meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 46,97 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 7,04 US-Dollar und lag damit deutlich über der Markterwartung von 4,92 US-Dollar.
Gleichzeitig hob Dell seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr um 25 Milliarden US-Dollar auf 192 Milliarden US-Dollar an. Die erwarteten jährlichen Erlöse aus KI-Servern wurden von 60 auf 74 Milliarden US-Dollar erhöht. Im zweiten Quartal beliefen sich die KI-Server-Aufträge auf 60,9 Milliarden US-Dollar, während der Auftragsbestand auf 95 Milliarden US-Dollar anwuchs.
Zusätzlichen Rückenwind liefert Oracle. Der Cloud-Anbieter rechnet mit Investitionen von 90 bis 95 Milliarden US-Dollar im laufenden Geschäftsjahr und verwies darauf, dass ein erheblicher Teil davon an Anbieter von KI-Racks, Kühlsystemen und Netzwerktechnik fließen werde. Dell gehört dabei zu den zentralen Hardwarelieferanten.
Analysten-Einordnung
Dies deutet darauf hin, dass die jüngste Korrektur bislang eher als Stimmungsreaktion denn als Beleg für einen Einbruch der KI-Nachfrage zu werten ist. Die Aufträge, der hohe Backlog und die angehobene Umsatzprognose sprechen für eine weiterhin starke kurzfristige Auslastung. RBC Capital Markets startete die Beobachtung mit einem Outperform-Rating und einem Kursziel von 640 US-Dollar. Evercore ISI erhöhte sein Ziel auf 650 US-Dollar und bestätigte ebenfalls eine positive Einschätzung.
Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch keinen risikofreien Aufwärtstrend. Nach dem starken Kursanstieg ist ein großer Teil der KI-Wachstumserwartungen bereits im Aktienkurs eingepreist. Entscheidend wird sein, ob Dell den hohen Auftragsbestand tatsächlich in Umsatz und Gewinn umwandeln kann. Zudem warnte der Dell-Chef, dass sich die Chipknappheit bis 2027 weiter verschärfen und Hardwarepreise steigen könnten. Höhere Preise können den Umsatz erhöhen, zugleich aber Beschaffung, Lieferfähigkeit und Margen belasten.
Fazit & Ausblick
Dell bleibt einer der direktesten Profiteure des Ausbaus von KI-Rechenzentren. Die kurzfristige Erholung wird durch robuste Aufträge und die Investitionspläne großer Cloud-Anbieter untermauert. Im Fokus stehen nun die nächsten Quartalszahlen, die Entwicklung des 95-Milliarden-Dollar-Auftragsbestands, die Chipversorgung sowie die Frage, ob Oracle und andere Hyperscaler ihre hohen Investitionsbudgets beibehalten.
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