Daldrup & Söhne steigert EBIT-Marge auf 17,1%: Auftragsbestand springt, 2026-Wachstum rückt näher

Daldrup & Söhne AG

Kurzüberblick

Die Daldrup & Söhne AG hat am 1. Juni 2026 ihren Konzernjahresabschluss für 2025 veröffentlicht. Der Bohrtechnik- und Geothermie-Spezialist meldet dabei eine deutlich höhere Profitabilität und blickt mit einer kräftigen Auftragsbasis auf weiteres Wachstum. An der Börse in Deutschland notiert die Aktie um 08:34 Uhr bei 24,30 Euro, das entspricht einem Tagesplus von 2,97% und einem Zuwachs von 26,56% seit Jahresbeginn.

Im Mittelpunkt der Zahlen stehen ein Anstieg des EBIT auf 8,7 Mio. EUR sowie eine EBIT-Marge von 17,1%. Für das laufende Jahr peilt das Unternehmen eine Gesamtleistung von rund 58 Mio. EUR und eine EBIT-Marge von 11,5% bis 13,5% an. Treiber sind unter anderem der Ausbau der Bohrkapazitäten, eine verbesserte Nachfrage im zweiten Halbjahr und regulatorische Impulse im deutschen Geothermiemarkt.

Marktanalyse & Details

Finanzkennzahlen: Gewinn steigt trotz leicht geringerer Gesamtleistung

Für 2025 weist Daldrup & Söhne eine Gesamtleistung von 51,1 Mio. EUR aus, nach 54,5 Mio. EUR im Vorjahr. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf die Verschiebung des Bohrbeginns eines Geothermieprojekts in Pullach in das Jahr 2026 zurückzuführen.

  • EBIT: 8,7 Mio. EUR nach 6,9 Mio. EUR (plus 25,8%)
  • EBIT-Marge: 17,1% nach 12,7%
  • Jahresüberschuss: 7,7 Mio. EUR nach 2,5 Mio. EUR (plus 211%)
  • Ergebnis je Aktie (EPS): 1,29 EUR nach 0,42 EUR
  • Free Cashflow: 5,2 Mio. EUR nach 9,7 Mio. EUR
  • Liquide Mittel: rund 13 Mio. EUR (nach 6,4 Mio. EUR)
  • Eigenkapitalquote: 65,3% (nach 68,8%)

Die Kapitalstruktur bleibt damit solide, während der niedrigere Free Cashflow im Jahr 2025 vor allem mit höheren Investitionen zusammenhängt. Das Unternehmen erhöhte den Ausbau des Bohrgeräteparks und investierte insgesamt 5,7 Mio. EUR in Equipment, Ersatz sowie den Ausbau auf 54 Bohrgeräte.

Auftragslage: Der Auftragsbestand setzt den Wachstums-„Takt“

Besonders auffällig ist die Entwicklung der Auftragsbasis: Der Auftragsbestand liegt zum 30. März 2026 bei 120 Mio. EUR, nach 31 Mio. EUR ein Jahr zuvor. Das entspricht einer deutlich verbesserten Planbarkeit und führt rechnerisch zu einer hohen Auslastung der Bohrmannschaften und Bohranlagen bis in das Jahr 2027.

  • Auftragsbestand (30.03.2026): 120 Mio. EUR
  • Relevantes Marktvolumen: 380 Mio. EUR im März 2026, nach 405 Mio. EUR im Vorjahr

Für Anleger ist entscheidend, wie stark diese Aufträge in Umsatz und Ergebnis übersetzt werden. Eine hohe Auftragsdotierung reduziert zwar tendenziell das Risiko überraschend schwacher Folgequartale, sie erhöht aber auch die Erwartung an die termingerechte Projektabwicklung.

Strategie & Rückenwind: Regulatorik und Förderlogik treiben Projekte an

Daldrup & Söhne führt die starke Nachfrageentwicklung unter anderem auf verbesserte Rahmenbedingungen zurück. Dazu zählen das Geothermie-Beschleunigungsgesetz (GeoBG) sowie der KfW-Förderkredit „Geothermie – Fündigkeitsrisiko“ mit integrierter Fündigkeitsversicherung. Diese Kombination zielt darauf ab, Planungs- und Genehmigungsrisiken zu senken und Bohrvorhaben insgesamt bank- und umsetzungsfähiger zu machen.

Zudem verweist das Unternehmen auf zusätzliche finanzielle Spielräume durch das Infrastruktur-Sondervermögen. In Summe schafft das ein Umfeld, in dem mehr Kommunen von der Planungs- in die Umsetzungsphase wechseln und Ausschreibungen für mitteltiefe und tiefe Geothermie anstoßen.

Analysten-Einordnung

Die Kombination aus starkem EBIT- und Margenanstieg bei gleichzeitigem Aufbau der Auftragsbasis deutet darauf hin, dass Daldrup & Söhne 2025 nicht nur mehr „Volumen“, sondern vor allem bessere Ergebnishebel erreicht hat. Dass der Free Cashflow im Jahr 2025 trotzdem zurückging, wirkt zunächst wie ein Widerspruch – erklärt sich aber plausibel durch höhere Investitionen in den Bohrgerätepark. Für Anleger bedeutet das: Die Profitabilität ist derzeit der stärkste Qualitätsindikator, während die Geldflussentwicklung zeigt, wie „investiv“ das Wachstum ausgestaltet wird.

Gleichzeitig sollte die Guidance für 2026 mit Blick auf die sehr hohe EBIT-Marge von 17,1% im abgelaufenen Jahr eingeordnet werden. Die prognostizierte Spanne von 11,5% bis 13,5% liegt darunter – dies spricht eher für konservative Annahmen und potenzielle Ergebnis-Glättung im Projektmix als für ein akutes Margenrisiko. Entscheidend wird sein, ob die hohe Auftragsbasis wie geplant in Leistung und Ergebnis überführt wird und wie stark die Investitionsintensität den Free Cashflow künftig wieder normalisiert.

Fazit & Ausblick

Mit 2025 liefert Daldrup & Söhne ein überzeugendes Bild aus Operativergebnis, Marge und Ertrag – flankiert von einem deutlich höheren Auftragsbestand. Für das Jahr 2026 nennt das Unternehmen eine Gesamtleistung von rund 58 Mio. EUR und eine EBIT-Marge zwischen 11,5% und 13,5%, wodurch die Aktie kurzfristig vor allem davon abhängen dürfte, wie die Projektabwicklung in Umsatzrealisierung und Cashflow übersetzt wird.

Wichtige nächste Termine sind die ordentliche Hauptversammlung am 27. August 2026 sowie die Veröffentlichung des Konzernhalbjahresfinanzberichts 2026 am 30. September 2026. Anleger sollten bis dahin insbesondere auf Margenentwicklung und Free-Cashflow-Entkopplung achten.

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