Daldrup & Söhne: Auftragsbestand auf 120 Mio. € – Analysten bestätigen Buy und Kursziel 28,80 €
Kurzüberblick
Die Daldrup & Söhne AG sorgt nach dem Jahresabschluss 2025 und einer aktuellen Analysten-Studienaktualisierung für Aufmerksamkeit: Der Auftragsbestand hat sich zum 30./31. März 2026 deutlich auf 120 Mio. € vervielfacht. Analysten bleiben dabei optimistisch und bekräftigen die Einstufung mit einem Kursziel von 28,80 €.
Während die Aktie am 03.06.2026 zuletzt bei 20,80 € lag und damit -8,37% zum Vortag zeigte (YTD +8,33%), signalisieren die neu hervorgehobenen Eckdaten vor allem eines: Das Unternehmen sieht die Grundlage für weiteres Wachstum gelegt. Treiber sind die gefüllten Bohr-Kapazitäten sowie ein günstigeres regulatorisches Umfeld für Geothermie-Projekte.
Marktanalyse & Details
Jahreszahlen 2025: Profitabilität steigt deutlich – Free Cashflow schwächer
Der Konzernabschluss 2025 unterstreicht einen klaren Qualitätswechsel: Operativ wurde die Ertragskraft erhöht, während der Mittelzufluss im Vergleich zum Vorjahr weniger stark ausfiel. Konkret meldete Daldrup:
- Gesamtleistung: 51,1 Mio. € (gegenüber 54,5 Mio. € 2024: Rückgang)
- EBIT: 8,7 Mio. € (plus (+25,8%) ggü. 6,9 Mio. €)
- EBIT-Marge: 17,1% (von 12,7% im Vorjahr)
- Jahresüberschuss: 7,7 Mio. € (von 2,5 Mio. €; kräftiger Anstieg)
- EPS: 1,29 € (von 0,42 €; deutlicher Zuwachs)
- Free Cashflow: 5,2 Mio. € (von 9,7 Mio. €; Rückgang)
- Eigenkapitalquote: 65,3% (solide Basis)
- Liquide Mittel: rund 13 Mio. € (von 6,4 Mio. €)
Für Anleger ist die Kombination aus steigender EBIT-Marge und hoher Liquidität besonders relevant, weil sie die Fähigkeit stützt, die laufende Nachfrage auch über die nächsten Quartale hinweg operativ abzuarbeiten. Gleichzeitig deutet der rückläufige Free Cashflow darauf hin, dass sich Ergebnisstärke und Cash-Umsetzung zeitlich nicht 1:1 synchron entwickeln.
Auftragsbestand als Wachstumstreiber: von 31 Mio. € auf 120 Mio. €
Der wichtigste Signalgeber kommt aus der Auftragslage. Zum Stichtag Ende März 2026 weist das Unternehmen einen Auftragsbestand von 120 Mio. € aus, nach 31 Mio. € ein Jahr zuvor. Das schafft Planungssicherheit: Die rechnerische Auslastung der Bohrmannschaften und Bohranlagen reicht laut Unternehmensangaben bis in das Jahr 2027.
Damit verschiebt sich die Erwartung an den Markt weg von der reinen Ergebnisbetrachtung hin zur Frage, ob die hohe Auftragsdichte auch in die nächsten Projektphasen profitabel überführt wird. Der in diesem Umfeld genannte Blick auf das relevante Marktvolumen (380 Mio. €) wirkt dabei wie ein zusätzlicher Gradmesser für die Kontinuität des Opportunity-Sets.
Investitionen & regulatorischer Rückenwind
Um den erwarteten Bedarf abzuarbeiten, investierte Daldrup 2025 in den Ausbau des Bohrgeräteparks: 5,7 Mio. € (von 4,1 Mio. €) für Equipment und Ersatz sowie den Ausbau auf 54 Bohrgeräte. Zusätzlich wurden zwei neue Anlagen sowie mehrere gebrauchte Einheiten erworben.
Auf der Nachfrage-Seite spielen verbesserte Rahmenbedingungen für Geothermie eine zentrale Rolle. Das Unternehmen verweist auf Gesetzes- und Förderimpulse, die Planungs- und Genehmigungsprozesse beschleunigen und Risiken im Projektverlauf absichern sollen. Für den Markt bedeutet das: Ausschreibungen und Projektstarts können sich künftig stärker in Richtung Umsetzungsphase verschieben.
Analysten-Einordnung
Die Analystenbestätigung (Buy, Kursziel 28,80 €) stützt sich vor allem auf die stark gestiegene Auftragsreichweite. Dies deutet darauf hin, dass das Geschäftsmodell aktuell nicht nur Nachfrage abbildet, sondern auch in eine Phase belastbarer Umsetzung übergeht. Für Anleger bedeutet die Entwicklung vor allem zweierlei: Erstens steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Wachstum nicht nur angekündigt, sondern aus der Auftragslage heraus realisiert wird. Zweitens rückt die Bewertung stärker in den Vordergrund, wie effizient Daldrup die Projektpipeline in Ergebnis und Cashflow übersetzt.
Gleichzeitig erklärt der Börsenrückgang am Berichtstag, warum der Kurs trotz positiver Leitplanken kurzfristig unter Druck geraten kann: Der Markt preist häufig erst die nächsten Cashflow- bzw. Ergebnisfortschritte vollständig ein. Der rückläufige Free Cashflow im Jahresvergleich bleibt deshalb ein Punkt, den Investoren im weiteren Jahresverlauf (insbesondere in Zwischenberichten) eng verfolgen sollten.
Fazit & Ausblick
Daldrup & Söhne liefert mit dem Abschluss 2025 eine klare operative Verbesserungsstory (höheres EBIT und deutlich bessere EBIT-Marge) und untermauert sie mit einer außergewöhnlich starken Auftragsentwicklung auf 120 Mio. €. Für 2026 peilt das Unternehmen eine Gesamtleistung von rund 58 Mio. € sowie eine EBIT-Marge von 11,5% bis 13,5% an.
Nächste wichtige Termine: 27. August 2026 Hauptversammlung sowie 30. September 2026 Veröffentlichung des Konzernhalbjahresfinanzberichts 2026. Bis dahin dürfte die zentrale Frage sein, ob die hohe Auftragsbasis erneut in nachhaltige Ertragskraft und eine bessere Cashflow-Entwicklung überführt wird.
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