Costco könnte schwächeres EPS mit möglicher Sonderdividende abfedern

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Das Wichtigste in Kürze

  1. BofA erwartet bei Costco im vierten Geschäftsquartal einen bereinigten Gewinn je Aktie von 6,52 US-Dollar und liegt damit knapp unter dem Konsens von 6,55 US-Dollar.
  2. Eine mögliche Sonderdividende könnte die Ergebnisenttäuschung überlagern; BofA hält bei ähnlicher Größenordnung wie 2024 rund 22 US-Dollar je Aktie für denkbar.
  3. Costco und Uber Eats bauen ihre US-Lieferpartnerschaft auf 47 Bundesstaaten und fast 600 Filialen aus.
  4. Costco veröffentlicht die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal am 24. September 2026.

Marktanalyse & Details

Quartalsgewinn droht knapp an den Erwartungen vorbeizugehen

Die anstehenden Costco-Zahlen könnten beim bereinigten Gewinn je Aktie leicht hinter den Erwartungen zurückbleiben. BofA Securities prognostiziert für das vierte Geschäftsquartal 6,52 US-Dollar je Aktie, während der Marktkonsens bei 6,55 US-Dollar liegt. Die Abweichung von 0,03 US-Dollar entspricht weniger als 0,5 Prozent, könnte bei einer besonders aufmerksam beobachteten Aktie aber dennoch die erste Reaktion bestimmen.

Oppenheimer bewertet die Konsensschätzung von 6,55 US-Dollar sogar als eher optimistisches Best-Case-Szenario. Im Mittelpunkt stehen deshalb neben dem Ergebnis die Entwicklung des Mitgliederwachstums und mögliche Maßnahmen, mit denen Costco neue Kunden gewinnen oder bestehende Mitglieder stärker binden kann.

Sonderdividende als möglicher Kurstreiber

Costco verfügt nach Einschätzung von BofA über eine gesunde Liquiditätsausstattung. Daraus leitet die Bank die Möglichkeit einer Sonderdividende ab. Das Unternehmen hatte zuletzt im Januar 2024 eine Sonderausschüttung von 15 US-Dollar je Aktie gezahlt. Bei einer vergleichbaren Größenordnung hält BofA nun eine Zahlung von etwa 22 US-Dollar je Aktie für möglich.

Eine solche Ausschüttung ist bislang nicht angekündigt. Sie wäre zudem ein einmaliger Kapitalrückfluss und kein Ersatz für dauerhaft steigende Gewinne oder Mitgliederzahlen. Oppenheimer sieht eine mögliche Ankündigung dennoch als positiven Katalysator für die weitere Kursentwicklung.

Analysten-Einordnung: Die gegenläufigen Signale sind entscheidend: Das erwartete EPS-Defizit ist zwar gering, zeigt aber, dass die operative Dynamik nicht automatisch über den hohen Erwartungen liegt. Dies deutet darauf hin, dass der Markt am 24. September stärker auf Mitgliederwachstum, Margen und den Ausblick als auf die reine Gewinnzahl reagieren dürfte. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass eine Sonderdividende kurzfristig stützen kann, die langfristige Investmentthese aber weiterhin von der Kundenbindung und der Kaufkraft der Costco-Mitglieder abhängt.

Lieferausbau erhöht Reichweite und Convenience

Parallel zu den Ergebnisrisiken erweitert Costco gemeinsam mit Uber Eats die Lieferung in den USA deutlich. Das Angebot ist nun in 47 Bundesstaaten verfügbar, nachdem zuvor 17 Bundesstaaten abgedeckt wurden. Fast 600 Costco-Standorte können dadurch über die Plattform erreicht werden. Für Warenkörbe über 60 US-Dollar sollen zudem Liefergebühren entfallen.

Der Ausbau verbessert den Zugang zum Costco-Sortiment und könnte die Nutzungshäufigkeit sowie die Attraktivität der Mitgliedschaft erhöhen. Der direkte finanzielle Beitrag für Costco ist aus den vorliegenden Angaben allerdings nicht quantifiziert. BofA verweist zugleich auf die vergleichsweise hohe Kaufkraft der Costco-Kundschaft, die dem Unternehmen trotz steigender Preise eine gewisse Stabilität geben könne.

Aktie wartet auf den nächsten Impuls

Die Costco-Aktie notierte am 16. September 2026 um 19:35 Uhr an der Lang & Schwarz Exchange bei 780 Euro. Im Tagesvergleich lag sie 0,15 Prozent im Minus, während die Jahresperformance bei plus 6,25 Prozent lag. Die kurzfristig kaum veränderte Kursentwicklung unterstreicht, dass der Markt den Quartalsbericht und eine mögliche Sonderdividende als nächste wichtige Impulse abwartet.

Fazit & Ausblick

Costco steht am 24. September vor einem Prüfstein: Ein knapp verfehltes EPS könnte die Aktie belasten, würde aber durch eine Sonderdividende möglicherweise überlagert. Entscheidend sind die Aussagen zum Mitgliederwachstum, zur Preispolitik und zur weiteren Kundenbindung. Eine Ausschüttung von rund 22 US-Dollar bleibt ein Szenario der Analysten und darf nicht als bestätigte Unternehmensentscheidung verstanden werden.

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