Cooper-Companies-Aktie unter Druck: BofA, Baird und Piper senken Kursziele
Kurzüberblick
- CooperCompanies behält CooperSurgical nach einer strategischen Prüfung; ein Verkauf scheiterte an einer aus Sicht des Managements unattraktiven Bewertung.
- Im dritten Geschäftsquartal übertraf der Gewinn je Aktie mit 1,15 USD die Erwartungen von 1,12 USD, während der Umsatz mit 1,07 Mrd. USD hinter 1,12 Mrd. USD zurückblieb.
- CooperCompanies senkte die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 beim Umsatz auf 4,23 bis 4,25 Mrd. USD und beim Gewinn je Aktie auf 4,51 bis 4,55 USD.
- BofA, Baird und Piper Sandler stuften die Aktie auf Neutral ab und reduzierten ihre Kursziele auf 65, 61 beziehungsweise 59 USD.
Marktanalyse & Details
Umsatzverfehlung überschattet leichten EPS-Beat
CooperCompanies meldete für das dritte Geschäftsquartal einen Gewinn je Aktie von 1,15 USD und lag damit leicht über dem Konsens von 1,12 USD. Der Umsatz verfehlte die Erwartungen jedoch deutlich: 1,07 Mrd. USD standen einer Prognose von 1,12 Mrd. USD gegenüber. Besonders die Kontaktlinsensparte CooperVision belastete das Ergebnis. Der Abbau von Lagerbeständen in den USA bremste das Quartal und dürfte nach Einschätzung des Managements auch im vierten Quartal nachwirken.
- Für das vierte Quartal erwartet das Unternehmen einen Gewinn je Aktie von 1,05 bis 1,09 USD statt der erwarteten 1,19 USD.
- Die Umsatzprognose für das vierte Quartal liegt bei 1,06 bis 1,08 Mrd. USD, ebenfalls klar unter dem Konsens von 1,19 Mrd. USD.
- Die CooperVision-Wachstumsprognose wurde auf 1 bis 2 Prozent gesenkt, nachdem zuvor 3,5 bis 4,5 Prozent erwartet worden waren.
Prognosekürzung verschärft Vertrauensproblem
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet CooperCompanies nun mit einem Umsatz von 4,23 bis 4,25 Mrd. USD. Zuvor hatte die Spanne bei 4,29 bis 4,32 Mrd. USD gelegen. Die Gewinnprognose wurde von 4,58 bis 4,66 USD auf 4,51 bis 4,55 USD je Aktie reduziert.
Die wiederholten Korrekturen erhöhen den Druck auf das Management. Piper Sandler verwies darauf, dass die Prognose für CooperCompanies innerhalb von zwei Jahren bereits zum vierten Mal gesenkt worden sei. Baird sieht zudem eine zunehmend schwierige Margenentwicklung für das Geschäftsjahr 2027, unter anderem wegen notwendiger Investitionen in das Wachstum von CooperVision und des Wettbewerbsdrucks bei Paragard.
CooperSurgical bleibt im Konzern
Nach der seit Dezember 2025 laufenden strategischen Prüfung entschied der Verwaltungsrat einstimmig, CooperSurgical im Konzern zu behalten. Ein Käufer war angesichts der Konkurrenz für das Verhütungsprodukt Paragard und der Einigung in einem Rechtsstreit im Fruchtbarkeitsgeschäft offenbar nicht bereit, eine aus Sicht von CooperCompanies attraktive Bewertung zu zahlen.
Damit entfällt vorerst die Möglichkeit, durch einen Verkauf von CooperSurgical kurzfristig Wert freizusetzen oder die Konzernstruktur zu vereinfachen. Gleichzeitig bleibt die Sparte ein wichtiger Bestandteil des Geschäftsmodells. Das Management betont weiterhin profitables Wachstum, hohe freie Cashflows und eine disziplinierte Kapitalallokation als Prioritäten.
Analysten senken Ratings und Kursziele
Analysten-Einordnung: Die Herabstufungen von BofA, Baird und Piper Sandler sind weniger ein Signal für eine unmittelbar erwartete operative Krise als vielmehr für schwindendes Vertrauen in die kurzfristige Planbarkeit. Dies deutet darauf hin, dass Anleger derzeit nicht nur die niedrigere Wachstumsrate, sondern auch die wiederholten Prognosekürzungen und die fehlende Verkaufsoption für CooperSurgical einpreisen.
BofA senkte das Rating von Buy auf Neutral und das Kursziel von 80 auf 65 USD. Baird wechselte von Outperform auf Neutral und reduzierte das Kursziel von 85 auf 61 USD. Piper Sandler stufte die Aktie von Overweight auf Neutral ab und kappte das Ziel von 86 auf 59 USD. Alle drei Häuser bemängeln die schwache Entwicklung von CooperVision und die geringere Visibilität für die kommenden Quartale.
Im nachbörslichen US-Handel war die Aktie zunächst um rund 18 Prozent gefallen, vorbörslich lag das Minus bei etwa 15 Prozent. An der Lang & Schwarz Exchange notierte CooperCompanies am 10. September 2026 um 12:27 Uhr bei 45,81 EUR, ein Tagesminus von 1,9 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich der Rückgang auf 33,61 Prozent.
Fazit & Ausblick
Für Anleger rückt nun die operative Stabilisierung von CooperVision in den Mittelpunkt. Entscheidend sind die Entwicklung der US-Lagerbestände, die Erholung des organischen Wachstums und der Nachweis, dass die Margen trotz zusätzlicher Investitionen gehalten werden können. Bis zur Veröffentlichung der nächsten Quartalszahlen dürfte außerdem die Frage offenbleiben, ob CooperSurgical langfristig tatsächlich mehr Wert im Konzern schafft als ein Verkaufserlös.
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