Bradley Radoff fordert Verkauf von Redwood Trust und droht mit Verwaltungsratskampf
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Großaktionär Bradley Radoff fordert den Verwaltungsrat von Redwood Trust auf, sofort einen Verkaufsprozess zu starten.
- Radoff kritisiert die jüngste Refinanzierung, eine aus seiner Sicht mögliche Verwässerung und die Vergütung des Managements.
- Redwood-Trust-Aktien legten am 14. September 2026 um 7,69 Prozent auf 3,276 Euro zu, liegen seit Jahresbeginn aber 29,67 Prozent im Minus.
- Bei einer Ablehnung will Radoff zur Hauptversammlung 2027 eigene Kandidaten für den Verwaltungsrat nominieren.
Marktanalyse & Details
Aktivist fordert strategische Prüfung
Bradley Radoff hat den Verwaltungsrat von Redwood Trust in einem offenen Brief aufgefordert, unverzüglich eine qualifizierte Investmentbank zu beauftragen und einen Verkaufsprozess einzuleiten. Nach seiner Einschätzung könnten mehrere strategische Interessenten an dem US-Finanzunternehmen interessiert sein, sobald Redwood Trust offiziell zum Verkauf steht.
Radoff argumentiert, Redwood Trust sei als eigenständiges börsennotiertes Unternehmen schlechter aufgestellt als bei einer Übernahme. Er verweist dabei auf den anhaltenden Abschlag des Aktienkurses gegenüber dem aus seiner Sicht inneren Wert des Unternehmens. Diese Bewertung ist seine persönliche Einschätzung und stellt keine bestätigte Übernahmeofferte dar.
Kritik an Refinanzierung und Managementvergütung
Besonders scharf kritisiert Radoff die jüngste Refinanzierung. Er wertet die Kapitalmarktaktivitäten entweder als Versuch, Aktionäre durch eine dauerhafte Verwässerung zu schwächen, oder als Zeichen gravierender Fehlentscheidungen. Konkrete Details zu einer möglichen Transaktion oder zu einem potenziellen Käufer nannte er nicht.
Auch die Vergütung des Managements steht im Mittelpunkt seines Schreibens:
- Die Gesamtvergütung der namentlich genannten Führungskräfte belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 21,3 Millionen US-Dollar.
- Über die vergangenen drei Jahre lag die durchschnittliche Gesamtvergütung aller derzeitigen namentlich genannten Führungskräfte laut Radoff bei 24,3 Millionen US-Dollar.
- Der einzige offene Aktienkauf eines Vorstandsmitglieds in den vergangenen vier Jahren erfolgte 2024 durch Finanzchefin Brooke Carillo.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Vorstoß nicht nur auf eine kurzfristige Kursreaktion abzielt, sondern auf eine grundlegende Änderung der strategischen Kontrolle. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung zunächst einen möglichen Übernahme- oder Aktivistenaufschlag, zugleich aber auch ein erhöhtes Ausführungsrisiko: Der Verwaltungsrat kann den Verkaufsdruck zurückweisen, während ein formeller Prozess Zeit benötigt und keineswegs garantiert zu einem Abschluss führt. Der Tagesgewinn von 7,69 Prozent bei gleichzeitigem Jahresverlust von 29,67 Prozent zeigt, dass der Markt die Nachricht positiv aufnimmt, die längerfristige Skepsis gegenüber der Aktie jedoch nicht beseitigt ist.
Nächster Eskalationsschritt 2027
Radoff kündigte an, bei einer Weigerung des Verwaltungsrats, strategische Alternativen zu prüfen, eigene Kandidaten für die Wahl zum Verwaltungsrat auf der Hauptversammlung 2027 aufzustellen. Sein erklärtes Ziel ist eine wertmaximierende Veräußerung zugunsten aller Aktionäre.
Damit steht Redwood Trust vor einem möglichen Machtkampf zwischen dem bestehenden Management und dem aktivistischen Investor. Entscheidend wird sein, ob der Verwaltungsrat die Kritik mit einer nachvollziehbaren Begründung zur Refinanzierung, zur Kapitalallokation und zur Vergütung entkräften kann oder selbst eine strategische Überprüfung einleitet.
Fazit & Ausblick
Der Brief erhöht den Druck auf Redwood Trust und bringt einen möglichen Verkauf als neues Szenario in den Fokus. Kurzfristig dürften Aussagen des Verwaltungsrats, weitere Schritte Radoffs und mögliche Hinweise auf strategische Interessenten den Kurs bestimmen. Ein verbindlicher Verkaufsprozess oder ein konkretes Übernahmeangebot liegt bislang nicht vor; die Hauptversammlung 2027 könnte zum entscheidenden Termin für den angekündigten Verwaltungsratskampf werden.
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