BofA setzt Zoom vor Q2-Zahlen wieder auf Buy und nennt 130-Dollar-Kursziel
Kurzüberblick
Vor den am Dienstagabend nach Börsenschluss anstehenden Quartalszahlen schaltet Bank of America die Aktie von Zoom Communications (Cl. A) wieder auf Buy. Das Kursziel liegt bei 130 US-Dollar. Hintergrund ist die aus Analystensicht spürbar bessere Entwicklung bei Wachstum, Kundennachfrage und Kapitalrückflüssen – nach Jahren, in denen Zoom vor allem unter dem Bewertungsreset nach der Pandemiephase gelitten hatte.
Für das Ergebnis rechnet der Markt mit einem Gewinn je Aktie von 1,48 US-Dollar bei einem Umsatz von 1,27 Milliarden US-Dollar. Die Zoom-Aktie notiert zur Einordnung mit 87,23 Euro und steht dabei minus 2,26% an diesem Handelstag; im laufenden Jahr liegt sie dennoch plus 19,22% im Plus.
Marktanalyse & Details
Warum die Investmentbank den Turnaround als „dauerhaft“ einstuft
In den Fokus rückt BofA vor allem eine wieder anziehende Wachstumsdynamik: Das Unternehmen erwartet eine Re-Acceleration auf konstante Währung in Höhe von 4,2% im Geschäftsjahr 2026 sowie 4,6% im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027. Zusätzlich soll die Enterprise-Nachfrage stabiler und das Online-Geschäft wieder ruhiger verlaufen.
- Enterprise spend: aus Analystensicht gesundheitlicher Verlauf statt erneuter Schwäche
- Online/Consumer-Segment: Stabilisierung nach dem Bewertungsreset
- Free-Cashflow: FCF-Margen bleiben laut Einordnung bei über 35%
- Microsoft-Teams-Konsolidierung: die größte Welle der Umschichtung sei weitgehend durch
Ergänzend argumentiert BofA, dass Zoom die Rolle eines reinen Video-Meeting-Anbieters zunehmend hinter sich lässt und sich stärker als Kommunikations- und Work-Plattform positioniert.
Produktportfolio: Monetarisierung jenseits der reinen Meetings
Die „bullische“ These stützt sich bei BofA auf neue bzw. erweiterte Angebote. Dazu zählen unter anderem Telefonie- und Kontaktcenter-Lösungen sowie KI-gestützte Meeting-Assistenten:
- Phone mit mehr als 10 Millionen Seats
- Contact Center mit mehr als 100 Millionen US-Dollar jährlichem wiederkehrendem Umsatz
- AI Meeting Assistants und Workvivo als Bausteine für die Work-Plattform
Wichtig für Anleger: BofA leitet daraus ab, dass die unternehmensweite Net Dollar Expansion wieder über 100% steigen könnte – ein Signal dafür, dass Kunden nicht nur bleiben, sondern mehr Produkte aus dem Zoom-Ökosystem einkaufen.
Kapitalrendite als zentraler Bewertungshebel
Neben dem operativen Geschäft betont die Bank die Bilanzqualität und den finanziellen Spielraum. Zoom verfügt laut BofA über 7,7 Milliarden US-Dollar Cash, was in Relation zur Marktkapitalisierung etwa 25% ausmachen soll, und hat dabei keine Schulden. Dadurch sieht BofA die Möglichkeit, Produktinvestitionen, mögliche Zukäufe und Rückkäufe aus einer flexiblen Finanzposition zu bedienen.
- Cashbestand: 7,7 Milliarden US-Dollar
- Verschuldung: null
- Zusatzoption: Beteiligung an Anthropic mit 0,31%, bewertet mit 3,0 Milliarden US-Dollar
Analysten-Einordnung: Was Anleger aus der BofA-Argumentation ableiten sollten
Dies deutet darauf hin, dass der Markt die vorherige Wachstums- und Retention-Schwäche zunehmend als „durchlaufende Phase“ betrachtet. Für Anleger bedeutet das: Der entscheidende Prüfstein vor allem bei den Q2-Zahlen wird weniger das absolute Ergebnisniveau sein als die Bestätigung der Trendwende – insbesondere bei Enterprise-Umsätzen, der Stabilität der Margen und der Frage, ob das Portfolio-„Cross-Sell“ die Net Dollar Expansion tatsächlich dauerhaft stützt. Die starke Kapitalbasis und die betonten FCF-Margen machen das Setup zudem weniger anfällig für operative Rückschläge, erhöhen aber zugleich die Erwartung, dass Zoom auch in der Umsetzung liefert.
Fazit & Ausblick
Zoom steht unmittelbar vor einem wichtigen Stresstest: Gelingt es, Wachstum und Cashflow-Qualität mit den Zahlen zu untermauern, dürfte die Einstufung von BofA Rückenwind liefern. Andernfalls rückt schnell wieder die Frage in den Vordergrund, ob die Konsolidierungseffekte wirklich hinter dem Unternehmen liegen.
Als nächster richtiger Termin steht die Veröffentlichung der Q2-Ergebnisse am 25.08.2026 nach Börsenschluss im Kalender. Anleger sollten dabei besonders auf Hinweise zur weiteren Wachstumsbeschleunigung, zur Entwicklung der Enterprise-Nachfrage und zur FCF-Margenstabilität achten.
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