bet-at-home-Aktie: Analyst senkt Kursziel auf 5 Euro und bestätigt Buy

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Eine aktuelle Analystenstudie bestätigt für bet-at-home.com die Kaufempfehlung und senkt das 12-Monats-Kursziel von 5,50 auf 5,00 Euro.
  2. Für das am 21. September erwartete zweite Quartal 2026 wird ein Nettoumsatz von 9,7 Mio. Euro erwartet, 9,8 % mehr als im Vorjahr.
  3. Zusätzliche WM-Werbung soll die Marketingkosten um 72 % auf 5,7 Mio. Euro erhöhen und das EBITDA auf minus 0,3 Mio. Euro drücken.
  4. Die Aktie notiert am 15. September bei 3,18 Euro; damit liegt das Kursziel rechnerisch rund 57 % über dem aktuellen Kurs.

Marktanalyse & Details

Buy-Empfehlung bleibt trotz niedrigerem Kursziel bestehen

Die Kaufempfehlung für die bet-at-home.com-Aktie wurde bestätigt. Gleichzeitig wurde das Kursziel für die kommenden zwölf Monate von 5,50 auf 5,00 Euro reduziert. Ausgehend vom Kurs von 3,18 Euro entspricht dies einem rechnerischen Potenzial von rund 57 %. Am Vormittag des 15. September 2026 lag die Aktie 6,71 % im Plus und verzeichnete seit Jahresbeginn einen Zuwachs von 48,6 %.

Die Anpassung des Kursziels reflektiert vor allem vorsichtigere Ergebniserwartungen für das laufende Geschäftsjahr. Als Bewertungsgrundlage dient die erwartete Free-Cashflow-Rendite 2026.

Weltmeisterschaft soll Umsatz im zweiten Quartal antreiben

Für das zweite Quartal 2026 wird ein Nettoumsatz von 9,7 Mio. Euro prognostiziert. Das wäre ein Wachstum von 9,8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die erwartete Belebung wird insbesondere mit einer höheren Markenpräsenz durch zusätzliche Werbung rund um die Fußball-Weltmeisterschaft begründet.

  • Im Online-Sportwettenbereich soll der Bruttospielertrag um 9,5 % auf 11,2 Mio. Euro steigen. Das Wettvolumen wird bei 76,9 Mio. Wetten gesehen, 5,8 % mehr als im Vorjahr.
  • Für den Online-Gaming-Bereich wird ein Anstieg des Bruttospielertrags um 10,7 % auf 1,7 Mio. Euro erwartet. Das Volumen könnte um 8,3 % auf 14,7 Mio. Euro zulegen.
  • Die Bruttomarge im Sportwettensegment soll sich um 0,5 Prozentpunkte auf 14,6 % verbessern. Im Online-Gaming wird ebenfalls eine Verbesserung um 0,5 Prozentpunkte auf 11,9 % erwartet.

Bei diesen Zahlen handelt es sich um Analystenschätzungen vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen, nicht um bereits gemeldete Ist-Werte.

Hohe Werbeausgaben belasten das EBITDA

Der erwartete Umsatzschub dürfte im zweiten Quartal nicht unmittelbar auf das operative Ergebnis durchschlagen. Die Marketingausgaben werden wegen zusätzlicher Kampagnen in mehreren Ländern, darunter Deutschland und Österreich, auf 5,7 Mio. Euro geschätzt. Das entspricht einem Anstieg von 72 % zum Vorjahr.

Infolgedessen wird ein negatives EBITDA von rund 0,3 Mio. Euro erwartet. Im zweiten Quartal des Vorjahres hatte bet-at-home.com noch ein EBITDA von 1,2 Mio. Euro erzielt. Die Entwicklung zeigt den zentralen Zielkonflikt der aktuellen Strategie: Das Unternehmen investiert offensiv in Reichweite und Neukundengewinnung, nimmt dafür aber kurzfristig eine Ergebnisbelastung in Kauf.

Jahresprognose wird vorsichtiger eingeschätzt

Die Unternehmensprognose für 2026 sieht einen Bruttospiel- und Gaming-Ertrag zwischen 46 und 54 Mio. Euro sowie ein EBITDA vor Sondereffekten von 0 bis 4 Mio. Euro vor. Die Analystenschätzung liegt inzwischen am unteren Ende beziehungsweise darunter: Der erwartete Bruttospielertrag wurde von 52,1 auf 49 Mio. Euro reduziert, die EBITDA-Prognose von 3,6 auf 0,5 Mio. Euro.

Ausschlaggebend sind der schwache Jahresauftakt mit einem Rückgang von 16,1 % im ersten Quartal und die voraussichtlich hohen Marketingkosten im zweiten Quartal. Für das zweite Halbjahr wird zwar eine stärkere Entwicklung bei höherer Markenbekanntheit und einer normalisierten Kostenbasis erwartet, die obere Hälfte der Unternehmensprognose gilt jedoch als ambitioniert.

Regulierung in Österreich bleibt möglicher Katalysator

Zusätzliche Chancen könnte eine Reform des österreichischen Glücksspielrechts eröffnen. Geplant ist, das faktische Online-Glücksspielmonopol durch ein wettbewerbliches Lizenzsystem zu ersetzen. Sollte die Reform umgesetzt werden, könnte bet-at-home.com dadurch grundsätzlich Zugang zu einer offiziellen Lizenz erhalten.

Dieser mögliche Effekt ist wegen offener Fragen zu Zeitplan und konkreten Bedingungen noch nicht in den Prognosen berücksichtigt. Die Bewertung der Aktie stützt sich daneben auf eine vergleichsweise niedrige Buchwertbewertung von rund 0,9 sowie auf die hohe Nettoliquidität und die erwartete Cash-Generierung der beiden Geschäftsbereiche.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die Kaufthese derzeit weniger auf kurzfristig steigenden Gewinnen als auf einer möglichen Umsatzbelebung, strukturell hoher Liquidität und regulatorischen Chancen beruht. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass das Kursziel von 5 Euro zwar ein erhebliches Aufwärtspotenzial signalisiert, die Umsetzung aber von der Qualität des WM-bedingten Wachstums abhängt. Entscheidend ist, ob die zusätzlichen Werbeausgaben dauerhaft neue Kunden und höhere Spielvolumina erzeugen oder lediglich einen vorübergehenden Umsatzimpuls finanzieren.

Fazit & Ausblick

Der nächste wichtige Termin ist die Veröffentlichung der Zahlen zum zweiten Quartal am 21. September 2026. Im Fokus stehen dann neben dem Nettoumsatz insbesondere die Entwicklung der Bruttospielerträge, die Marketingkosten und das EBITDA. Ein starkes Umsatzwachstum bei kontrollierbarem Kostenanstieg könnte die Kaufempfehlung untermauern; bleibt die Ergebnisbelastung hoch, dürfte die vorsichtigere Jahresprognose weiter an Bedeutung gewinnen.

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