
Berentzen nach 2025-Zahlen auf Wachstumskurs: Analysten stufen Aktie auf Kaufen – Kursziel 8,00 €
Kurzüberblick
Die Berentzen-Gruppe hat ihren Geschäftsbericht für 2025 veröffentlicht und dabei ein Konzernergebnis von 2,4 Mio. Euro sowie einen Free Cashflow von 5,1 Mio. Euro erzielt. Trotz eines marktbedingten Umsatzrückgangs auf 162,9 Mio. Euro weist der Getränkekonzern damit nach Einschätzung vieler Marktteilnehmer eine solide operative Basis aus – auch als Vorbereitung auf das Übergangsjahr 2026 im Rahmen von Evolve 2030.
In einem Research-Update vom 01.04.2026 bestätigen Analysten das Anlageurteil Kaufen, senken jedoch das Kursziel auf 8,00 Euro (zuvor 9,00 Euro). Im Fokus steht dabei der strategische Umbau: Berentzen setzt mit dem Einstieg in funktionale alkoholfreie Getränke (u.a. über die Marke Juma) darauf, die Ertragskraft im Bereich Alkoholfreie Getränke mittelfristig zu verbessern und die Marge zu stabilisieren.
Marktanalyse & Details
Finanzdaten 2025: Normalisierung bei Ergebnis und Cashflow
Das Konzern-EBIT lag 2025 bei 8,5 Mio. Euro. Hintergrund für die Einordnung: Das Vorjahr war durch Einmalbelastungen im Zuge der Veräußerung des Standorts Grüneberg verzerrt. Die aktuelle Entwicklung wird daher als Normalisierung auf operativ gesunder Basis bewertet.
- Umsatz: 162,9 Mio. Euro (Vorjahr: 182,5 Mio. Euro)
- EBIT: 8,5 Mio. Euro
- Konzernergebnis: 2,4 Mio. Euro
- Free Cashflow: 5,1 Mio. Euro (nahezu verdoppelt)
- Dividendenvorschlag: 0,11 Euro je Aktie (für die Hauptversammlung)
Segment-Transparenz & strategischer Wandel: Warum Juma jetzt wichtig wird
Mit der erstmaligen Veröffentlichung des Segment-EBIT gewinnt der Konzern an Transparenz hinsichtlich der Ertragsstruktur. Der Bereich Spirituosen bleibt der zentrale Ergebnispfeiler, während Alkoholfreie Getränke noch im Verlustbereich steht. Genau dort soll der strategische Zukauf ansetzen: Die Übernahme der Marke Juma im Functional-Lifestyle-Drinks-Segment soll als Wachstumstreiber dienen und die Profitabilität im AFG-Bereich schrittweise verbessern.
Die Mechanik der Strategie ist dabei klar: Berentzen will den Mix in Richtung margenstärkerer Kategorien verschieben und gleichzeitig Vertriebskanäle verbreitern. Neue Vertriebsschienen wie Drogeriemärkte und Tankstellen sollen helfen, die Abhängigkeit vom klassischen LEH zu reduzieren. Besonders relevant ist zudem der Ausbau des Dosengeschäfts (u.a. für Mio Mio), um wiederkehrende Konsumanlässe stärker zu adressieren.
- Spirituosen: EBIT 7,3 Mio. Euro bei 104,0 Mio. Euro Umsatz
- Spirituosen Türkei: EBIT 1,9 Mio. Euro bei 5,6 Mio. Euro Umsatz (höchste Marge)
- Alkoholfreie Getränke: Umsatz 33,4 Mio. Euro, EBIT -1,7 Mio. Euro
- Frischsaftsysteme: EBIT 1,3 Mio. Euro bei 19,1 Mio. Euro Umsatz
Analysten-Einordnung (E-E-A-T): Kaufen trotz gesenktem Kursziel
Die Kombination aus operativer Stabilität und steigender Cash-Generierung legt nahe, dass Berentzen den Transformationsdruck bislang nicht in eine Ergebnis- oder Liquiditätsschwäche übersetzt. Gleichzeitig deutet das gesenkte Kursziel darauf hin, dass für das Übergangsjahr 2026 spürbare Kosten für Marketing und Roll-out (u.a. Juma) sowie für die Neupositionierung von Puschkin erwartet werden. Für Anleger bedeutet das: Der Weg zu höheren Margen ist plausibel, aber die Ertragswende im AFG-Bereich bleibt der entscheidende Prüfstein. Wenn der Portfolio-Shift schneller als geplant greift und die neuen Kanäle das Mengenwachstum tragfähig machen, dürfte die Bewertung wieder mehr Rückenwind bekommen; bleibt die AFG-Verbesserung hingegen hinter den Zielen zurück, können die Progress-Risiken im Bewertungsmodell schneller sichtbar werden.
Bewertungs- und Zielbild: Fokus auf mittelfristige Marge
Im Research wird die Aktie als Value-Titel im Beverage-Sektor eingeordnet (u.a. EV/EBITDA 2026e: 3,0). Das Entscheidende ist dabei nicht nur das kurzfristige Ergebnisbild, sondern die im Unternehmensprogramm verankerte Zielsetzung, die Konzernmarge mittelfristig auf über 8% zu heben und den Anteil der Nicht-Spirituosen-Umsätze schrittweise auf mehr als 50% auszubauen.
Fazit & Ausblick
Für 2026 erwartet das Management einen leichten Umsatzanstieg auf 163,0 bis 173,0 Mio. Euro sowie ein Konzern-EBIT zwischen 7,0 und 9,0 Mio. Euro. Die kurz- bis mittelfristige Umsetzung dreht sich um den Roll-out von Juma, die Neupositionierung von Puschkin sowie den Ausbau neuer Vertriebskanäle und des Dosengeschäfts.
Wichtige nächste Etappe: Am 7. Mai 2026 entscheidet die Hauptversammlung über den Dividendenvorschlag von 0,11 Euro je Aktie. Für Anleger bleibt darüber hinaus entscheidend, wie schnell Berentzen die Profitabilität im Segment Alkoholfreie Getränke stabilisiert und ob die angekündigten Maßnahmen zur Kanaldiversifikation die Abhängigkeit vom klassischen LEH spürbar verringern.
