Aurora Cannabis wehrt sich gegen Curaleaf: Streit um ATM-Programm spitzt sich zu

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Curaleaf beantragt bei der Alberta Securities Commission einen sofortigen Stopp von Auroras ATM-Aktienprogramm während des Übernahmeangebots.
  2. Aurora weist den Vorwurf zurück und verweist auf die strategische Ankündigung des Programms im Februar 2026.
  3. Curaleaf bietet 4,00 US-Dollar je Aurora-Aktie und kritisiert die weitere Ausgabe von Aktien als verwässernd.
  4. Die Aurora-Aktie lag am 14. September bei 3,30 Euro, legte 3,32 Prozent zu und bleibt seit Jahresbeginn 9,59 Prozent im Minus.

Marktanalyse & Details

Curaleaf fordert Eingreifen der Aufsicht

Der Übernahmekonflikt zwischen Aurora Cannabis und Curaleaf verschärft sich. Curaleaf hat bei der Alberta Securities Commission beantragt, die Ausgabe neuer Aurora-Aktien über das sogenannte At-the-Market-Programm während des laufenden Angebots zu untersagen. Zudem fordert der Bieter eine beschleunigte Anhörung.

Curaleaf argumentiert, jede weitere Aktie unterhalb des Angebotspreises von 4,00 US-Dollar erhöhe die Kosten der Transaktion und verringere den Anteil bestehender Aktionäre am Unternehmen. Nach Ansicht des Bieters erschwert die Ausgabe neuer Aktien den Aktionären außerdem die Entscheidung über ihre eigene Zukunft.

Aurora verteidigt Finanzierungsspielraum

Aurora weist den Antrag zurück und bezeichnet ihn als Versuch, von der eigentlichen Streitfrage abzulenken. Das Unternehmen hält das feindliche Angebot für eine Unterbewertung seiner liquiden Mittel, seiner EU-GMP-zertifizierten Anlagen, seiner internationalen Wachstumsplattform und des künftigen Potenzials.

Nach Darstellung von Aurora wurde das ATM-Programm bereits im Februar 2026 öffentlich angekündigt – mehr als sechs Monate vor dem Start des Übernahmeangebots. Es sei Teil einer langfristigen internationalen Wachstumsstrategie und solle unter anderem zusätzliche Anbaukapazitäten sowie wertsteigernde Übernahmen finanzieren.

  • Position von Curaleaf: Die weitere Aktienausgabe verwässert die Beteiligung bestehender Aktionäre und könnte die Übernahme verteuern.
  • Position von Aurora: Das Programm schafft Flexibilität für Investitionen und strategische Transaktionen und sei nicht erst als Reaktion auf das Angebot eingeführt worden.

Analysten-Einordnung

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Streit inzwischen nicht nur die Bewertung Auroras, sondern auch die Kontrolle über die Kapitalstruktur betrifft. Der zeitliche Ablauf stärkt Auroras Argument, dass das ATM-Programm ursprünglich für Wachstum vorgesehen war. Er beantwortet jedoch nicht die entscheidende Frage, ob eine fortgesetzte Aktienausgabe während eines laufenden Übernahmeangebots im Interesse der Aktionäre liegt.

Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die regulatorische Entscheidung unmittelbar auf die Übernahmedynamik wirken kann. Ein Stopp des Programms würde die Zahl potenziell neu ausgegebener Aktien begrenzen und könnte die Position des Bieters stärken. Eine Fortsetzung gäbe Aurora dagegen zusätzlichen finanziellen Spielraum, würde aber das Verwässerungsrisiko erhöhen. Der aktuelle Kurs von 3,30 Euro ist wegen der unterschiedlichen Währungen nicht direkt mit dem Angebot von 4,00 US-Dollar vergleichbar. Die positive Tagesbewegung von 3,32 Prozent steht zudem einer negativen Jahresbilanz von 9,59 Prozent gegenüber.

Fazit & Ausblick

Im Mittelpunkt steht nun die beschleunigte Prüfung durch die Alberta Securities Commission. Bis zu einer Entscheidung bleibt das Curaleaf-Angebot aus Sicht des Bieters bestehen, während Aurora an seiner eigenständigen Wachstumsstrategie festhält. Anleger sollten insbesondere verfolgen, ob die Aufsicht das ATM-Programm vorübergehend stoppt und wie beide Unternehmen ihre Argumente gegenüber den Aktionären weiter zuspitzen.

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