AT&S Austria Techn. Aktie: Deutsche Bank senkt Kursziel auf 220 Euro, bestätigt Buy
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Die Deutsche Bank senkt ihr Kursziel für AT&S von 380 auf 220 Euro und hält an der Kaufempfehlung fest.
- Die Aktie verlor am Freitag in Wien weitere 4,0 Prozent auf 105,80 Euro, nach einem Minus von 15,6 Prozent am Vortag.
- Im zweiten Quartal 2026/27 erzielte AT&S mit 681,9 Millionen Euro Umsatz und 125,4 Millionen Euro Konzerngewinn Rekordwerte.
- Der Ausblick für 2026/27 bleibt unverändert: AT&S erwartet 45 bis 55 Prozent währungsbereinigtes Umsatzwachstum.
Marktanalyse & Details
Kursziel deutlich reduziert, Kaufempfehlung bleibt
Die Deutsche Bank hat ihr Kursziel für AT&S nach der jüngsten Ergebnisvorlage von 380 auf 220 Euro gesenkt. Die Einstufung bleibt „Buy“. Damit reagiert die Bank auf die Zahlen und Aussichten des Leiterplatten- und IC-Substrat-Herstellers, während die Aktie zugleich unter Druck steht: Nach dem Einbruch um 15,6 Prozent am Donnerstag gab sie am Freitag weitere 4,0 Prozent auf 105,80 Euro nach. Der bereitgestellte spätere Kursindikator von 104,20 Euro entsprach einem Tagesminus von 4,05 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie dennoch um 223,6 Prozent im Plus.
Rekordgeschäft trifft auf hohe Erwartungen
AT&S steigerte den Umsatz im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 währungsbereinigt um 52 Prozent auf 681,9 Millionen Euro. Das EBITDA erreichte 244 Millionen Euro, die Marge 35,8 Prozent. Der Konzerngewinn lag bei 125,4 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal ein Verlust von 7,6 Millionen Euro angefallen war. Auch für das Gesamtjahr hält das Unternehmen an seiner Prognose fest: Das währungsbereinigte Umsatzwachstum soll 45 bis 55 Prozent betragen, die EBITDA-Marge 32 bis 37 Prozent.
Die starke operative Entwicklung wird von einem umfangreichen Investitionsprogramm begleitet. Für 2026/27 plant AT&S Investitionen von 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro, unter anderem in den Kapazitätsausbau. Zugleich sank der operative Cashflow im ersten Halbjahr auf 100,4 Millionen Euro nach 209,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der operative Free Cashflow war mit 11 Millionen Euro negativ; das Unternehmen führt dies unter anderem auf den höheren Working-Capital-Bedarf und die Verringerung des Factoring-Programms zurück.
Analysten-Einordnung: Die Kurszielkürzung bei unverändertem „Buy“-Votum signalisiert, dass die Deutsche Bank zwar weiter an die Wachstumsperspektive glaubt, die Bewertung beziehungsweise die Erwartungen nach den jüngsten Zahlen aber vorsichtiger ansetzt. Dies deutet darauf hin, dass der Markt nicht allein auf Rekordumsatz und Gewinn blickt: Entscheidend wird auch sein, ob AT&S den Kapazitätsausbau finanziert, die hohen Margen hält und das Wachstum in nachhaltig starken Mittelzufluss umsetzt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung ein Spannungsfeld zwischen kräftiger Nachfrage aus KI- und Cloud-Anwendungen und den Risiken hoher Investitionen sowie schwächerer kurzfristiger Cashflow-Kennzahlen.
Fazit & Ausblick
AT&S bestätigt für 2026/27 seine ambitionierte Wachstums- und Margenprognose; zugleich zeigt der deutliche Rückgang der Aktie, dass starke Quartalszahlen die Erwartungen des Marktes nicht automatisch erfüllen. Im Fokus stehen nun die Umsetzung der Kapazitätserweiterungen und die Entwicklung des operativen Cashflows. Einen Termin für die nächste Zahlenvorlage enthalten die vorliegenden Angaben nicht.
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