AST SpaceMobile stürzt nach Raketenexplosion ab: Deutsche Bank stuft Aktie auf Halten herab
Kurzüberblick
Die Aktie von AST SpaceMobile (ASTS) ist am Freitag, den 29. Mai 2026, um rund 19 Prozent eingebrochen und notierte zwischenzeitlich bei etwa 108,68 US-Dollar. Auslöser war die Explosion einer New-Glenn-Rakete von Blue Origin am Vorabend auf Cape Canaveral. Die Deutsche Bank stufte die Aktie umgehend von „Kaufen" auf „Halten" herab und senkte das Kursziel von 117 auf 106 US-Dollar. Analysten befürchten, dass der Vorfall den gesamten Startplan von AST SpaceMobile um bis zu sechs Monate verzögern könnte, da das Unternehmen auf die New Glenn angewiesen ist, um sein Ziel von 45 Satelliten im Orbit bis Ende 2026 zu erreichen.
Marktanalyse & Details
Raketenexplosion als Katalysator für den Kurssturz
Die „katastrophale Explosion" der New Glenn-Rakete, wie die Deutsche Bank sie nannte, hat nicht nur die Startanlage schwer beschädigt, sondern auch die Zuversicht der Anleger in die zeitliche Umsetzung des AST-Satellitennetzwerks erschüttert. Der gesamte Sektor der Raumfahrtaktien geriet unter Druck, mit weiteren deutlichen Verlusten unter anderem bei:
- Momentus: -17%
- Redwire: -16%
- Intuitive Machines: -15%
- Sidus Space: -14%
- Firefly: -11%
Strategische Abhängigkeit von Blue Origin
Der Kern der Analystensorge liegt in der strategischen Abhängigkeit von Blue Origin. William-Blair-Analyst Louis DiPalma wies darauf hin, dass AST SpaceMobile zwar auch auf die Raketen Falcon 9 von SpaceX und Vulcan von United Launch Alliance setzen kann, jedoch für das ambitionierte Ziel von 45 Satelliten bis Jahresende zwingend auf die New Glenn angewiesen war. „Diese Explosion bedeutet eine Verzögerung von mindestens sechs Monaten für den vollständigen Netzausbau", so DiPalma. „Ohne Blue Origin wird AST sein Ziel nicht erreichen können, was auch die geplanten Kundentests mit Mobilfunkanbietern gefährdet." DiPalma betonte jedoch, dass die Tests möglicherweise noch in diesem Jahr mit rund 20 Satelliten stattfinden könnten, was einen intermittierenden Dienst ermöglichen würde. Sollte sich der Dienst als außergewöhnlich gut erweisen, seien Investoren und Netzbetreiber bereit, die Verzögerung zu verzeihen.
Analysten-Einordnung: Zwei gegenläufige Szenarien
Für Anleger bedeutet diese Entwicklung eine Abwägung zwischen kurzfristigem Rückschlag und langfristiger Perspektive. Die Deutsche Bank sieht das Risiko einer sechsmonatigen Verzögerung als zu hoch an, um die Aktie weiterhin zu kaufen. William Blair hingegen bleibt neutral, da das Potenzial des Dienstes – falls er sich als überlegen erweist – die Verzögerung mehr als wettmachen könnte. Die größte langfristige Bedrohung bleibt die Konkurrenz durch Amazon (AMZN) mit seinem Project Kuiper, das ebenfalls stark von der New Glenn abhängig ist.
Fazit & Ausblick
Der Kurseinbruch von AST SpaceMobile ist eine direkte Folge des physischen Rückschlags auf der Startrampe und der damit verbundenen Verzögerung des Geschäftsmodells. In den nächsten Tagen wird das Management voraussichtlich einen überarbeiteten Zeitplan vorlegen. Der Markt preist derzeit eine Verzögerung von mindestens sechs Monaten ein. Sollte AST SpaceMobile alternative Startmöglichkeiten oder eine Beschleunigung der Tests mit einer kleineren Satellitenflotte präsentieren, könnte die Aktie kurzfristig Boden gutmachen. Andernfalls droht weiterer Abgabedruck, bis Klarheit über die neuen Meilensteine herrscht.
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