ASML in Goldmans Conviction-List: Mehr Auftragssicht, steigende Margen bis 2029 – Aktie bleibt gefragt
Kurzüberblick
Goldman hat ASML in die eigene Conviction-List für Europa aufgenommen. Im Fokus steht dabei eine deutlich bessere Planbarkeit bei Kapazitätserweiterungen – gestützt durch starken Auftragseingang sowohl im Logic- als auch im DRAM-Segment. Für die kommenden Jahre leitet die Analyse daraus einen positiveren Ergebnispfad ab.
Zur Einordnung: Die ASML-Aktie notiert am 03.08.2026 um 11:37 Uhr bei 1.421,60 EUR (plus 0,23% am Tag) und liegt seit Jahresbeginn um rund 54,19% vorn. Der Optimismus trifft jedoch auf anhaltende geopolitische Risiken, insbesondere durch Chinas Vorstöße bei lithografischen Werkzeugen und mögliche Verschärfungen bei Exporten.
Marktanalyse & Details
Analysten-Update: Auftragssicht und EPS-Impuls
Goldman verweist auf eine höhere Sichtbarkeit bei Kapazitätszuwächsen. Treiber sind laut Einschätzung:
- Starker Order-Intake in Logic und DRAM als Grundlage für die nächste Ausbaustufe
- Ergebniswirkung: Goldman sieht Potenzial für EPS FY27–FY29 um (5–18%) über den Konsenserwartungen
- Nicht nur „AI-Story“: Mehr als die Hälfte des erwarteten Umsatzwachstums soll aus Bereichen außerhalb von KI kommen – mit einer breiter werdenden Kundenbasis
Damit verschiebt sich der Fokus von reinen kurzfristigen Nachfrageimpulsen hin zu der Frage, wie robust sich der Wachstumsmotor in unterschiedlichen Endmärkten fortschreibt.
Margenpfad: Preissetzung, Mix und Operating Leverage
Ein zentrales Argument der Analysten ist die erwartete Margenexpansion: Die Analyse stellt eine Entwicklung von etwa 41% Marge im FY26 auf rund 50% bis FY29 in den Raum – unterstützt durch
- Pricing Power (Preissetzungsspielraum)
- Mix-Shift hin zu höher bepreisten Plattformen
- Operating Leverage durch Skaleneffekte bei steigender Auslastung
Analysten-Einordnung: Diese Kombination aus besserer Kapazitäts-Sicht und einem mittelfristig angelegten Margenaufbau deutet darauf hin, dass die Marktstory nicht allein von punktuellen Investitionszyklen abhängt. Für Anleger bedeutet das: Wenn sich die Auftragseingänge tatsächlich in eine planbare Auslieferungskurve übersetzen, dürfte der Bewertungsansatz stärker über Fundamentaldaten getragen werden – allerdings bleibt der Pfad anfällig für politische Eingriffe (China) und mögliche Verzögerungen in der Investitionsbereitschaft einzelner Chipsegmente.
China-Risiko: Lokale DUV-Tools und Exportkontrollen als Bremse
Parallel bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Berichte über den Beginn der Fertigung von immersion DUV-Tools in China haben zuletzt die Diskussion um einen möglichen Technologie-Shift weiter angeheizt. Gleichzeitig signalisiert die Marktsicht: Selbst wenn eine lokale Substitution mittelfristig an Bedeutung gewinnt, hängt die Geschwindigkeit stark von Qualität, Yield und Zuverlässigkeit ab.
- Die nächste Eskalationsstufe könnte über Exportkontrollen laufen, die (je nach Gesetzeslage) auch zusätzliche DUV-Kategorien betreffen könnten.
- Für den Markt ist entscheidend, wie stark China mittelfristig Umsatzanteile verschiebt – insbesondere, weil ASML laut früheren Einschätzungen einen substanziellen Anteil am China-Geschäft erwartet (um die 20% des Umsatzes bzw. rund 9 Mrd. EUR).
Ergebnis: Kurzfristig kann es bei ASML weiterhin zu hoher Volatilität kommen, wenn neue politische oder technologische Signale die Erwartungen drehen.
Lieferketten & Innovation: Zeiss bestätigt Kapazität – Alternativen bleiben experimentell
Für die operative Perspektive stützt ein weiterer Punkt die Planbarkeit: Ein wichtiger Zulieferer hat sich dazu geäußert, dass er die Nachfrage nach kritischen AI-Bauteilen bedienen kann. Zusätzlich zeigt der Branchenblick auf frühe „Beyond-EUV“-Konzepte, dass der Innovationswettlauf weiterläuft – auch wenn entsprechende Ansätze derzeit eher als langfristige Option denn als unmittelbare Bedrohung für die bestehende EUV-Dominanz einzuordnen sind.
Fazit & Ausblick
Goldmans Aufnahme in die Conviction-List setzt ein klares Signal: Mehr Auftragssicht, steigende Margen und ein breiterer Nicht-KI-Wachstumsbeitrag sollen den Investment-Case untermauern. Für die nächsten Schritte wird der Markt besonders darauf schauen, ob sich die Nachfrage in den nächsten Quartalen planmäßig in Bestellungen, Auslieferungen und Margenentwicklung übersetzt – und wie sich gleichzeitig die Debatten rund um Exportkontrollen und China-Lieferketten weiterentwickeln.
In den kommenden Quartalsupdates dürfte zudem die Diskussion um Kapazitätsausbau und technische Fortschritte bei Lithografie-Werkzeugen die Volatilität bestimmen.
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