Array Technologies Aktie: Mizuho sieht Erholung 2027 und senkt Kursziel auf 5 Dollar
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Mizuho stuft Array Technologies von „Neutral“ auf „Outperform“ hoch, senkt das Kursziel aber von 7 auf 5 US-Dollar.
- Für 2027 erwartet die Bank 1,72 Milliarden US-Dollar Umsatz und 276 Millionen US-Dollar bereinigtes EBITDA.
- Der Auftragsbestand von 2,5 Milliarden US-Dollar stützt laut Mizuho die Umsatzsichtbarkeit; rund 1,1 Milliarden US-Dollar entfallen auf 2027.
- Nach der Übernahme stieg der Nettoverschuldungsgrad im dritten Quartal auf das 3,2-Fache; Mizuho rechnet 2027 mit einem Rückgang unter das 1,5-Fache.
Marktanalyse & Details
Höhere Bewertung trotz niedrigerem Kursziel
Mizuho sieht nach dem starken Kursrückgang ein attraktiveres Chance-Risiko-Verhältnis und hält Sorgen über eine nachlassende Nachfrage sowie den Finanzierungsbedarf für übertrieben. Die Hochstufung auf „Outperform“ war mit einer deutlichen Kürzung des Kursziels verbunden: Statt 7 US-Dollar nennt die Bank nun 5 US-Dollar. Als Gründe führt sie die Kosten der Übernahme von Affordable Wire Management, einen Vorzugskapitalanspruch und höhere Kapitalkosten an.
Die Aktie lag am 19. Oktober laut den vorliegenden Marktdaten bei 3,07 Euro und damit seit Jahresbeginn 63,4 Prozent im Minus. Der starke Rückgang bildet den Hintergrund für Mizuho’s optimistischere Einstufung, beseitigt aber die bilanziellen und operativen Risiken nicht.
Auftragsbestand soll Erholung tragen
Für 2027 prognostiziert Mizuho einen Umsatz von 1,72 Milliarden US-Dollar und ein bereinigtes EBITDA von 276 Millionen US-Dollar. Das liegt nach Einschätzung der Bank 6 beziehungsweise 9 Prozent über dem Analystenkonsens. Grundlage sind ein gut sichtbarer Auftragsbestand und erwartete operative Verbesserungen, wenn die jüngsten Übernahmen stärker zum Ergebnis beitragen.
- Array meldete zum Ende des zweiten Quartals einen Auftragsbestand von 2,5 Milliarden US-Dollar.
- Etwa 80 Prozent davon sollen in den folgenden sechs Quartalen abgearbeitet werden.
- Rund 1,1 Milliarden US-Dollar des Bestands entfallen auf 2027 und decken damit etwa 64 Prozent von Mizuho’s Umsatzprognose ab; der Auftragsbestand des übernommenen Unternehmens ist dabei nicht enthalten.
Gleichzeitig hat Mizuho seine bereinigten EBITDA-Schätzungen für 2026, 2027 und 2028 auf 219, 276 und 290 Millionen US-Dollar gesenkt. Zuvor lagen die Prognosen bei 225, 280 und 300 Millionen US-Dollar. Die Anpassung spiegelt unter anderem eine vorsichtigere Erwartung für die Entwicklung der Bruttomarge im Tracker-Geschäft wider.
Verschuldung und Verzögerungen bleiben zentrale Risiken
Nach der Übernahme stieg der Nettoverschuldungsgrad im dritten Quartal auf das 3,2-Fache, verglichen mit dem 2,1-Fachen im zweiten Quartal. Mizuho erwartet zum Jahresende 2026 einen Wert von 2,5 und für 2027 weniger als 1,5, sofern Ergebniswachstum und Cash-Konversion wie prognostiziert vorankommen. Zudem rechnet die Bank damit, dass Array die im Dezember 2028 fällige Wandelanleihe über 325 Millionen US-Dollar Ende 2027 refinanziert. Bei anhaltend hohen Zinsen könnten dadurch 2028 rund 23 Millionen US-Dollar zusätzliche Zinsaufwendungen entstehen.
Ein Teil der für das dritte Quartal erwarteten Umsätze verschob sich wegen Verzögerungen bei Genehmigungen und der Baustellenbereitschaft ins vierte Quartal. Weitere Verschiebungen könnten den Jahresumsatz belasten; Mizuho sieht in den eigenen Prüfungen bislang jedoch keine Bestätigung für zusätzliche Verzögerungen. Als begrenzt bewertet die Bank außerdem Risiken durch mögliche Wechselrichterbeschränkungen, Zölle, die Stromnetzpolitik und die Zwischenwahlen für Projekte mit geplantem Netzanschluss 2026 bis 2028, da viele davon bereits Ausrüstung, Abnahmeverträge und Finanzierung gesichert hätten.
Analysten-Einordnung: Die Hochstufung ist vor allem eine Wette darauf, dass der Auftragsbestand in planbare Umsätze umgewandelt wird und die Übernahmen ab 2027 den operativen Hebel verbessern. Dies deutet darauf hin, dass Mizuho den kräftigen Kursrückgang als überzogen einschätzt, nicht aber die Risiken ignoriert: Das niedrigere Kursziel, die nach unten angepassten EBITDA-Prognosen und der hohe Verschuldungsgrad zeigen, dass die Erholung erst durch bessere Margen und freien Mittelzufluss bestätigt werden muss. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass neben dem Auftragsbestand insbesondere die Quartalsumsätze, die Cash-Konversion und der Schuldenabbau entscheidend sind.
Fazit & Ausblick
Der nächste wichtige Prüfstein ist, ob Array die verschobenen Umsätze im vierten Quartal realisiert und die Verschuldung anschließend wie von Mizuho erwartet zurückführt. Die Prognose für 2027 bietet Aufwärtspotenzial, ist aber von operativer Umsetzung und einer erfolgreichen Refinanzierung abhängig. Mizuho nennt für sein Bewertungsmodell ein Basiskursziel von 5 US-Dollar, eine optimistische Variante von 9 US-Dollar und ein negatives Szenario von 2 US-Dollar.
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