Aroundtown bestätigt Jahresprognose trotz Gewinnrückgang und höherer Finanzierungskosten

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Aroundtown erzielt im ersten Halbjahr 2026 einen FFO I von 143,8 Millionen Euro, 4,4 Prozent weniger als im Vorjahr.
  2. Der Nettogewinn sinkt wegen höherer Finanzierungskosten und geringerer Bewertungsgewinne auf 218,1 Millionen Euro.
  3. Die Nettomieteinnahmen bleiben mit knapp 591 Millionen Euro stabil; like-for-like steigen die Mieten um 2,7 Prozent.
  4. Der Vorstand bestätigt für 2026 einen FFO I von 275 bis 305 Millionen Euro.

Marktanalyse & Details

Stabile Mieten, rückläufiger FFO

Aroundtown hat im ersten Halbjahr 2026 operativ eine robuste Entwicklung gezeigt. Die Nettomieteinnahmen blieben mit knapp 591 Millionen Euro nahezu stabil. Auf vergleichbarer Basis erhöhten sich die Mieten um 2,7 Prozent. Der Konzernumsatz erreichte 761,7 Millionen Euro und lag damit 0,4 Prozent über dem Vorjahreswert.

Der für Immobilienunternehmen besonders wichtige FFO I ging hingegen um 4,4 Prozent auf 143,8 Millionen Euro zurück. Das entspricht 0,13 Euro je Aktie. Im zweiten Quartal übertraf der Umsatz mit 382,0 Millionen Euro die Markterwartung von 380,3 Millionen Euro knapp.

Finanzierungskosten und Bewertung belasten Ergebnis

Der Nettogewinn fiel im ersten Halbjahr auf 218,1 Millionen Euro, nach 578 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal sank das Nettoergebnis auf 99,2 Millionen Euro, verglichen mit 259,4 Millionen Euro im Vorjahr. Aroundtown führt den deutlichen Rückgang vor allem auf höhere Finanzierungskosten und geringere Bewertungsgewinne bei den Immobilien zurück.

Diese Entwicklung zeigt die unterschiedliche Aussagekraft der Kennzahlen: Während das Nettoergebnis stark von Immobilienbewertungen abhängt, bildet der FFO I die laufende Ertragskraft des Vermietungsgeschäfts besser ab. Der Rückgang beim FFO signalisiert daher zwar eine Belastung, fällt aber deutlich moderater aus als der Einbruch beim Nettogewinn.

Wohnungen und Hotels stärker als deutsche Büros

Nach Unternehmensangaben entwickelten sich das Wohnungs- und Hotelgeschäft besonders positiv. Das deutsche Büroportfolio blieb dagegen gedämpft. Damit spiegelt Aroundtown die anhaltende Zweiteilung am Immobilienmarkt wider: Wohn- und hotelnahe Vermietung zeigen mehr operative Dynamik, während Büros stärker unter schwächerer Nachfrage, höheren Finanzierungskosten und anspruchsvolleren Bewertungen stehen.

Analysten-Einordnung: Warburg bewertet die Aktie mit „Buy“ und einem Kursziel von 3,80 Euro, während Berenberg ein „Hold“-Urteil mit einem Kursziel von 4,00 Euro abgibt. Dies deutet darauf hin, dass die Analysten die operative Stabilität und das Erholungspotenzial des Immobilienportfolios höher gewichten als die kurzfristige Belastung durch Finanzierungskosten und Bewertungsverluste. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die bestätigte Prognose zwar Planungssicherheit schafft, der Büroanteil und das Zinsumfeld aber zentrale Risikofaktoren bleiben.

Aktie bleibt trotz bestätigter Prognose unter Druck

Die Aroundtown-Aktie notierte am 28. August 2026 bei 1,993 Euro und lag damit seit Jahresbeginn rund 25 Prozent im Minus. Die Tagesbewegung von plus 0,1 Prozent fiel trotz der bestätigten Prognose nur gering aus. Der Kursverlauf zeigt, dass der Markt die Belastungen bei Finanzierung und Immobilienbewertung weiterhin stärker einpreist als die stabile operative Mietentwicklung.

Fazit & Ausblick

Aroundtown hält an seinem FFO-I-Ziel von 275 bis 305 Millionen Euro für 2026 fest. Die Prognosespanne reicht damit von leicht unter bis über den Vorjahreswert von 288 Millionen Euro. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung sind die Entwicklung der Finanzierungskosten, mögliche Bewertungsgewinne sowie eine Belebung des deutschen Bürogeschäfts. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob die starke Entwicklung bei Wohnungen und Hotels die Schwäche im Bürosegment ausgleichen kann.

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