Applied Digital steigt nach 7,5-Mrd.-$-Hyperscaler-Deal: Polaris Forge 3 sichert 300 MW und erweitert AI-Factory-Kapazität
Kurzüberblick
Applied Digital hat am 20. Mai 2026 eine neue, langfristige Weichenstellung im KI-Rechenzentrums-Portfolio bekannt gegeben: Für den vierten AI-Factory-Standort Polaris Forge 3 geht das Unternehmen eine 15-jährige Take-or-Pay-Leasingvereinbarung mit einem US-basierten Hyperscaler ein. Der Vertrag ist auf eine elektrische Gesamtleistung ausgelegt, die für schwere KI-Workloads dimensioniert wurde.
Im Handel zeigte die Aktie ein starkes Momentum: Zuletzt lag sie bei 36,92 € (+17,73% am Tag, +71,72% seit Jahresbeginn). Der Markt reagierte offenbar positiv auf das Paket aus Vertragsvolumen, Kapazitätssicherheit und der Ausweitung der bereits unter Vertrag stehenden Rechenzentrumsleistung.
Marktanalyse & Details
Vertragsdetails: 300 MW IT-Load und 15 Jahre Take-or-Pay
Der Deal betrifft den Standort Polaris Forge 3 in einem nördlichen US-Bundesstaat. Laut Unternehmensangaben ist der Campus so ausgelegt, dass er 300 MW IT-Load bereitstellt. Dazu wird etwa 430 MW an netzverbundener Versorgungsleistung (Utility Power) eingeplant.
- Laufzeit: 15 Jahre
- Standort: Polaris Forge 3 (nördlicher US-Bundesstaat)
- Leistungsumfang: 300 MW IT-Load; ca. 430 MW Utility Power
- Vertragsstruktur: Take-or-Pay (Mindestabnahme/Verpflichtungslogik)
Wert des Vertrags: 7,5 Mrd. $ Basis – bis 18,2 Mrd. $ mit Optionen
Für Anleger entscheidend ist die finanzielle Dimension der Vereinbarung: Die Basislaufzeit ist mit ca. 7,5 Mrd. US-Dollar an vertraglich fixiertem Umsatz (base-term contracted revenue) beziffert. Bei vollständiger Ausübung aller Optionen kann der Vertragswert auf bis zu ca. 18,2 Mrd. US-Dollar steigen.
Damit erweitert sich die Gesamtbasis der bereits vertraglich gesicherten Leasingerlöse: Applied Digital nennt für die vier AI-Factory-Campusse insgesamt 31 Mrd. US-Dollar an contracted lease revenue. Unter Einbezug sämtlicher Verlängerungsoptionen steigt das Gesamtvolumen auf 73 Mrd. US-Dollar.
Kapazitäts-Meilenstein: über 1 GW und insgesamt 1.200 MW IT-Load
Operativ unterstreicht das Unternehmen einen weiteren Meilenstein: Mit Polaris Forge 3 überschreitet die vertraglich gebundene Kapazität die 1-GW-Schwelle. Gesamt betrachtet kommt das Portfolio auf 1.200 MW IT-Load und etwa 1.670 MW Utility Power über alle vier AI-Factory-Campusse hinweg.
Zusätzlich betont Applied Digital, dass rund 65% der contracted revenue durch US-basierte, „investment grade“ Hyperscaler abgesichert ist. Für die Marktqualität der Erlöse ist das ein wichtiger Punkt, weil es tendenziell das Ausfallrisiko des Vertragspartners reduziert.
Analysten-Einordnung
Dies deutet darauf hin, dass Applied Digital seine Position im KI-Rechenzentrumsmarkt gezielt über langfristig vertraglich gesicherte Kapazität stärkt. Für Anleger bedeutet die Kombination aus (1) Take-or-Pay-Vertragslogik, (2) Ausbau der AI-Factory-Flotte auf insgesamt 1,2 GW IT-Load und (3) stärkerer Portfolio-„Investment-Grade“-Absicherung vor allem eines: Die Sichtbarkeit zukünftiger Umsätze dürfte sich verbessern – allerdings nur, wenn Umsetzung, Stromverfügbarkeit und Inbetriebnahme der Standorte planmäßig erfolgen. Gerade bei solchen Projekten bleibt die zentrale Bewertungsfrage, wie zuverlässig Zeitpläne und Kapitalkosten eingehalten werden, bis die Kapazität tatsächlich kommerziell abrufbar wird.
Warum der Markt reagiert: Cashflow-Sicht und Strom als Engpass
Der Kursanstieg passt zu der Logik vieler Marktteilnehmer im Datacenter-Sektor: Nicht allein die Fläche oder die Rechenleistung zählt, sondern auch die Absicherung der Energieversorgung und die vertragliche Planbarkeit der Erlöse. Indem der Deal explizit Utility Power sowie IT-Load dimensioniert, wird die zentrale Schwachstelle vieler Projekte – der Stromzugang für KI-Workloads – in der Wertkette stärker „nach vorn“ abgesichert.
Fazit & Ausblick
Mit Polaris Forge 3 baut Applied Digital die AI-Factory-Kapazität weiter aus und sichert sich zusätzliche Leasingerlöse in einem Umfang, der das Portfolio auf 1 GW+ vertraglich gebundene Kapazität hebt. Für die nächsten Schritte wird entscheidend sein, ob die Umsetzung des Standorts und die Inbetriebnahmephase wie geplant voranschreiten.
Als nächster pragmatischer Prüfstein für Anleger bietet sich der Blick auf Quartalsberichte und Projekt-Updates an: Insbesondere Aussagen zu Baufortschritt, Strombeschaffung und Umsatzrealisierung dürften zeigen, wie schnell der Vertragshebel aus dem Papier in belastbare Ergebnisse übersetzt wird.
Hinweise zu diesem Inhalt
Diese Inhalte wurden ganz oder teilweise automatisiert unter Einsatz künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler, Ungenauigkeiten oder unvollständige Informationen enthalten. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen.
Die Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen keine individuelle, fachkundige Beratung.
Eine Haftung für Vermögensschäden oder sonstige Schäden, die aus der Nutzung der Inhalte entstehen, ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen.