Apple-Patentfall: Jury spricht 5,7 Milliarden Dollar zu – Burford Capital warnt vor Risiken
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Jury sprach Taction Technology im Patentverfahren gegen Apple 5,7 Milliarden US-Dollar Schadenersatz zu.
- Burford Capital könnte bei vollständiger Zahlung des Urteils rechnerisch Anspruch auf 1,4 Milliarden US-Dollar haben.
- Der Betrag wäre ungefähr zur Hälfte Burfords eigener Bilanz und zur Hälfte seinen Investmentfonds zuzurechnen.
- Das Urteil ist nicht rechtskräftig; Nachverfahren, Berufung und Einziehung können die tatsächliche Erholung deutlich mindern oder verhindern.
Marktanalyse & Details
Rechnerischer Anspruch ist noch kein Zahlungseingang
Im Verfahren Taction Technology, Inc. gegen Apple Inc. sprach eine Jury dem Kläger am 25. September nach Börsenschluss 5,7 Milliarden US-Dollar Schadenersatz zu. Burford Capital hat an dem Fall eine finanzielle Beteiligung. Nach Angaben des Prozessfinanzierers läge sein Anspruch bei einer Zahlung in voller Höhe des Jury-Urteils bei 1,4 Milliarden US-Dollar. Davon entfiele ungefähr die Hälfte auf Burfords Bilanz und die andere Hälfte auf Investmentfonds.
Burford betont jedoch, dass das Jury-Votum weder ein endgültiges Urteil noch ein Zahlungseingang ist. Apple kann unter anderem beantragen, das Jury-Urteil aufzuheben. Zudem ist mit einer Prüfung durch ein Berufungsgericht zu rechnen. Auch die Durchsetzung und Einziehung eines möglichen Anspruchs kann weitere Verfahren und erhebliche Zeit erfordern.
Analysten-Einordnung
Die hohe Urteilssumme ist für Burford ein möglicher Werttreiber, sollte aber nicht wie ein bereits realisierter Vermögenswert behandelt werden. Dies deutet darauf hin, dass der Fall vor allem ein langfristiges und stark unsicheres Potenzial darstellt: Nachverfahren, Berufung, Vergleich und Einziehungsrisiken können die letztliche Zahlung erheblich verändern. Burford weist selbst darauf hin, dass eine deutlich niedrigere Erholung oder unter bestimmten Umständen ein Totalverlust möglich ist. Der tatsächliche Anspruch hängt außerdem von der Finanzierungsvereinbarung sowie Gebühren, Kosten, Steuern und weiteren Abzügen ab.
Zum 28. September um 12:11 Uhr notierte die Aktie auf Lang & Schwarz bei 3,367 Euro und damit 8,58 Prozent über dem Vortag. Seit Jahresbeginn lag sie zugleich 56,39 Prozent im Minus. Die Tagesbewegung fällt zeitlich mit der Mitteilung zusammen, belegt für sich genommen aber nicht, dass das Jury-Urteil die Kursentwicklung verursacht hat.
Fazit & Ausblick
Für Anleger sind die nächsten Verfahrensschritte entscheidend: zunächst mögliche Anträge nach dem Jury-Urteil, anschließend eine mögliche Berufung und schließlich die Frage, ob und in welcher Höhe Geld tatsächlich eingezogen wird. Burford nannte keinen Zeitplan und machte keine Zusage zur Höhe einer späteren Erholung. Bis zu einer endgültigen Lösung bleibt der rechnerische Anspruch daher ein unsicherer Bestandteil der möglichen Fallentwicklung, kein gesicherter Erlös.
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