AMD erhält Overweight-Rating: Piper Sandler sieht Kursziel bei 600 US-Dollar
Kurzüberblick
- Piper Sandler startet die AMD-Bewertung mit Overweight und einem Kursziel von 600 US-Dollar.
- Analyst David O'Connor erwartet Rückenwind durch Agentic AI, Server-CPUs und den Ausbau des GPU-Geschäfts.
- Für 2027 rechnet Piper Sandler mit 1,5 Millionen ausgelieferten AMD-GPUs, etwa doppelt so vielen wie im Vorjahr.
- Die AMD-Aktie notiert am 11. September 2026 bei 442,35 Euro und liegt seit Jahresbeginn 140,67 Prozent im Plus.
Marktanalyse & Details
Piper Sandler setzt auf AMDs KI- und Servergeschäft
Piper-Sandler-Analyst David O'Connor hat die Beobachtung von Advanced Micro Devices mit dem Rating Overweight aufgenommen und ein Kursziel von 600 US-Dollar festgelegt. Die Investmentthese stützt sich vor allem auf die wachsende Nachfrage nach Rechenleistung für Agentic AI. Diese Anwendungen benötigen neben Beschleunigern auch leistungsfähige Server-CPUs, wodurch AMD zusätzliche Wachstumschancen im Wettbewerb mit Intel erhält.
Für das GPU-Geschäft erwartet Piper Sandler eine deutliche Beschleunigung. Der Analyst rechnet 2027 mit 1,5 Millionen ausgelieferten GPUs. Das entspräche einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahr und steht im Zusammenhang mit dem Hochlauf der Mi450-Plattform sowie der Zusammenarbeit mit großen Kunden wie OpenAI, Meta und Anthropic.
Unternehmensprognosen erhöhen die Wachstumsfantasie
AMD-Finanzchefin Jean Hu hatte Anfang September erklärt, dass der adressierbare Markt des Unternehmens bis 2030 bis zu 3 Billionen US-Dollar erreichen könne. Im Juli hatte AMD den Markt noch auf rund 2 Billionen US-Dollar geschätzt. Als Wachstumstreiber nannte Hu GPUs, CPUs und KI-PCs. Zudem soll sich das Datacenter-Geschäft im kommenden Jahr verdoppeln.
- AMD plant die Einführung einer neuen GPU im laufenden Quartal.
- Das GPU-Geschäft soll im vierten Quartal und im kommenden Jahr schneller wachsen.
- Eine höhere CPU-Versorgung soll das Geschäft im zweiten Halbjahr um mehr als 80 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ausweiten.
- O'Connor modelliert für AMD bis 2030 ein Umsatzwachstum von 50 Prozent pro Jahr.
Aktie bereits stark gelaufen
Die AMD-Aktie ist am 11. September 2026 an der Lang & Schwarz Exchange mit 442,35 Euro bewertet worden. Gegenüber dem vorherigen Schlusskurs lag sie 2,14 Prozent höher; seit Jahresbeginn summiert sich der Anstieg auf 140,67 Prozent. Die starke Kursentwicklung zeigt, dass ein erheblicher Teil der KI- und Serverwachstumsfantasie bereits im Aktienkurs verarbeitet sein dürfte.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die Investmentthese bei AMD zunehmend über den klassischen CPU-Wettbewerb hinausgeht. Entscheidend wird, ob das Unternehmen die erwartete GPU-Rampe tatsächlich in belastbares Umsatz- und Gewinnwachstum übersetzen kann. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung eine attraktive, aber anspruchsvoll bewertete Wachstumsstory: Das Overweight-Rating liefert Rückenwind, ersetzt jedoch keine Prüfung von Ausführung, Lieferfähigkeit und Nachfrage nach den neuen Beschleunigern. Das Kursziel von 600 US-Dollar ist außerdem wegen der unterschiedlichen Währungen nicht direkt mit dem aktuellen Euro-Kurs vergleichbar.
Fazit & Ausblick
AMD erhält mit der neuen Overweight-Einstufung und dem Kursziel von 600 US-Dollar zusätzliche Unterstützung von der Analystenseite. Im Fokus stehen nun der GPU-Start im laufenden Quartal, der Hochlauf der Mi450-Plattform und die nächsten Aussagen zur Entwicklung des Datacenter-Geschäfts. Die kommenden Quartalszahlen müssen zeigen, ob die hohen Erwartungen an Agentic AI, Server-CPUs und GPUs bereits in den operativen Kennzahlen sichtbar werden.
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