Adler Group meldet 3,0 % Mietwachstum im H1: Schuldenabbau bleibt entscheidend
Kurzüberblick
- Adler Group steigert die flächenbereinigten Mieten im ersten Halbjahr 2026 um 3,0 %.
- Die operative Leerstandsquote sinkt auf 0,9 %, während das Berliner Mietportfolio 17.465 Einheiten umfasst.
- Nettoerlöse von 201 Mio. EUR aus Verkäufen fließen überwiegend in den Schuldenabbau.
- Trotz deutlich verbessertem operativem Ergebnis bleibt ein Nettoverlust von 160 Mio. EUR, belastet durch Zinsaufwendungen.
Marktanalyse & Details
Berliner Vermietungsgeschäft bleibt stabil
Die Adler Group hat im ersten Halbjahr 2026 die operative Entwicklung ihres verbliebenen Immobilienportfolios verbessert. Das flächenbereinigte Mietwachstum lag bei 3,0 %, die operative Leerstandsquote sank auf 0,9 %. Die durchschnittliche Wohnungsmiete stieg binnen Jahresfrist von 8,45 auf 8,68 EUR je Quadratmeter und Monat.
Zum 30. Juni 2026 umfasste das Mietportfolio 17.465 Einheiten. Davon befinden sich 17.416 Wohnungen im Raum Berlin. Der Wert des Mietportfolios beläuft sich auf 3,5 Mrd. EUR. Investitionen in klimafreundliche Heizsysteme, ein digitalisiertes Immobilienmanagement und schnellere Reparaturprozesse sollen die Qualität und Effizienz des Bestands weiter erhöhen.
Kleineres Portfolio drückt Mieteinnahmen und EBITDA
Die Nettomieteinnahmen gingen im ersten Halbjahr von 68 Mio. EUR im Vorjahr auf 63 Mio. EUR zurück. Maßgeblich dafür waren die Portfolioverkäufe im Jahr 2025 und weitere Veräußerungen im laufenden Jahr. Die Adler Group bestätigte dennoch ihre Prognose für die Nettomieteinnahmen 2026 von 124 bis 129 Mio. EUR.
Das Ergebnis aus operativer Tätigkeit verbesserte sich deutlich auf einen Verlust von 6 Mio. EUR nach einem Verlust von 215 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Ausschlaggebend waren vor allem geringere Abschreibungen und eine an die kleinere Unternehmensgröße angepasste Organisation. Das bereinigte EBITDA aus Vermietungsaktivitäten lag mit 37 Mio. EUR leicht unter dem Vorjahreswert.
Unter dem Strich verzeichnete Adler einen Nettoverlust von 160 Mio. EUR. Im Vorjahr hatte der Verlust 381 Mio. EUR betragen. Hohe Zinsaufwendungen verhinderten damit trotz der operativen Verbesserung weiterhin ein positives Nettoergebnis.
Schuldenabbau verbessert den zeitlichen Spielraum
Seit Jahresbeginn erzielte Adler Nettoerlöse aus Verkäufen von 201 Mio. EUR. Das Geld wurde überwiegend für die Reduzierung der Verschuldung und insbesondere für Teilrückzahlungen der 1L New Money Facility eingesetzt.
Nach Unternehmensangaben stehen bis Ende 2028 keine Fälligkeiten von Kapitalmarktverbindlichkeiten an. 97 % der gesamten Finanzschulden werden 2028 oder später fällig. Zum Ende des ersten Halbjahres verfügte Adler über liquide Mittel von 155 Mio. EUR. Der Loan-to-Value lag jedoch weiterhin bei 79,2 %.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass das operative Kerngeschäft des stark verkleinerten Berliner Portfolios an Stabilität gewinnt: Mietwachstum und eine Leerstandsquote von unter 1 % sprechen für eine robuste Nachfrage. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch noch keine vollständige Entwarnung. Der hohe Verschuldungsgrad und die zinsbedingten Nettoverluste bleiben die zentralen Risiken. Der Verkauf von Immobilien schafft kurzfristig Liquidität und reduziert Schulden, verringert zugleich aber die Ertragsbasis. Die Aktie notierte um 08:01 Uhr bei 0,127 EUR und lag damit 4,96 % im Plus; seit Jahresbeginn ergibt sich weiterhin ein Rückgang von 35,7 %.
Fazit & Ausblick
Adler Group macht im Vermietungsgeschäft Fortschritte und hält an der Jahresprognose für die Nettomieteinnahmen fest. Im Fokus stehen nun weitere Schuldenreduzierungen, die Entwicklung des Loan-to-Value und der Umgang mit den hohen Finanzierungskosten. Ein Webcast für Analysten und Investoren ist für den 27. August 2026 um 10:00 Uhr angesetzt. Dort dürfte insbesondere die weitere Refinanzierungs- und Verkaufsstrategie im Mittelpunkt stehen.
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