Abercrombie & Fitch hebt Jahresprognose an: Rekordumsatz und starker Q2-Gewinn
Kurzüberblick
- Abercrombie & Fitch erzielte im zweiten Quartal einen Rekordumsatz von 1,27 Mrd. USD und übertraf damit die Erwartungen.
- Der Gewinn je Aktie lag bei 4,17 USD; ohne eine Zollrückerstattung wären es rund 2,42 USD gewesen.
- Das Nettoergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr von 141,4 Mio. USD auf 183,7 Mio. USD.
- Für das Geschäftsjahr 2026 hebt der Konzern Umsatz-, Margen- und EPS-Prognose an und plant Aktienrückkäufe von mindestens 500 Mio. USD.
Marktanalyse & Details
Rekordquartal trotz regionaler Unterschiede
Abercrombie & Fitch hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn übertroffen. Die Erlöse stiegen gegenüber dem Vorjahr um 5,0 % auf 1,27 Mrd. USD. Damit meldete der Bekleidungskonzern das 15. Quartal in Folge mit Umsatzwachstum.
Das operative Ergebnis erhöhte sich von 206,7 Mio. USD im Vorjahr auf 252,7 Mio. USD. Die operative Marge erreichte 19,9 %. Das Nettoergebnis stieg um 29,9 % auf 183,7 Mio. USD. Gleichzeitig blieben die vergleichbaren Umsätze im Quartal unverändert, was zeigt, dass das Wachstum nicht ausschließlich aus einer höheren Nachfrage in bestehenden Filialen stammt.
Besonders dynamisch entwickelten sich die Abercrombie-Marken mit einem Umsatzplus von 8 %. Das Management verwies zudem auf eine beschleunigte Entwicklung in den amerikanischen Märkten und eine Verbesserung in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Die internationale Nachfrage bleibt jedoch ein Belastungsfaktor.
EPS deutlich über den Erwartungen – Zollrückerstattung beachten
Der ausgewiesene Gewinn je Aktie von 4,17 USD lag deutlich über der Markterwartung von rund 1,99 USD. Darin enthalten war jedoch ein positiver Effekt von 1,75 USD je Aktie aus Zollrückerstattungen im Zusammenhang mit dem International Emergency Economic Powers Act. Bereinigt um diesen Sondereffekt belief sich das EPS auf rund 2,42 USD und lag damit weiterhin über den Erwartungen.
Die Zahlen sprechen daher nicht nur für einen einmaligen Bilanzvorteil. Auch auf bereinigter Basis übertraf Abercrombie die Prognosen, während die operative Marge über dem bisherigen Ausblick lag.
Jahresprognose und Kapitalallokation
Für das Gesamtjahr erwartet Abercrombie & Fitch nun ein Umsatzwachstum von rund 5 %. Zuvor hatte die Spanne bei 3 bis 5 % gelegen. Die EPS-Prognose steigt von 10,20 bis 11,00 USD auf 13,10 bis 13,60 USD. Gleichzeitig hebt das Unternehmen seine Erwartung für die operative Marge von 12,0 bis 12,5 % auf 14,5 bis 15,0 % an.
- Für das dritte Quartal wird ein Umsatzwachstum von 5 bis 6 % erwartet.
- Die EPS-Prognose für das dritte Quartal liegt bei 2,90 bis 3,20 USD.
- Die Investitionsplanung für das Gesamtjahr steigt von 225 Mio. USD auf 250 Mio. USD.
- Seit Jahresbeginn wurden bereits rund 7 % der ausstehenden Aktien zurückgekauft.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Abercrombie & Fitch seine Erholung zunehmend in profitables Wachstum umsetzt. Der bereinigte Gewinnsprung ist belastbarer als der ausgewiesene EPS-Anstieg, weil er auch ohne die Zollrückerstattung über den Erwartungen lag. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch nicht, dass alle Risiken verschwunden sind: Unveränderte vergleichbare Umsätze, die schwächere internationale Nachfrage und steigende Investitionen bleiben wichtige Prüfsteine. Die geplanten Rückkäufe von mindestens 500 Mio. USD können den Gewinn je Aktie zusätzlich stützen, erhöhen aber zugleich die Bedeutung eines nachhaltig starken operativen Geschäfts.
Fazit & Ausblick
Abercrombie & Fitch startet mit einer deutlich besseren Gewinnbasis in die zweite Jahreshälfte. Entscheidend wird nun, ob der Konzern das erwartete Umsatzwachstum von 5 bis 6 % im dritten Quartal ohne erneute Sondereffekte erreicht und die operative Marge im angehobenen Jahreskorridor hält. Ebenso wichtig bleibt die Entwicklung der internationalen Märkte, da sie über die Nachhaltigkeit der Prognoseerhöhung mitentscheidet.
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