ABB Aktie: Rekordaufträge aus Rechenzentren treffen auf EPS-Enttäuschung
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- ABB meldete für das dritte Quartal einen Rekordauftragseingang, angetrieben von Rechenzentren und Versorgern.
- Die Aufträge stiegen laut vorliegenden Meldungen um 40 Prozent; der operative Gewinn übertraf die Erwartungen.
- Der Quartalsgewinn sank auf 1,181 Milliarden US-Dollar, das Ergebnis je Aktie von 0,65 US-Dollar blieb laut Berenberg unter den Erwartungen.
- Die ABB-Aktie notierte am 20. Oktober um 9:22 Uhr bei 76 Euro und damit 5,35 Prozent im Minus.
Marktanalyse & Details
Rechenzentren treiben die Nachfrage
ABB profitiert vom steigenden Bedarf an elektrischer Ausrüstung für Rechenzentren und Versorgungsnetze. Der starke Auftragseingang im dritten Quartal signalisiert, dass Kunden derzeit umfangreiche Investitionen in Elektrifizierung und Infrastruktur tätigen. Die Aufträge legten den vorliegenden Angaben zufolge um 40 Prozent zu und übertrafen damit die Erwartungen.
Gewinnkennzahlen senden ein gemischtes Signal
Der operative Gewinn lag über den Prognosen, zugleich ging der Quartalsgewinn im Jahresvergleich auf 1,181 Milliarden US-Dollar zurück. Das Ergebnis je Aktie betrug 0,65 US-Dollar und verfehlte laut Berenberg die Erwartungen. Damit stehen ein robuster Nachfrageindikator und ein enttäuschendes Ergebnis je Aktie nebeneinander.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Auftragsschub allein die kurzfristigen Erwartungen des Marktes nicht erfüllt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass neben dem Wachstum der Bestellungen auch entscheidend ist, wie ABB diese Nachfrage in Gewinn je Aktie übersetzt. Der Rückgang der Aktie um 5,35 Prozent bis zum genannten Kurszeitpunkt zeigt, dass die positiven Auftragsdaten die Ergebnisenttäuschung zunächst nicht aufwogen; daraus lässt sich jedoch keine eindeutige Ursache für den Kursrückgang ableiten.
Ausbau in Japan
Zusätzlich will ABB mit Mitsubishi Electric ein Gemeinschaftsunternehmen aufbauen und dafür 495 Millionen US-Dollar für eine kontrollierende Beteiligung zahlen. Die Vereinbarung soll ABBs Position in Japan stärken; laut den vorliegenden Angaben besteht zudem eine Option auf die vollständige Übernahme. Der Schritt ergänzt den Rückenwind aus dem Rechenzentrumsgeschäft um eine strategische Expansion in Asien.
Fazit & Ausblick
Der Rekordauftragseingang stützt ABBs Wachstumsperspektive, doch der Rückgang des Quartalsgewinns und das unter den Erwartungen liegende Ergebnis je Aktie setzen kurzfristig einen Gegenakzent. Für die weitere Einordnung sind die nächsten Unternehmensangaben zur Profitabilität und zur Entwicklung der Aufträge entscheidend. Die Aktie lag trotz des Tagesverlusts seit Jahresbeginn noch 19,27 Prozent im Plus.
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