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1&1: DZ Bank senkt Kursziel auf 24 Euro – Berenberg bleibt optimistisch, Dommermuth stoppt Telefonica-Gerüchte

1&1 AG

Kurzüberblick

Die Aktie der 1&1 AG gerät nach dem Zahlenkranz und neuen Analystenkommentaren erneut unter Bewegung: Am 25.03.2026 senkte die DZ Bank das Kursziel für 1&1 von 25 auf 24 Euro und beließ die Einstufung auf „Hold“. Gegenpol liefert Berenberg, das das Kursziel auf 30 (zuvor 31) Euro reduzierte, jedoch weiterhin „Buy“ sieht.

Im Hintergrund steht ein gemischtes Fundament: Für 2026 peilt 1&1 ein EBITDA von rund 800 Mio. Euro an – zugleich fielen die Ergebnisse für 2025 schwächer aus. Parallel hat Konzernchef Ralph Dommermuth Gespräche über einen Verkauf des Mobilfunknetzes an Telefónica klar ausgeschlossen und verweist auf einen weiterhin „steinigen“ Ausbaukurs. Für Anleger verbindet sich damit kurzfristiger Bewertungsdruck mit einer operativen Story, die stark von Umsetzungstempo und Regulierungsentscheidungen abhängt.

Marktanalyse & Details

Analysten-Updates: Kursziel sinkt, Bewertung bleibt umkämpft

  • DZ Bank: Kursziel 24 Euro (von 25), Bewertung „Hold“.
  • Berenberg: Kursziel 30 Euro (von 31), Bewertung „Buy“.

Die gegenläufigen Signale zeigen: Der Markt rechnet weiterhin mit einem Fortschritt im Ausbau – bewertet aber unterschiedlich, wie schnell sich die Kostenkurve im laufenden Jahr stabilisiert. Kurzfristig dürfte die Aktie daher stark auf neue Hinweise zu Liquidität, Profitabilität und Netzbau-Fortschritten reagieren.

Finanzzahlen und 2026-Ausblick: Solides Umsatz-Plus, EBITDA-Druck im Rückblick

Für 2025 meldete 1&1 einen Anstieg der Erlöse um 1,8% auf rund 4,2 Mrd. Euro. Der servicegetriebene Teil lag mit etwa 3,3 Mrd. Euro leicht über dem Vorjahr. Das operative Bild blieb jedoch belastet: Das EBITDA sank um 9,0% auf 537,5 Mio. Euro, vor allem wegen höherer Vorleistungskosten im Segment Access. Das Ergebnis je Aktie ging um 22% auf 94 Cent zurück; die Dividende für 2025 blieb unverändert bei 5 Cent je Aktie.

Der Ausblick für das laufende Jahr setzt dagegen einen klaren Hoffnungspunkt: 2026 soll das EBITDA auf rund 800 Mio. Euro steigen, während der Service-Umsatz auf Vorjahresniveau erwartet wird.

Netz-Ausbau, Wettbewerb und Frequenzen: Fortschritt – aber rechtliche Flanken

Dommermuth stellt den Ausbau in den Mittelpunkt: 1&1 versorgte Ende 2025 nach eigenen Angaben 27% der Haushalte in Deutschland und lag damit über dem Ziel von 25%, das die Bundesnetzagentur vorgegeben hatte. Bis Ende 2026 soll die Abdeckung auf 35% steigen.

Gleichzeitig bleibt die regulatorische Komponente ein zentraler Unsicherheitsfaktor. 1&1 führt einen Rechtsstreit, weil auslaufende Low-Band-Frequenzen nach Behördensicht ohne Berücksichtigung von 1&1 verlängert wurden. Dommermuth bezeichnete diese Verlängerung als rechtswidrig und betont die Bedeutung der Low-Band-Bereiche für die Gebäudeversorgung.

Unternehmensstrategie: Kein Verkauf an Telefónica – Fokus auf Partnerschaften

Wichtig für die Erwartungshaltung des Marktes: Dommermuth schloss einen Verkauf an Telefónica ausdrücklich aus. Gleichzeitig signalisiert das Management Offenheit für Kooperationen, etwa bei der gemeinsamen Nutzung von Funktürmen im ländlichen Raum. Das kann zwar Kosten und Umsetzungsrisiken reduzieren – verändert aber auch die Wettbewerbslogik, weil Netzhoheit und CAPEX-Entscheidungen teilweise gemeinsam optimiert werden müssen.

Analysten-Einordnung: Die DZ-Bank-Entscheidung wirkt vor allem wie eine Risiko-Preisfindung für den Übergang von 2025 (EBITDA-Rückgang) zu 2026 (geplante Ergebnisbeschleunigung). Dass Berenberg trotz Kurszielsenkung „Buy“ hält, deutet darauf hin, dass Marktteilnehmer weiterhin davon ausgehen, die Kostendynamik im Access-Segment kontrollieren zu können und der Ausbaupfad (27% auf 35%) realistisch erreichbar bleibt. Für Anleger bedeutet diese Konstellation: Nicht das „Ob“ der Ergebniswende steht im Fokus, sondern das „Wie schnell“ – und ob Regulatorik sowie Vorleistungskosten den Zeitplan bestätigen.

Fazit & Ausblick

Kurzfristig dürfte die 1&1-Aktie zwischen zwei Kräften pendeln: auf der einen Seite die klaren Ausbaufortschritte und der 2026-EBITDA-Ausblick, auf der anderen Seite die Sensibilität der Bewertung für Kostenentwicklung und regulatorische Entscheidungen. Entscheidend werden die nächsten Quartalsberichte sowie konkrete Signale zur Umsetzung der Abdeckungsziele und zum Verlauf des Frequenzstreits.

Für den weiteren Verlauf lohnt zudem der Blick auf mögliche Konsolidierungs- oder Partnerschaftsnachrichten im Netzbau: Dommermuth hat Verkäufe an Telefónica zwar ausgeschlossen, Kooperationen wie Tower-Sharing bleiben jedoch ein Hebel, der sowohl Effizienz als auch Marktposition beeinflussen kann.