VW: Hinter dem ID Every1 steckt mehr als ein günstiges Elektroauto
Der VW ID Every1 soll rund 20.000 EUR kosten. Hinter dem kleinen Elektroauto steckt ein neuer Ansatz, der auch für Aktionäre interessant werden könnte.
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Das Wichtigste in Kürze
- Neuer Ansatz bei Volkswagen: Der ID Every1 soll in 24 statt 36 Monaten entwickelt werden. Dabei setzt das Team stärker auf Simulationen.
- Bezahlbarer Elektro-Einstieg: Die Serienversion ist für 2027 geplant, der angestrebte Grundpreis liegt bei rund 20.000 EUR.
- Bedeutung für die VW-Aktie: Kürzere Entwicklungsprozesse könnten Kosten sparen. Wie viel tatsächlich übrig bleibt, muss sich noch zeigen.
Der VW ID Every1 soll Menschen ansprechen, denen ein neues Elektroauto bislang zu teuer war. Rund 20.000 EUR peilen die Wolfsburger als Grundpreis an, 2027 soll das Serienmodell kommen. Schon bei der Entwicklung setzt das Team auf einen anderen Ablauf: Simulationen ersetzen den vollständigen Prototyp vor der Vorserie, einzelne Komponenten werden weiterhin in echten Testfahrzeugen erprobt. So will Volkswagen die Entwicklungszeit von drei auf zwei Jahre verkürzen.
VW ID Every1: mehr Arbeit am digitalen Modell
„Mit Simulationen spart man erheblich Zeit“, sagt Thomas Kamla, Chef-Ingenieur der MEB-Familie, gegenüber Automobil-Industrie. Doch das höhere Tempo kommt auch aus einer anderen Organisation: Aerodynamiker, Designer und Konstrukteure arbeiten gemeinsam in einem Team. Statt vier Konstruktionsschleifen sind es zwei; Entscheidungen fallen im Wochenrhythmus.
Ganz ohne echte Testfahrzeuge geht es trotzdem nicht. Antrieb, Batterie und Thermomanagement erproben die Ingenieure in umgebauten ID.3. Das komplette neue Fahrzeug folgt erst mit der Vorserie.
Was Käufer für rund 20.000 EUR erwarten dürfen
Mit der im März 2025 vorgestellten Studie gab VW einen ersten Ausblick auf den Kleinwagen. Das Konzept bietet vier Sitzplätze, 305 Liter Kofferraum und mindestens 250 Kilometer Reichweite. Diese Angaben gehören zur Studie; die endgültigen Seriendaten stehen damit noch nicht fest.
Gedacht ist das Auto für den Alltag: Arbeitsweg, Einkauf, Stadtverkehr. Mit 3,88 Metern Länge liegt die Studie zwischen dem früheren up! und dem Polo. Der niedrige Einstiegspreis könnte auch Menschen ansprechen, denen größere Elektroautos bislang zu teuer sind.
Technisch soll der Kleine außerdem mehr können als nur günstig fahren. Volkswagen kündigt eine neue Softwarearchitektur an, über die sich Funktionen auch nach dem Kauf ergänzen lassen.
VW-Aktie: Ein günstiges Auto muss sich auch rechnen
Weniger aufwendig gebaute Entwicklungsfahrzeuge und kürzere Abstimmungswege können Ausgaben reduzieren. Das wäre gerade bei einem preiswerten Modell hilfreich: Auch hier müssen die Erlöse neben der Herstellung die Entwicklung und den Vertrieb finanzieren.
Eine kürzere Entwicklung allein garantiert allerdings noch keine gute Marge. Batteriepreise, Fabrikauslastung und Verkaufszahlen bestimmen mit, ob Volkswagen am Ende Geld verdient. Zudem können spät entdeckte Fehler einen Teil der erhofften Einsparungen wieder aufzehren.
Quellen & weiterführende Berichte