
Take-Two, ServiceNow, Nemetschek – Software-Aktien Turnaround 2026?
Wenn man sich an den Märkten aktuell auf eines verlassen kann, dann ist es die Volatilität. Insbesondere bei Software-Aktien und solchen, die zuletzt unter der Konkurrenz durch KI-Anwendungen wie Claude oder Gemini gelitten haben, gab es am 13. April 2026 einen kräftigen Rebound. Take-Two, ServiceNow und Oracle, aber auch die deutschen Unternehmen Atoss Software und Nemetschek konnten deutlich von den Tiefs aufholen. Doch ist dies nun endlich der Beginn eines nachhaltigen Turnarounds nach dem Blutbad der letzten Monate? Oder folgt der Bärenmarkt-Rallye nun wieder eine weitere Abverkaufswelle?
Am Abend des 14. April 2026 wurde eine weiteres Produkt basierend auf dem Anthropic KI-Modell Claude veröffentlicht, welches die gesamte Branche sofort wieder unter Druck setzte.
Take-Two Interactive: Bodenbildung trotz GTA-Verzögerung?
Neben der allgemeinen Schwäche im Sektor und der erneuten Verzögerung beim Release des neuen GTA ist die Aktie von Take-Two Interactive in den letzten Monaten deutlich unter Druck geraten. Zuletzt zeichnet sich allerdings eine Bodenbildung ab – insbesondere, da die letzten Zahlen mal wieder überzeugen konnten.
Hier die Zusammenfassung unserer Aktiendetailseite bei goldesel.de:

Chartanalyse Take-Two Interactive

Take-Two hält sich im Wochenchart seit November 2022 an eine aufsteigende Trendlinie, allerdings wurde der Aufwärtstrend gebrochen und mit dem letzten Tief auch knapp bestätigt. Solange die Zone zwischen 188,50 und 196,50 USD noch hält, könnte die Trendwende jedoch noch eingeleitet werden.
Long auf dem aktuellen Niveau mit Stop unter 190 USD. Über 220 USD könnte man aufstocken.
ServiceNow: KI-Profiteur oder Auslaufmodell?
ServiceNow ist weiterhin eine der am heißesten diskutierten Aktien im Software-Sektor. Das Unternehmen wird stellenweise als Profiteur von KI gesehen, der breite Markt straft die Aktie aber seit Monaten ab, da die Notwendigkeit der Anwendung in der Zukunft bezweifelt wird.

Die operative Entwicklung spricht hier bislang noch dagegen, weswegen die nächsten Quartalszahlen umso spannender werden dürften.
Chartanalyse ServiceNow

Die Aktie von ServiceNow hat im Wochenchart die nächste Unterstützung gebrochen und befindet sich nun in einem Volumencluster zwischen zwei Zonen. Ein weiterer Rücklauf in den Bereich zwischen 67,40 und 72,80 USD ist durchaus noch denkbar – auch wenn der RSI bereits nahe dem überverkauften Bereich notiert.
Long bei positiver Reaktion im Bereich 75 USD oder bei Schlusskursen über 107 USD.
Oracle: Wachstum schlägt Verschuldung
Auch wenn die Aktien von Oracle nicht zu den Software-Aktien zählt, gehört sie zumindest zu den am meisten verprügelten Aktien 2026. Auch Oracle konnte sich am gestrigen Montag, den 13. April, deutlich erholen und setzte die Erholungsbewegung zunächst fort. Der Kursanstieg konnte aber nicht bis zum Handelsschluss gehalten werden. Trotzdem scheint der Markt die massive Verschuldung und die hohen Ausgaben mittlerweile verdaut zu haben. Nun könnte der Blick wieder verstärkt auf das hohe Wachstum gerichtet werden.

Im Goldesel Trading Depot ist die Aktie seit dem 3. März enthalten und liegt nach dem Anstieg zuletzt auch wieder leicht im Plus. Hier zur Übersicht mal der Verlauf der Transaktionen bei Oracle.



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Chartanalyse Oracle

Die Oracle-Aktie konnte sich aus der Zone zwischen 137 und 141,60 USD deutlich erholen und kämpft nun mit dem nächsten Widerstand. Dieser verläuft zwischen 165,70 und 171,90 USD. Die Bodenbildung im Chart sieht jedoch insgesamt sehr spannend für einen weiteren Turnaround aus.
Ein Rücksetzer zur 50-Tagelinie (bei aktuell 150,50 EUR) oder bereits ein Gap-Close bei 156 USD könnten eine Einstiegsgelegenheit darstellen.
Nemetschek: Übernahme-News verpufft?
Der Bausoftware-Spezialist aus Deutschland Nemetschek vermeldete noch eine Übernahme von Heavy Construction Systems Specialists. Nach einer kurzen Erholung verkaufte die Aktie mittlerweile aber wieder ab.
Auch hier waren die Zahlen wie bei vielen weiteren Software-Aktie zuletzt deutlich besser, als es die kurstechnische Entwicklung vermuten lässt.

Chartanalyse Nemetschek


Die Aktie von Nemetschek hat im Wochenchart auf eine Zone zwischen 54,50 und 57 USD reagiert und ist aktuell im Begriff einen Doji zu bilden. Der RSI ist deutlich überverkauft. Eine technische Gegenbewegung ist demnächst denkbar, aber ebenso ein Test der Tiefs aus dem Jahr 2022 bei rund 43 EUR.
Bei einer positiven Reaktion an der Zone im Wochenchart bzw. Schlusskursen über 61,30 EUR könnte man auf den Turnaround setzen. Die risikoärmere Variante wäre ein Einstieg über der 50-Tagelinie und dem letzten Hoch bei 67,60 EUR.
Atoss Software: Massive Insiderkäufe als Signal?
Atoss Software ist zuletzt insbesondere mit sehr großen Insiderkäufen des Managements aufgefallen.

Auch die operative Entwicklung war solide, weshalb der Abverkauf der Aktie übergeordnet auch der allgemeinen Sektorschwäche zuzuordnen ist.

Chartanalyse Atoss Software

Die Aktie von Atoss Software hat – wie viele anderen Software-Aktien -heftig gelitten und das trotz der riesigen Insiderkäufe des Managements. Mit dem Unterschreiten der Zone bis 76,70 EUR fungiert die vorherige Unterstüzung nun als Widerstand und die nächste Auffangzone beginnt erst bei knapp 60 EUR. Über dem Kurs liegt zudem sehr viel Volumen.
Bei Schlusskursen über 81 EUR könnte ein möglicher Turnaround starten.
Fazit: Bärenmarkt-Rallye oder echte Trendwende?
Aktien wie Take-Two, Oracle aber auch ServiceNow haben in den vergangenen Tagen Stärke gezeigt. Bei Software-Aktien war das aber nur von kurzer Dauer. Die Frage, ob die Aktie vor einer nachhaltigen Trendwende stehen, dürfte sich im Rahmen der aktuellen Berichtssaison beantworten. Für den Fall, dass die Unternehmen weiter solide Ergebnisse liefern, könnte einigen Titeln eine massive Gegenbewegung bevorstehen.

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte
Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert: ServiceNow, Atoss Software, Nemetschek.

