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Blogartikelbild Spread bei Aktien: Die versteckten Kosten an der Börse!

Spread bei Aktien: Die versteckten Kosten an der Börse!

Wer an der Börse Aktien oder ETFs kauft, schaut meistens primär auf die Ordergebühren des Brokers. Es gibt jedoch einen Kostenfaktor, den viele Einsteiger komplett übersehen, obwohl er bei jedem einzelnen Kauf und Verkauf im Hintergrund anfällt: der Spread bei Aktien. Dieser beschreibt nichts anderes als die laufende Spanne zwischen dem Preis, zu dem du ein Wertpapier kaufen kannst, und dem Preis, zu dem du es im selben Moment wieder verkaufen könntest.

Wenn du diesen Mechanismus verstehst, kannst du deine Handelsstrategie optimieren und verhinderst, dass du unwissentlich zu teuer einsteigst.

Bid und Ask: Die zwei Seiten des Orderbuchs

An der Börse treffen ständig Kauf- und Verkaufsinteressen aufeinander. Aus diesem Zusammenspiel ergeben sich für jedes Wertpapier immer zwei verschiedene Kurse, der sogenannte Bid-Ask Spread:

  • Ask (Briefkurs): Das ist der Preis, den Verkäufer am Markt mindestens verlangen. Wenn du eine Aktie kaufen möchtest, zahlst du den (etwas höheren) Ask-Preis.
  • Bid (Geldkurs): Das ist der Preis, den Käufer am Markt maximal zu zahlen bereit sind. Wenn du eine Aktie verkaufen möchtest, erhältst du den (etwas niedrigeren) Bid-Preis.

Der Spread ist die mathematische Differenz zwischen diesen beiden Werten. Du kannst den Spread berechnen, indem du den Bid-Preis vom Ask-Preis abziehst.

Infografik zur Erklärung des Bid-Ask Spreads: Minimalistisches Diagramm zeigt den Unterschied zwischen Geldkurs (Bid bei 100,00 Euro) und Briefkurs (Ask bei 100,50 Euro) mit Käufer- und Verkäufer-Symbolen auf einer Preisskala.

Ein einfaches Beispiel: Eine Aktie steht im Broker-Interface beim Kauf (Ask) bei 100,50 Euro und beim Verkauf (Bid) bei 100,00 Euro. Der Spread beträgt hier genau 0,50 Euro oder umgerechnet rund 0,5 Prozent. Würdest du die Aktie jetzt kaufen und sofort wieder verkaufen, hättest du allein durch diese Kursspanne sofort 50 Cent pro Aktie verloren.

Wer sind Market Maker?

Market Maker sind Finanzinstitute, die fortlaufend Kauf- und Verkaufskurse stellen, damit du deine Aktien jederzeit sekundenschnell handeln kannst. Für dieses Bereitstellen von Liquidität verlangen sie eine Gebühr, die bereits im Spread enthalten ist. Sie verdienen also ihr Geld damit, dass sie Papiere zum günstigeren Bid-Kurs ankaufen und zum teureren Ask-Kurs wieder veräußern.

Welche Faktoren beeinflussen die Höhe des Spreads?

Der Spread ist nicht starr, sondern verändert sich je nach Marktlage und gehandeltem Wertpapier kontinuierlich. Drei Faktoren sind hierbei besonders entscheidend:

1. Die Liquidität des Wertpapiers

Je häufiger eine Aktie oder ein ETF gehandelt wird, desto enger ist der Spread. Bei weltbekannten Konzernen wie Apple oder einem großen MSCI World ETF betragen die Abweichungen oft nur Bruchteile eines Cents, da ein riesiges Angebot auf eine enorme Nachfrage trifft. Bei kleinen, unbekannten Nebenwerten (Small Caps) ist das Handelsvolumen dagegen gering, weshalb der Spread dort schnell mehrere Prozent betragen kann.

2. Die Handelszeit an der Börse

Das ist der wertvollste Hebel für Privatanleger. Die Spreads an elektronischen Handelsplätzen (wie gettex, Tradegate oder Lang & Schwarz) sind dann am engsten, wenn die deutsche Leitbörse Xetra geöffnet ist (werktags von 09:00 bis 17:30 Uhr). Zu dieser Zeit orientieren sich die Market Maker an den hohen Volumina des Hauptmarktes. Handelst du hingegen früh morgens um 08:00 Uhr oder spät abends um 22:00 Uhr, steigen die Spreads deutlich an, da die Market Maker das geringere Handelsvolumen und das damit verbundene Risiko über einen höheren Preisaufschlag absichern.

3. Die aktuelle Marktvolatilität

In Momenten extremer Unsicherheit – beispielsweise direkt nach der Bekanntgabe wichtiger Wirtschaftsdaten oder bei plötzlichen geopolitischen Ereignissen – schlagen die Kurse wild aus. In solchen volatilen Phasen weiten Market Maker den Spread ganz bewusst aus, um sich selbst vor unvorhersehbaren Verlusten bei der Orderausführung zu schützen.

Fazit: So minimierst du den Spread im Börsen-Alltag

Der Spread ist ein ganz normaler Bestandteil des Börsenhandels, lässt sich durch kluges Verhalten aber auf ein Minimum reduzieren. Gewöhne dir an, deine Trades grundsätzlich nur während der Kernöffnungszeiten der Heimatbörsen auszuführen. Zudem solltest du bei volatilen Marktphasen oder illiquiden Aktien immer mit einer Limit Order statt einer unlimitierten Market Order arbeiten, um die volle Kontrolle über deinen Einstiegspreis zu behalten.

Häufige Fragen

Was versteht man unter dem Spread bei Aktien und ETFs?

Der Spread ist die laufende Spanne zwischen dem Kaufpreis (Ask / Briefkurs) und dem Verkaufspreis (Bid / Geldkurs) eines Wertpapiers. Er stellt einen oft übersehenen Kostenfaktor dar, da du beim direkten Wiederverkauf einer gerade erworbenen Aktie genau diese mathematische Differenz als sofortigen Verlust verbuchen müsstest.

Was ist der Unterschied zwischen Bid (Geldkurs) und Ask (Briefkurs)?

Der Ask-Kurs ist der Preis, den Verkäufer am Markt mindestens verlangen – diesen etwas höheren Preis zahlst du, wenn du ein Wertpapier kaufen möchtest. Der Bid-Kurs ist dagegen der Preis, den Käufer maximal zu zahlen bereit sind – diesen etwas niedrigeren Betrag erhältst du, wenn du ein Wertpapier verkaufst.

Warum schwankt die Höhe des Spreads und wann ist er am günstigsten?

Der Spread hängt von der Liquidität eines Wertpapiers, der Marktvolatilität und vor allem von der Uhrzeit ab. Am engsten und damit günstigsten ist der Spread werktags während der Kernöffnungszeiten der deutschen Leitbörse Xetra von 09:00 bis 17:30 Uhr, da das hohe Handelsvolumen das Risiko für Market Maker minimiert.

Mit welchen Strategien lässt sich der Spread im Alltag minimieren?

Um Kosten zu sparen, solltest du deine Trades ausschließlich während der Xetra-Hauptmitgliederzeiten ausführen, wenn die Spreads am geringsten sind. Zudem schützt dich der Einsatz einer Limit-Order statt einer normalen Market-Order davor, in volatilen Marktphasen oder bei selten gehandelten Aktien unbemerkt zu teuer einzusteigen.