Nvidia-Aktie: Fast 10 Milliarden für Europa – Huang hat größere Pläne
Nvidia in Europa: Fast 10 Milliarden USD Engagement, deutsche Startups und autonome Trucks. Was Jensen Huang auf der GTC Berlin vorantreibt.
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Nvidia in Europa: Der Konzern beziffert sein Engagement für Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen auf nahezu 10 Milliarden USD.
- Vier deutsche Startups: Geplante Investments betreffen Robotik, Krankenhaussoftware, KI-Audio und Satelliten.
- KI für autonome Trucks: Einride will Nvidias Fahrmodell Alpamayo erproben. Ein Straßentest ist für die zweite Hälfte 2027 vorgesehen.
Roboter in Fabriken, Software im Krankenhaus und selbstfahrende Lastwagen: Nvidia in Europa bedeutet für Jensen Huang deutlich mehr als den Verkauf von Chips für große Rechenzentren. Auf der GTC Berlin vom 20. bis 22. Oktober zeigt der kalifornische Konzern, wo seine Technik als Nächstes zum Einsatz kommen soll. Deutschland spielt dabei mit seiner Industrie und jungen Technologieunternehmen eine wichtige Rolle.
Nvidia in Europa: Vier deutsche Startups gehören zum Plan
Bereits am 19. Oktober kündigte Huang geplante Investments in Agile Robots, Avelios Medical, Mirelo und Reflex Aerospace an. Die Unternehmen entwickeln sehr unterschiedliche Produkte: Industrieroboter, Krankenhaussoftware, KI-generierte Audiospuren und Satelliten.
Die Beteiligungen gehören zu einem europäischen Engagement von nahezu 10 Milliarden USD, das auch Universitäten und Forschungseinrichtungen umfasst. Die Summe ist also kein einzelner neuer Deutschland-Fonds und auch kein bereits vollständig ausgezahlter Betrag.
Der wirtschaftliche Gedanke dahinter ist nachvollziehbar: Wenn mehr Unternehmen KI-Anwendungen entwickeln, wächst potenziell auch ihr Bedarf an Rechenleistung. Nvidia unterstützt damit mögliche künftige Kunden und Partner. Ob daraus zusätzliche Chipverkäufe entstehen, hängt allerdings davon ab, wie erfolgreich deren Produkte werden.
Einride will seiner Lkw-KI mehr Fähigkeiten geben
Beim schwedischen Unternehmen Einride lässt sich dieser Ansatz konkret beobachten. Der Spezialist für elektrische und autonome Gütertransporte will Nvidias KI-Modell Alpamayo in sein Fahrsystem integrieren und evaluieren.
Das Modell soll Verkehrssituationen interpretieren, Fahrmanöver vorschlagen und seine Entscheidungen begründen. Einride passt es dafür an eigene Fahrzeuge, Strecken und Betriebsdaten an. Das Ziel: neue Routen und Fahrzeugtypen mit weniger Entwicklungsaufwand erschließen.
Technikchef Henrik Green verweist dabei auf die Erfahrung aus tatsächlichen Transportaufträgen. Diese Betriebsdaten sollen helfen, aus einem allgemeinen Fahrmodell eine für Lastwagen geeignete Anwendung zu machen. Die Live-Straßenerprobung ist für die zweite Hälfte 2027 geplant; zunächst soll Alpamayo ohne eigene Fahrzeugkontrolle mitlaufen.
Auch auf dem Windows-PC soll mehr KI laufen
Während Einride noch testet, sind die ersten RTX-Spark-Laptops bereits verfügbar. Nvidia nennt Hersteller wie Asus, Dell, HP und Lenovo. Die Geräte starten bei 2.399 USD und sollen unter anderem lokale KI-Anwendungen ermöglichen.
Dabei werden Aufgaben direkt auf dem Rechner verarbeitet. Das kann Wege über einen Cloud-Dienst verkürzen und helfen, bestimmte Daten auf dem Gerät zu halten. Wie gut das funktioniert, hängt von der verwendeten Anwendung und den Anforderungen des KI-Modells ab.
Für Nvidia eröffnet sich damit ein weiterer Absatzweg: Leistungsfähige KI-Hardware soll auch am Arbeitsplatz gebraucht werden. Die Berliner Präsentationen zeigen deshalb mehrere mögliche Einnahmequellen – vom Rechner bis zum Fahrzeug. Einen bezifferten zusätzlichen Umsatz aus diesen Ankündigungen nennt der Konzern bislang nicht.
Quellen & weiterführende Berichte