Ergeben sich durch historischen Tiefstand beim japanischen Yen Handelschancen?
Am Mittwochmorgen kostete der US-Dollar zum ersten Mal seit 1990 wieder mehr als 150 Japanische Yen.
Der Grund: Während die Fed die Zinsen weiter anhebt, fährt die japanische Notenbank nach wie vor eine lockere Geldpolitik. Die Zinsen werden trotz höherer Inflation nicht erhöht, es werden weiter Anleihen und sogar Aktien gekauft. Für Japan ist das nicht umbedingt ein Nachteil. Das Land lebt von Exporten, durch die Notenbankpolitik verbessert sich die Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig werden die meisten Staatsschulden von Japan selbst gehalten. Das Fremdwährungsrisiko ist überschaubar.

Könnte es sich daher lohnen an japanischen Aktien zu partizipieren?
Prinzipiell profitieren insbesondere exportorientierte japanische Unternehmen von den niedrigeren Währungskursen. Gleichzeitig verlieren aber auch die Ausschüttungen an Wert. Kurzfristig könnte man auf eine Zinswende in den USA hoffen, denn dann wertet der Yen vermutlich etwas auf und von den höheren Gewinnen der Unternehmen profitierten auch die Anteilseigner hierzulande. Längerfristig betrachtet kann man sich jetzt “günstiger” bei japanischen Unternehmen einkaufen. Allerdings hat auch der Euro deutlich gegenüber dem US-Dollar an Wert verloren. Insofern könnten längerfristig japanische Konzerne mit einem hohen US-Exposure interessant sein.