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Lars Weigand in Trading-Ideen

09.06.2023 13:08

Blogartikelbild Dividenden-König vor dem Turnaround?

Dividenden-König vor dem Turnaround?

Investoren von Stanley Black & Decker hatten in den vergangenen beiden Jahren wenig Grund zur Freude. Seit dem Allzeithoch im Mai 2021, bei 225 USD, verlor der Kurs Monat für Monat weiter an Wert. Langfristige Investoren sollten aber weiterhin ein Auge auf die Aktie haben, nicht zuletzt, weil das Unternehmen mit einer Steigerung der Dividende seit 55 Jahren zum erlesenen Kreis der Dividenden-Könige zählt. Auch die langfristige Kursperformance kann sich sehen lassen. Wer hier seit der Finanzkrise an Bord ist, konnte sich zeitweise fast über einen Tenbagger freuen. Aktuell ist der Kurs im Vergleich zur Finanzkrise “nur noch” knapp 400 % im Plus. Bietet sich auf dem aktuellen Niveau also eine interessante Einstiegschance für langfristige Anleger? Oder gibt es auch aus kurzfristiger Perspektive ein spannendes Szenario? Schauen wir es uns an.

Aktienverlinkung: US8545021011

Das Unternehmen

Dedicated to making great tools – and making a better world.

stanleyblackanddecker.com/about

Getreu dem oben aufgeführten Firmenmotto stellt Stanley Black & Decker seit 1843 Werkzeuge und innovative Lösungen für Hand- und Heimwerker her, um die Arbeit im Handwerk zu erleichtern und die Welt damit zu verbessern. Mittlerweile ist Stanley Black & Decker das weltweit führende Unternehmen für elektrische Werkzeuge.

Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in New Britain im Bundesstaat Connecticut. Die Mitarbeiterzahl beläuft sich aktuell auf über 60.000 Menschen und das Unternehmen verfügt über mehr als 100 Produktionsanlagen. Der Schwerpunkt liegt nach wie vor auf dem Heimatmarkt USA. Allerdings ist Stanley Black & Decker darüber hinaus in über 60 Ländern aktiv.

63 % der Umsätze wurden zuletzt in den USA erwirtschaftet, 15 % in Europa, 12 % in den Emerging Markets und 10 % im Rest der Welt.

Zum Unternehmen gehören nach dem Zusammenschluss von Stanley und Black & Decker mittlerweile auch weitere bekannte Marken wie Dewalt, Craftsman, Cub Cadet, Hustler und Troy-Bilt.

Der Konzern ist allerdings auch im Bereich der Industrielösungen tätigt und stellt hier unter anderem Infrastruktursysteme und technische Befestigungssysteme zur Verfügung.

Zum 1. Juni 2022 gab es einen Wechsel im Vorstand, der damalige CEO James M. Loree wurde durch seinen vorherigen CFO Donald Allan ersetzt, welcher bereits seit 1999 im Unternehmen tätig ist.

Stanley Black & Decker bietet auch Infrastrukturlösungen an – Quelle: stanleyblackanddecker.com

Die aktuellen Zahlen

Am 4. Mai veröffentlichte Stanley Black & Decker die Zahlen zum abgelaufenen 1. Quartal 2023. Das Unternehmen hatte wie auch zuletzt die großen Baumarktketten damit zu kämpfen, dass die Umsätze nach der Sonderkonjunktur durch Corona zurückgingen.

Die Umsätze lagen mit 3,9 Milliarden USD 12 % unter dem Vorjahr (4,4 Milliarden USD). Dies wurde mit geringeren Volumina bei Verbrauchern und Heimwerkern begründet.

Der verwässerte Gewinn je Aktie betrug -1,26 USD, welcher durch den Abbau von Lagerbeständen beeinträchtigt war. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen damit, dass der Gewinn je Aktie in einer weiten Spanne zwischen -1,65 USD und 0,60 USD liegen wird. Der frei verfügbare Cashflow wird zwischen 0,5 und 1 Milliarde USD erwartet.

Die Bruttomarge betrug 21,2 % bzw. die bereinigte Bruttomarge 23,1 % im ersten Quartal. Im Vorjahr hatte dieser Wert noch bei 31,3 % gelegen. Dieser Rückgang sei auch wieder auf den Abbau der Lagerbestände und die hohen Rohstoffkosten zurückzuführen, so das Management.

Der Lagerbestand liegt weiterhin bei 5,7 Milliarden USD, konnte somit aber um 200 Millionen USD reduziert werden.

Langfristig hat Stanley Black & Decker abgeliefert

Sowohl beim Jahresumsatz als auch beim Gewinn konnte Stanley Black & Decker in der Vergangenheit überzeugen. Auch wenn es sich beim Verkauf von Werkzeugen natürlich um ein zyklisches Geschäft handelt, konnte das Unternehmen auf lange Sicht Umsatz und Ertrag mit gewissen Schwankungen stetig steigern. So wurde im Jahr 2022 ein Umsatz von 16,95 Milliarden USD erzielt, wohingegen dieser Wert in den Jahren 2006 bis 2009 noch bei rund 4 Milliarden USD lag. Auch der Gewinn konnte von rund 400 Millionen USD in diesem Zeitraum auf zwischenzeitlich 1,64 Milliarden USD im Jahr 2021 gesteigert werden.

Die Dividende wurde wie bereits beschrieben die letzte 55 Jahre gesteigert. Bei einer Dividende von zuletzt 3,18 USD liegt die Dividendenrendite für das Jahr 2022 bei 3,94 %. Aktuell liegt allerdings auch die Ausschüttungsquote bei über 100 % des frei verfügbaren Cashflows. Dies liegt aber am zuletzt drastischen Rückgang des Cashflows. Die Konsensschätzungen der Analysten rechnen in den nächsten Jahren damit, dass die Cashflow-Entwicklung sich wieder an die zurückliegenden Jahre anpassen wird, was auch die Ausschüttungsquoten wieder in einen vernünftigen Rahmen bringen würde.

Im Geschäftsjahr 2022 wurde zudem zum ersten Mal seit 26 Jahren wieder ein Verlust von rund 130 Millionen USD erwirtschaftet. Das Unternehmen hat sich zudem über die Jahre eine Nettoverschuldung von über 7 Milliarden USD aufgeladen. Hier ist man durch Verkäufe einzelner Sparten unter dem neuen Management zuletzt bemüht, für Besserung zu sorgen. So wird vermutet, dass sich das Unternehmen in nächster Zeit von einigen Geschäftsbereichen trennen könnte. Neben der charttechnischen Situation bleibt nun abzuwarten, ob das Unternehmen zukünftig wieder in die Gewinnzone zurückkehren kann.

Das Chartbild

Quelle: stock3.com

Wie bereits eingangs erwähnt, ist Stanley Black & Decker langfristig eine Erfolgsgeschichte. Das Umfeld ist aber für das Unternehmen aktuell alles andere als leicht. Dies spiegelt sich seit zwei Jahren auch im Kursverlauf der Aktie wieder. Vom Allzeithoch bei 225 USD ging es auf zwischenzeitlich knapp 70 USD bergab. Das Corona-Tief hat somit gehalten. Mittlerweile scheint die Aktie aber einen Boden gefunden zu haben. Nach den nicht sonderlich guten Zahlen Anfang Mai ging es aber erstmal wieder Richtung Süden. Mittlerweile hat sich der Kurs aber von den schlechten Zahlen erholt und bewegt sich in einer Range zwischen 70 und 90 USD wieder Richtung Norden. Sollte das letzte Hoch von vor der Veröffentlichung der Zahlen bei 88,8 USD überwunden werden, hat die Aktie nur noch das letzte Verlaufshoch vom Februar diesen Jahres bei rund 97 USD vor sich, ehe die langfristige Erfolgsgeschichte fortgesetzt werden könnte.

Sollte das Corona-Tief allerdings fallen, sollte man wohl erstmal die Finger von der Aktie lassen. So lange gilt es sie aber im Blick zu behalten.

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Fazit

Stanley Black & Decker ist eines der ältesten Unternehmen an der Wall Street. Zuletzt sind die operativen Zahlen deutlich unter Druck geraten, was auch den Aktienkurs beeinträchtigt hat. Nach dem CEO-Wechsel scheint man aber jetzt auch hier auf die Kostenbremse zu treten, um seinen Titel als Dividenden-König verteidigen zu können. Bei der aktuell hohen Verschuldung und dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld muss man jedoch weiterhin beobachten, ob die Dividende auch in Zukunft weiter verlässlich gezahlt werden kann.

Die Konsensschätzungen an der Wallstreet rechnen allerdings damit, dass sich die zuletzt schlechten Ergebnisse des Unternehmens in Zukunft wieder bessern. Für langfristig orientierte Anleger könnte das aktuelle Niveau der Aktie daher eine interessante Einstiegsgelegenheit darstellen, um sich am weltweit führenden Hersteller von elektronischen Werkzeugen zu beteiligen.

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte

Der Autor ist im besprochenen Wertpapier bzw. Basiswert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert. Transparenzhinweis: Die im Artikel vorgestellten Derivate werden durch die Redaktion ausgesucht. Wir arbeiten aber mit ausgewählten Emittenten zusammen, die mit der Goldesel Trading & Investing GmbH in einer Geschäftsbeziehung stehen. Bitte beachten Sie: Der Handel mit Derivaten ist mit einem erheblichen Risiko verbunden und kann unter Umständen zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen.

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