Diese Aktie hat kaum ein Trader auf dem Schirm!
Die Rallye nach den Inflationsdaten ist schon sehr beeindruckend, und wenn man nicht schon einige Positionen im Depot hatte, war es schwierig noch schnell aufzuspringen. Jetzt aber noch stark gestiegene Aktien kaufen, dürfte eher der falsche Weg sein. Deshalb nachfolgend eine Aktie, die charttechnisch noch besser aussieht und kurzfristig nicht überkauft ist.
Steico SE
Steico ist ein Hersteller von nachhaltigen Bau- und Dämmstoffen. Die Feldkirchner mit Hauptsitz in München entwickeln, produzieren und vertreiben ökologische Bauprodukte aus nachwachsenden Rohstoffen. Dabei ist Steico Weltmarktführer im Segment der Holzfaser-Dämmstoffe. Darüber hinaus ist das Unternehmen als Systemanbieter für den ökologischen Hausbau positioniert und bietet als branchenweit einziger Hersteller ein integriertes Holzbausystem an, bei dem sich innovative Holztragwerke und ökologische Dämmstoffe ergänzen.

Steico als Profiteur der Sanierungswelle
Die “Bundesförderung für effiziente Gebäude” (BEG) wurde reformiert. Ihr Schwerpunkt liegt nun klar auf dem energetischen Modernisieren. Eine „Einzelmaßnahme“ zur energetischen Modernisierung ist z. B. das Dämmen der Fassade oder des Dachs. Um Anspruch auf eine Förderung zu haben, muss das Bauteil einen bestimmten U-Wert erreichen, der deutlich besser ist als der, den das Gebäudeenergiegesetz (GEG) als Mindeststandard vorschreibt. Der „individuelle Sanierungsfahrplan“ (iSFP) beschreibt, welche Einzelmaßnahme wieviel Energieeinsparung bringt und welche Reihenfolge bei einer stufenweisen Umsetzung sinnvoll ist. Mit den Holzfaser-Dämmstoffen von Steico lassen sich alle geforderten U-Werte problemlos erreichen.
Chart und aktuelle Lage
Am 18. Oktober 2022 wurden die 9-Monats-Zahlen vorgelegt. Hier wird von „eingetrübten Konjunkturaussichten“ gesprochen. Das Bestellverhalten der Kunden habe sich im 3. Quartal deutlich normalisiert. Zudem geht Steico auch im 4. Quartal davon aus, dass die Normalisierung des Bestellverhaltens die Wachstumsdynamik leicht abschwächen wird. Und es wird davon ausgegangen, wie oben schon beschrieben, dass eine deutliche Aktivitätenverschiebung in den Sanierungsbereich stattfinden wird. Die Aktie findet aktuell einen Boden bei ca. 40 EUR.

Tradingszenario:
Spätestens nach den Quartalszahlen ist allgemein bekannt, dass es bei Steico aktuell nicht gut läuft. Auch das 4. Quartal wird eher enttäuschen. Die ersten Quartale 2023 dürften auch eher ein Übergangszeitraum werden. Spätestens Ende 2023 und Anfang 2024 sollte sich die Sanierungswelle dann aber in den Zahlen bemerkbar machen.
Ein Vergleich mit Hypoport oder Kion zeigt, dass Trader / Investoren die entsprechenden Aktien nur an ihrem möglichen Tief erwischen können, wenn sie in der gefühlt „dunkelsten Stunde“ aufspringen. Die positiven News kommen erst später, wenn der Kurs bereits wieder viel höher steht. Zudem dürfte die Bekanntheit von Steico eher gering sein.
Swing-Trade: Long bei einem Ausbruch über 50 EUR, Risikotoleranz 5 % bis 10 % bei einer Positionsgröße, die 10 % des gesamten Depots entspricht.