
ZEAL Network zeigt 2025-Wachstum trotz schwachem Jackpot-Umfeld und setzt 2026-Umsatzziel deutlich höher
Kurzüberblick
ZEAL Network hat am 25. März 2026 die Jahreszahlen für 2025 vorgelegt und zugleich die Erwartungen für 2026 nach oben angepasst. Trotz eines schwächeren Jackpot-Umfelds als im Vorjahr steigerte der Online-Anbieter von Lotterieprodukten den Konzernumsatz um 16 Prozent auf 218,5 Mio. Euro und erhöhte das EBITDA um 11 Prozent auf 68,8 Mio. Euro.
Für 2026 nennt das Unternehmen eine Umsatzspanne von 250 bis 260 Mio. Euro (EBITDA: 70 bis 75 Mio. Euro) – allerdings unter der Annahme einer „normalen“ Jackpot-Entwicklung mit rund 8 bis 9 Peak-Jackpots. Treiber bleiben neben dem Kerngeschäft der Lotterievermittlung vor allem zusätzliche Wachstumsfelder wie Traumhausverlosung und Games.
Marktanalyse & Details
Operative Performance: Zahlen, die auch in schwachen Phasen tragen
Das Geschäftsjahr 2025 zeigte eine klare Botschaft: Selbst bei nur vier Peak-Jackpots (gegenüber 2024 mit deutlich mehr) konnte ZEAL Marktanteile ausbauen. Der Umsatz wuchs um 16,1 Prozent, das EBITDA stieg um 11,3 Prozent; das EBIT legte um 12 Prozent zu.
- Umsatz: 218,5 Mio. Euro (+16%)
- EBITDA: 68,8 Mio. Euro (+11%)
- EBIT: 60,1 Mio. Euro (+12%)
- Lotterie-Fokus: Umsatz Lotterien 195,3 Mio. Euro (+16%)
Im Lotteriebereich verbesserten sich zudem die Ergebnishebel: Die Bruttomarge aus Lotterien stieg um 2,1 Prozentpunkte auf 17,7 Prozent. Gleichzeitig wuchs die Basis aktiver Kunden (MAU) um 8 Prozent auf 1.558 Tausend.
Diversifizierung: Traumhausverlosung und Games liefern messbare Beiträge
Besonders relevant für die Nachhaltigkeit der Entwicklung ist die breitere Ertragsstruktur. Traumhausverlosung trug im Jahr 2025 mit 15,9 Mio. Euro zum Umsatz bei (rund +199% im Jahresvergleich) und entwickelte sich damit spürbar vom Pilot- in den Wachstumsmodus.
Auch das Games-Segment zeigte Dynamik: ZEAL erweiterte das Spieleportfolio auf mehr als 650 Titel (plus 400 Titel) und steigerte den Umsatz um 45,2% auf 14,4 Mio. Euro. Hier spielt nicht nur das Angebotswachstum, sondern auch der verantwortungsvolle Umgang mit Spielern eine Rolle, etwa durch KI-gestützte Schutzmaßnahmen.
Kundenaufbau & Marketing: Wachstum kostet kurzfristig – kann aber wertschaffend wirken
Der Ausbau der Kundenzahl ist bei ZEAL ein zentraler Hebel. Im Jahr 2025 gewann das Unternehmen 1,171 Mio. registrierte Neukunden. Zugleich stiegen die Akquisitionskosten (CPL) auf 46,47 Euro nach 35,16 Euro im Vorjahr; die Marketingaufwendungen lagen bei 68,6 Mio. Euro (+20%).
- Neukunden: 1,171 Mio.
- CPL: 46,47 Euro
- Marketingaufwand: 68,6 Mio. Euro (+20%)
Damit wird verständlich, warum das EBITDA zwar wächst, aber das Wachstumstempo temporär durch höhere Marketinginvestitionen gedämpft sein kann. Für den Geschäftsverlauf ist entscheidend, ob sich die höheren Marketingausgaben in stabiler Kundenbindung und langfristigem Umsatzwachstum auszahlen.
Ausblick 2026: Guidance übertrifft Erwartungen – aber Jackpot-abhängige Annahmen bleiben
ZEAL erwartet für 2026 Umsatzerlöse zwischen 250 und 260 Mio. Euro. Das liegt über der bisherigen Markterwartung (im Research-Kontext häufig um 237 Mio. Euro herum genannt) und zeigt, dass das Management sein Wachstumsmodell als belastbar einschätzt. Das EBITDA soll zwischen 70 und 75 Mio. Euro liegen.
Wesentlich ist dabei: Die Prognose setzt eine „normale“ Jackpotentwicklung mit rund 8 bis 9 Peak-Jackpots voraus. Gleichzeitig plant ZEAL deutlich höhere Marketingaktivitäten von 85 bis 95 Mio. Euro – kurzfristig mit Druck auf die EBITDA-Marge, in der Unternehmenslogik jedoch wertsteigernd durch mehr Reichweite und höhere Kundenbasis.
Analysten-Einordnung: Dass ZEAL trotz eines schwächeren Jackpotjahres zweistellig bei Umsatz und EBITDA wächst, deutet darauf hin, dass das Geschäftsmodell nicht nur auf Jackpot-Volatilität setzt, sondern über Kundenbasis, Bruttomarge und Diversifizierung stabilisiert wird. Für Anleger bedeutet das: Das Risiko einer Jackpot-Korrektur bleibt zwar bestehen (wie die Guidance-Annahmen zeigen), doch der Einfluss scheint durch Marketingeffizienz, Marktanteilsgewinne und zusätzliche Produktwelten (Traumhausverlosung, Games) teilweise abgefedert. In der Bewertung wird sich der Fokus daher besonders auf die Frage richten, ob die höheren Marketinginvestitionen in 2026 zu anhaltendem Kundenwachstum und ausreichender Profitabilität führen.
Fazit & Ausblick
ZEAL liefert mit 2025 operativ überzeugende Belege für Resilienz: Die Kombination aus verbesserter Bruttomarge, stärkerer Neukundenentwicklung und einem wachsenden Beitrag aus Zusatzangeboten stützt die Ertragskraft auch in schwierigen Jackpotphasen. Die angehobene 2026erwartung erhöht kurzfristig die Planungssicherheit – sofern die Jackpotentwicklung im Korridor bleibt und die Marketing-Rendite mit der höheren Investitionsspanne Schritt hält.
Für den weiteren Verlauf sind die nächsten Quartalsberichte entscheidend: Anleger sollten vor allem auf (1) die Entwicklung der MAU, (2) die Bruttomarge im Lotteriebereich und (3) den Zusammenhang zwischen Marketingaufwand und Umsatzwachstum achten. Zusätzlich bleibt das Jackpot-Umfeld ein relevanter Faktor für die kurzfristige Dynamik der Zahlen.
