
Worthington Steel übertrifft Mindestannahmequote bei Klöckner-Übernahme: Andienungsfrist bis 14. April
Kurzüberblick
Worthington Steel hat im Rahmen seines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots für Klöckner & Co die Mindestannahmeschwelle von 57,5% überschritten. Zum Ende der ersten Annahmefrist am 26. März 2026 sicherte sich der Bieter rund 58,8% der ausgegebenen Aktien (inklusive bereits gehaltener Anteile bzw. Stimmrechtsinstrumente).
Für Aktionäre von Klöckner & Co, die bislang nicht angedient haben, startet nun eine zusätzliche Annahmefrist vom 1. bis 14. April 2026 (jeweils bis 24:00 Uhr Ortszeit Frankfurt am Main). Das Angebot bleibt bei 11,00 Euro je Aktie. Der Vollzug der Transaktion steht weiterhin unter dem Vorbehalt behördlicher Freigaben und wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.
Marktanalyse & Details
Status des Angebots: Schwelle erreicht, Prozentsatz liegt deutlich darüber
Nach Angaben des Bieters ist die Angebotsbedingung erfüllt, weil die Mindestannahmequote von 57,5% überschritten wurde. Konkret entfallen auf Worthington Steel nach Ende der ersten Annahmefrist insgesamt rund 58.647.934 Aktien, was etwa 58,8% der ausstehenden Anteile entspricht. Damit erhöht sich aus Sicht des Marktprozesses die Wahrscheinlichkeit, dass die Transaktion den nächsten formalen Schritt durchläuft.
- Mindestannahmeschwelle: 57,5%
- Ergebnis erste Annahmefrist: ca. 58,8%
- Preis des Angebots: 11,00 Euro je Aktie
- Zusätzliche Annahmefrist: 1. bis 14. April 2026 (24:00 Uhr Frankfurt)
Strategie nach dem Vollzug: Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag, strukturelle Optionen
Worthington Steel will nach Abschluss der Übernahme unmittelbar einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit Klöckner & Co (DPLTA) schließen. Voraussetzung ist, dass bei der Hauptversammlung die erforderliche Mehrheit für den Beschluss erreicht wird. Der Bieter signalisiert zudem, strukturelle Maßnahmen zu prüfen – einschließlich eines möglichen Delistings oder eines Squeeze-out von Minderheitsaktionären, sofern dies rechtlich zulässig und wirtschaftlich sinnvoll ist.
Für Anleger ist das entscheidende Signal: Sobald die Mehrheitsbasis gesichert ist, verschiebt sich der Fokus häufig von der reinen Angebotsentscheidung hin zur Umsetzung der Konzernintegration und zu den Rechten der verbleibenden Minderheit.
Einordnung der Offertiefe: Prämie und Empfehlung von Klöckner
Der Angebotswert von 11,00 Euro je Aktie wurde als deutlich über dem ungestörten Referenzniveau positioniert (genannt wird eine Prämie von 98% auf den ungestörten Dreimonats-Volumen-Gewichteten Durchschnitt bis 5. Dezember 2025). Zudem haben Management und Aufsichtsrat von Klöckner das Angebot sowie die nachträgliche Änderung als attraktiv, fair und angemessen bewertet und zur Annahme empfohlen.
Analysten-Einordnung: Dass die Mindestannahme bereits in der ersten Annahmephase deutlich übertroffen wurde, deutet darauf hin, dass der Deal weniger als “Execution-Risiko” an der Kapitalbasis scheitern dürfte. Für Minderheitsaktionäre bedeutet das: Wer die 11,00 Euro sichern will, muss die zusätzliche Annahmefrist nutzen, denn nach Vollzug steigt das Risiko, dass Liquidität im Börsenhandel schrittweise abnimmt und strukturelle Schritte wie Delisting oder Squeeze-out in den Vordergrund rücken. Gleichzeitig bleibt die zeitliche Taktung bis zum Closing vor allem von regulatorischen Freigaben abhängig – hier kann trotz hoher Annahmequote weiterhin Verzögerungspotenzial liegen.
Nächste Etappen: Regulierung und Zeithorizont bis zweite Jahreshälfte 2026
Der Vollzug der Übernahme bleibt laut Mitteilung von behördlichen Genehmigungen bzw. regulatorischen Freigaben abhängig. Erwartet wird die Abwicklung in der zweiten Jahreshälfte 2026. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für die Zustimmung der Gesellschafter zur Umsetzung der geplanten Konzernstruktur.
- Behördliche Freigaben als verbleibende Kernbedingung
- Hauptversammlung für den Beschluss des DPLTA
- Prüfung struktureller Maßnahmen nach der Transaktion
Praktisch sollten Aktionäre vor allem organisatorische Fristen beachten: Die Andienung erfolgt über die jeweilige Depotbank, wobei interne Bearbeitungs-Cut-offs vor dem formalen Fristende liegen können.
Fazit & Ausblick
Mit rund 58,8% liegt Worthington Steel bei der Klöckner-Übernahme über der 57,5%-Mindestannahme – ein entscheidender Schritt, der die Transaktion deutlich wahrscheinlicher macht. Bis zum 14. April 2026 bleibt für ausstehende Aktionäre die Möglichkeit, das Angebot zu 11,00 Euro je Aktie anzunehmen.
Der nächste Turnaround für den Markt liegt in der zweiten Jahreshälfte 2026, wenn – nach regulatorischen Freigaben – der Vollzug erwartet wird. Danach rücken die Hauptversammlung für den Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag sowie mögliche Schritte in Richtung Delisting bzw. Squeeze-out in den Fokus.
