Goldesel Community

Jetzt kostenlos der Goldesel Community beitreten

  • Sichere dir kostenlosen Zugang zu täglichen Börseninfos
  • Deutschlands beste Trading-Community - Sei ein Teil von uns
SUSS MicroTec SE

SUSS MicroTec meldet Rekordumsatz 2025 – Ausblick 2026 senkt EBIT-Spanne, Aktie bleibt unter Druck

Kurzüberblick

SUSS MicroTec hat am 30. März 2026 den Jahresabschluss für 2025 vorgelegt und dabei einen neuen Umsatzrekord erreicht. Gleichzeitig bremst der Ausblick auf 2026 die Erwartungen: Das Unternehmen rechnet zwar weiterhin mit einer stabilen Bruttomarge, senkt aber die Zielspanne für die operative EBIT-Marge deutlich. Dass der Markt diese Kombination nicht sofort „durchrechnet“, zeigt sich in der fortgesetzten Schwäche der Aktie nach einem enttäuschenden Margenausblick.

Im Kern betrifft die Entscheidung Anleger besonders, weil 2026 als Übergangsjahr bezeichnet wird: Der Umsatz soll im Vergleich zu 2025 voraussichtlich zurückgehen und die Ergebnisqualität erst später wieder zulegen. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird damit vor allem, wie stark die Auftragseingänge im ersten Halbjahr 2026 ausfallen und in welchem Tempo diese Bestellungen im selben Jahr umsatzwirksam werden.

Marktanalyse & Details

2025: Rekordumsatz, aber sinkende Margen

Für das Geschäftsjahr 2025 meldet SUSS einen deutlichen Umsatzanstieg: Der Konzernumsatz stieg um 12,6% auf 503,2 Mio. EUR und erreichte damit in der 77-jährigen Unternehmenshistorie einen Höchststand. Operativ verweist das Management auf eine beschleunigte Skalierung und bessere Anpassungsfähigkeit in Produktion und Abläufen – begünstigt durch hohe Marktnachfrage, insbesondere im Umfeld von AI-Chip-Modulen.

Auch segmentseitig lieferte SUSS Wachstum: Die Advanced-Backend-Solutions-Sparte legte um 10,7% auf 349,7 Mio. EUR zu, während Photomask Solutions um 17,3% auf 153,4 Mio. EUR wuchs.

  • Bruttomarge 2025: 35,7% (im Zielkorridor, aber unter 39,6% im Vorjahr)
  • EBIT-Marge 2025: 13,1% (nach 16,7% im Vorjahr)

Der Ergebnisrückgang erklärt sich laut Unternehmen aus einem ungünstigeren Produkt- und Kundenmix sowie einmaligen Effekten: Dazu zählten u. a. temporäre Ramp-up-Unterstützung für bereits installierte Tools, Start- und Trainingskosten im Zuge höherer Produktionsvolumina (UV-Projektionsscanner), zusätzliche Kosten rund um den neuen Produktionsstandort in Zhubei (Taiwan) sowie Wertberichtigungen im Zusammenhang mit einem nicht-strategischen Projekt.

Auftragslage: Trend dreht sich gegen Quartalsende

Die Auftragsentwicklung zeigte im vierten Quartal 2025 eine spürbare Belebung: Neue Bestellungen erreichten 117,5 Mio. EUR und damit den höchsten Quartalswert des gesamten Jahres. Insgesamt lag der Auftragseingang 2025 allerdings bei 354,3 Mio. EUR und damit unter dem Vorjahr (423,7 Mio. EUR). Als Gründe nennt SUSS eine schwächere Phase in den ersten drei Quartalen sowie eine allgemein rückläufige Nachfrage von chinesischen Kunden.

  • Auftragseingang Q4 2025: 117,5 Mio. EUR
  • Gesamt 2025 Auftragseingang: 354,3 Mio. EUR
  • Auftragsbestand zum Jahresende: 266,8 Mio. EUR

Für Anleger ist dabei besonders relevant, dass SUSS im ersten Quartal 2026 an den positiven Trend aus dem Vorjahr anknüpfen will. Das reduziert zwar nicht automatisch den Margendruck, kann aber die Frage nach der Umsatzumsetzung im Jahr 2026 zumindest teilweise beantworten.

Cashflow & Ausschüttung: Investitionsphase belastet

Neben der Gewinnmarge ist der Blick auf den Cashflow entscheidend. Der Free Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten fiel 2025 auf -22,6 Mio. EUR (nach 25,0 Mio. EUR im Vorjahr). Haupttreiber war das Investitionsprogramm für den neuen Produktionsstandort in Taiwan, bei dem operativer Cashflow die Investitionsabflüsse nicht kompensieren konnte.

Für die Dividende sieht die Planung eine Ausschüttung von 0,04 EUR je Aktie vor (Vorjahr: 0,30 EUR). Die Kapitalrückführung orientiert sich laut Unternehmen an der Free-Cashflow-Logik (20% bis 40% des Free Cashflows).

Guidance 2026: Umsatzrückgang und niedrigere EBIT-Marge als Kernthema

Für 2026 erwartet SUSS einen Umsatzkorridor von 425 bis 485 Mio. EUR. Im Mittelpunkt entspricht das rechnerisch einem Rückgang von rund 9,6% gegenüber 2025. Der Grund dafür liegt nicht primär in einer vollständig gekippten Nachfrage, sondern in der erwarteten Portfolio- und Auslastungsstruktur: Das Unternehmen geht von keiner großen Verschiebung im Order-Portfolio aus, wodurch sich die erwarteten Mix-Effekte gegenüber 2025 abschwächen.

Bei den Margen setzt SUSS zwar auf Stabilität auf Bruttomargenebene, aber eine klare Entspannung fehlt auf operativer Ebene:

  • Bruttomarge 2026: 35% bis 37%
  • EBIT-Marge 2026: 8% bis 10%

Die niedrigere EBIT-Spanne führt SUSS vor allem auf den Umsatzrückgang in Kombination mit steigenden Forschungs- und Entwicklungskosten zurück. Das Budget für F&E soll gezielt erhöht werden, um Innovationsprojekte für kommende Produktstarts voranzutreiben. Sales- und Verwaltungskosten sollen hingegen nur leicht steigen. Für den Ergebnishebel bedeutet das: Fixkosten werden bei geringerer Gesamtproduktion weniger „verdünnt“.

Analysten-Einordnung: Übergangsjahr als Prüfstein für die Profitabilität

Dies deutet darauf hin, dass 2026 weniger ein klassisches „Wachstums- und Margenjahr“ wird, sondern ein Übergangsjahr, in dem die Investitionen in Kapazitäten und Produktentwicklung kurzfristig auf die EBIT-Marge drücken. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung vor allem: Der Markt zahlt 2026 weniger für Umsatzdynamik und mehr für die Glaubwürdigkeit des späteren Margenpfads. Während die DZ Bank die Aktie weiterhin zum Verkauf sieht, gehen Jefferies und Metzler davon aus, dass sich die Margensituation ab 2027 bessern kann.

Entscheidend wird dabei weniger die Frage sein, ob SUSS 2026 Bruttomarge und Umsatz hält, sondern ob die Fixkostenbelastung mit steigender Auslastung im Folgejahr wieder reduziert werden kann. Die Orderentwicklung im ersten Halbjahr 2026 liefert dafür eine frühe Richtungsmarke.

Fazit & Ausblick

SUSS startet mit einem starken 2025er-Ergebnis in das neue Jahr – jedoch mit einem klaren Signal: 2026 wird als Übergangsjahr eingeordnet, in dem Umsatz und vor allem die EBIT-Marge zurückgehen. Für die weitere Bewertung der Aktie sind die nächsten Quartalsberichte zentral, insbesondere die Entwicklung der Auftragseingänge und deren zeitnahe Umsetzung in Umsätze.

Operativ bleibt der Fokus auf dem angekündigten Margenpfad bis 2030: Das Unternehmen erwartet für die kommenden Jahre wieder steigende Umsätze und eine deutlich bessere EBIT-Marge. Bis dahin dürfte der Markt jeden Hinweis auf Auslastung, Fixkostendegression sowie Fortschritte bei Produkt- und Technologieprojekten besonders genau gewichten.