Service Corp. International verfehlt Q1-EPS, BofA bleibt Buy: Friedhofsverkäufe wachsen deutlich

Kurzüberblick
Service Corp. International (SCI) hat am 29. April 2026 im ersten Quartal angepasstes Ergebnis je Aktie von 0,97 USD gemeldet und damit die Analystenerwartung von 1,01 USD verfehlt. Der Umsatz lag mit rund 1,1 Mrd. USD nahe an den Erwartungen. Ausschlaggebend für die Ergebnisentwicklung waren rückläufige vergleichbare Bestattungsvolumina, die laut Management um 6% gegenüber dem Vorjahr zurückgingen.
Während sich der Aktienkurs in Europa zuletzt nur wenig bewegte (73,3 EUR, -0,14% am Tag; YTD +10,89%), lenkt BofA Securities die Aufmerksamkeit wieder auf das Friedhofsgeschäft: In einer aktuellen Einschätzung betonte Analystin Joanna Gajuk ein Wachstum von rund 20 Mio. USD bei Friedhofsverkäufen im Jahresvergleich – getragen von großen Verkäufen sowie vor allem einer höheren „Velocity“ durch bessere Pipeline-Umsetzung. Die Einordnung zielt damit auf die Frage ab, wie stark sich das Fundament aus Prämien-/Vorausverkauf und Friedhofsprofitabilität trotz volatiler Bestattungsvolumina stabilisiert.
Marktanalyse & Details
Quartalszahlen: Volumen schwach, Ergebnisdruck – aber Kosten kontrolliert
SCI beschreibt für das Quartal einen schwierigen operativen Kontext: Die vergleichbaren Bestattungsvolumina gingen um 6% zurück. Das wird vor allem mit dem Effekt einer besonders starken Grippesaison im Vergleichsquartal sowie mit breiteren demografischen Sterblichkeitsmustern im ersten Quartal in Verbindung gebracht.
- Gewinn je Aktie: angepasst 0,97 USD (Erwartung 1,01 USD)
- Umsatz: rund 1,1 Mrd. USD im Rahmen der Erwartungen
- Netto-Cashflow aus operativer Tätigkeit: 333,8 Mio. USD
- Kosten: Ausgaben etwa 1% höher als im Vorjahr
- Pre-Need Produktion: +6% für den Zeitraum (trotz schwankender Volumina)
Für Anleger ist dieser Mix entscheidend: Ein EPS-Verfehlen signalisiert kurzfristigen Druck, während die Kombination aus solider Cash-Generierung und stabilen Erlösen pro Service darauf hindeutet, dass SCI den operativen Hebel nicht komplett verliert – insbesondere dann, wenn das Prämien-/Vorausverkaufsgeschäft („preneed“) weiterhin zieht.
Friedhofssegment im Fokus: 7% mehr vergleichbare Friedhofserlöse
Im Friedhofsbereich zeigt SCI dagegen klarere Dynamik. Das Unternehmen nennt unter anderem:
- Präz. Prämien-/Vorausverkaufsproduktion in Friedhöfen (vergleichbar): +10%
- Vergleichbare Friedhofserlöse: +7%
- Verbesserung der Friedhofs-Großprofitabilität: +120 Basispunkte
BofA Securities greift diese Entwicklung auf und verweist auf einen Jahreswachstumsbeitrag von rund 20 Mio. USD bei Friedhofsverkäufen: etwa 12 Mio. USD aus dem „Core“ und ein weiterer Teil aus großen Verkäufen (mit Tickets von 100k USD oder mehr). Besonders relevant ist dabei die Begründung, dass das Wachstum nicht allein aus Preissignalen kommt („rev/contract flattish“), sondern vor allem aus der Umsatzgeschwindigkeit durch bessere Umsetzungsqualität.
Strategie & operative Treiber: Seminare, Lead-Konversion und „Cremation“-Expansionspilot
Die Analystenargumentation ordnet die Kursrelevanz über mehrere Hebel ein:
- Seminare & wachsendes Sales-Headcount: steigern die Funnel-Qualität und die Geschwindigkeit bis zum Abschluss
- Bessere Lead-Konversion bei gleichzeitig geringerem At-Need-Anteil
- Seminare bringen laut Einschätzung zusätzliche Kundengruppen, die weniger direkt mit at-need Besuchsvolumina korrelieren
- Cemetery-Produkte für Cremation-Kunden: Pilot in 10 Märkten erfolgreich, nun Ausweitung
Dies deutet darauf hin, dass SCI nicht nur kurzfristig auf Volumen reagiert, sondern die Struktur im Friedhofsbereich in Richtung stabilerer Nachfrage- und Margeffekte ausbaut.
Analysten-Einordnung (BofA): Buy-Rating, Kursziel – und warum das Quartal trotzdem zählen kann
BofA Securities hält an einem Buy-Rating fest und nennt ein Kursziel von 98,00 USD. Die Argumentation betont den Verlauf im Quartal: Januar und Februar mit steileren Rückgängen, während der März langsamer nachgab; im April blieben die Volumina zwar weiterhin rückläufig, aber weniger stark als in Q1.
Analysten-Einordnung: Für Anleger bedeutet diese Kombination aus (1) volatilen Bestattungsvolumina und (2) gleichzeitig steigender Friedhofsproduktion und -profitabilität, dass der Markt das Timing von Ergebnishebeln stärker auseinanderziehen sollte. Ein EPS-Verfehlen kann kurzfristig der Stimmungsanker bleiben – solange aber die Friedhofsmarge wie angekündigt weiter zulegen kann, entsteht eine Gegenstory: Die Vorlage von Eins-zu-eins Cashflow und verbesserten Friedhofskennzahlen stärkt die These, dass das „Qualitätswachstum“ in 2026 das Geschäftsrisiko aus dem Volumeneffekt zumindest teilweise kompensiert.
Ausblick: FY26 adjusted EPS bestätigt – Friedhofsmargen als entscheidender Katalysator
SCI bekräftigt seine FY26-Leitplanken: angepasstes EPS von 4,05 bis 4,35 USD (Konsens: 4,19 USD). Für das laufende Jahr nennt das Segment zudem eine potenzielle Margenausweitung im Friedhofsbereich um 60 bis 120 Basispunkte bei „mid-single-digit“ Wachstum der Erlöse.
Fazit & Ausblick
SCI liefert im Q1 zwar ein enttäuschendes EPS-Niveau gegenüber der Erwartung, unterstreicht aber gleichzeitig die Widerstandskraft über Cashflow und eine spürbare Verbesserung im Friedhofssegment. Entscheidend bleibt in den kommenden Quartalen, ob die Volatilität im Bestattungsbereich weiter durch preneed- und Friedhofstreiber geglättet wird – und ob die angekündigte Margenausweitung tatsächlich innerhalb der Zielspanne realisiert werden kann.
Für die nächsten Schritte sollten Anleger besonders auf die Entwicklung der vergleichbaren Friedhofserlöse, die Prämien-/Vorausverkaufsproduktion sowie den Verlauf der Friedhofs-Großmarge achten. Das nächste Quartal wird zeigen, ob sich der Trend aus Produktion („Velocity“) in ein konsistentes Ergebnisprofil übersetzt.
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