RBI legt im Q1 2026 ohne Russland zu: Betriebsergebnis +12% und Kredite steigen, CET1 bei 14,9%

Raiffeisen Bank International AG

Kurzüberblick

Raiffeisen Bank International (RBI) hat am 05.05.2026 die Ergebnisse für das 1. Quartal 2026 veröffentlicht. Im Fokus stehen dabei Kennzahlen ohne Russland: Das Betriebsergebnis stieg im Jahresvergleich um 12%, während das Kreditgeschäft zum Jahresstart um 3% auf rund 105 Mrd. EUR zulegte.

Kapital- und Risikoindikatoren bleiben in der Kommunikation zentral. Die harte Kernkapitalquote (CET1) ohne Russland liegt bei 14,9%; der gesamte Konzernwert wird mit 17,7% angegeben. Für Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil RBI zugleich die weitere Reduktion des Russlandgeschäfts bestätigt und alle Beschränkungen auch 2026 bestehen bleiben. An der Börse zeigte sich die Nachricht offenbar positiv: Die RBI-Aktie notierte zuletzt bei 45,84 EUR (+2,09% am Tag, +20,31% seit Jahresbeginn).

Marktanalyse & Details

Operatives Bild: Erträge wachsen, Kosten bleiben unter Kontrolle

RBI verweist auf ein verbessertes Ertragsprofil: Die Kernerträge stiegen um 5% auf 1.596 Mio. EUR. Das Betriebsergebnis erhöhte sich auf 760 Mio. EUR nach 678 Mio. EUR im Vorjahr (jeweils ohne Russland). Dabei profitieren dürfte insbesondere das stabile Kernbankgeschäft.

  • Zinsüberschuss: 1.076 Mio. EUR (Vorjahr 1.046 Mio. EUR)
  • Provisionsüberschuss: 520 Mio. EUR (466 Mio. EUR)
  • Kostenmanagement: Cost/Income-Ratio sinkt auf 53,4% (55,0%)
  • Handelsergebnis/ Fair-Value: 5 Mio. EUR nach -27 Mio. EUR im Vorjahr

Gleichzeitig zeigt sich an der Ergebnisdarstellung, dass Ergebniskennzahlen weniger eindeutig ausfallen als das operative Bild: Der Konzerngewinn (ohne Russland) lag bei 209 Mio. EUR, belastet durch die vorgelagerte Buchung höherer Bankenabgaben.

Kreditqualität & Wertberichtigungen: Solide Kennzahlen, aber höhere Lasten

Das Kreditwachstum wirkt unterstützend: Kundenkredite stiegen um 3% auf 105 Mrd. EUR seit Jahresbeginn (ohne Russland). Bei der Qualität der Bestände zeigt sich weiterhin eine vergleichsweise stabile Lage: Die NPE-Quote verharrt bei 1,6% (nach 1,7% Ende 2025), die NPE-Abdeckung liegt bei 46,4% (44,2%).

Anders als die Bestandskennzahlen deuten jedoch die Wertberichtigungen auf spürbaren Druck hin: Die Impairment Losses auf finanzielle Vermögenswerte stiegen auf -103 Mio. EUR (Vorjahr -46 Mio. EUR). Für Anleger ist das ein wichtiger Punkt, weil es zeigt, dass das Institut zwar wächst, die Risikokosten im Quartal aber stärker ausfallen als im Vorjahr.

Kapitalquote & Russland-Update: CET1 stabil, Zielrahmen aktualisiert

Die regulatorische Basis bleibt RBI zufolge robust. Die harte Kernkapitalquote (CET1) ohne Russland liegt bei 14,9% (transitional). Der Konzernwert wird mit 17,7% beziffert.

Für das Gesamtjahr ist zudem entscheidend, dass RBI den Ausblick nicht nur bestätigt, sondern die CET1-Zielgröße angepasst hat, um angekündigte Akquisitionsprojekte zu berücksichtigen (inklusive Szenarioannahmen zur Entkonsolidierung der russischen Einheit).

Analysten-Einordnung: Das Zahlenbild deutet darauf hin, dass RBI operativ wieder mehr Schwung im Wachstum und in den Erträgen aufnimmt (Kredite +3%, Cost/Income verbessert sich). Gleichzeitig fällt die Ergebniskennziffer je Aktie mit 0,54 EUR gegenüber 0,71 EUR niedriger aus – zudem steigen die Wertberichtigungen deutlich. Diese Kombination spricht für einen Ansatz, der kurzfristig Risikokosten stärker sichtbar macht, während die mittelfristige Tragfähigkeit über Kostenkontrolle, Kreditwachstum und ein weiterhin solides CET1 untermauert werden soll. Für Anleger bedeutet das: Die Kapitalbasis bleibt ein zentraler Stützpfeiler, während die weitere Entwicklung der Impairments und der Umsetzung der Russland-Reduktion (unter Beibehaltung der Restriktionen) die entscheidenden Trigger für die nächsten Quartale sind.

Ausblick 2026: Guidance bleibt großteils bestätigt

RBI stellt für 2026 (ohne Russland) eine Orientierung in mehreren Kernbereichen in Aussicht:

  • Zinsüberschuss: rund 4,4 Mrd. EUR
  • Provisionsüberschuss: rund 2,1 Mrd. EUR
  • Kundenkredite: Wachstum von rund 7% (ohne geplante Akquisitionen)
  • Verwaltungsaufwendungen: rund 3,6 Mrd. EUR
  • Cost/Income-Ratio: rund 52,5%
  • Neubildungsquote: rund 35 bps
  • Return on Equity (Konzern): rund 10,5%
  • CET1-Quote (inkl. Akquisitionen): rund 14,3%

Fazit & Ausblick

RBI liefert im Q1 2026 ohne Russland ein insgesamt positives operatives Signal: Kreditwachstum und bessere Effizienz überwiegen, während das laufende Bild bei Wertberichtigungen und Sonderbelastungen die Gewinnentwicklung dämpft. In den kommenden Quartalen dürfte besonders relevant sein, ob sich die Impairment-Kosten wieder normalisieren und wie schnell Akquisitionsprojekte in die Kapitalplanung überführt werden können.

Für den weiteren Verlauf zählt zudem die konsequente Fortsetzung der Russland-Reduktion unter unveränderten Restriktionen. Anleger sollten daher neben den nächsten Quartalszahlen vor allem auf Updates zur Kapitalquote und zur Entwicklung der Risikokosten achten.

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