Prosus sichert Uber-Übernahme bei Delivery Hero zu: 41,50-€-Angebot rückt näher

Prosus N.V.

Kurzüberblick

Uber hat am 16. Juli 2026 eine offiziell vorliegende Übernahmeofferte für Delivery Hero in Höhe von 41,50 Euro je Aktie vorgelegt. Damit steht der Essenlieferdienst an einem kritischen Punkt: Uber verlangt eine Mindestannahmeschwelle von 50% plus einer Aktie. Der Anteil von Uber selbst liegt bislang bei knapp 25%.

Entscheidend für die Durchführbarkeit des Deals: Delivery Heros Großaktionär Prosus hat zugesagt, seinen Anteil von knapp 17% beizusteuern. Für Prosus-Anleger ist das unmittelbar relevant, weil der Zeitplan bis zum Abschluss der Transaktion laut Analysten nicht „durchgewunken“ werden dürfte. Während Prosus zuletzt bei 40,69 Euro notierte, liegt die Aktie seit Jahresbeginn rund 22,99% im Minus.

Marktanalyse & Details

Uber-Offerte im Detail: Preis, Schwelle und Ausgangslage

  • Übernahmepreis: 41,50 Euro je Delivery-Hero-Aktie.
  • Mindestannahmeschwelle: 50% plus eine Aktie.
  • Aktuelle Beteiligungsbasis Ubers: knapp 25% (plus Finanzinstrumente über knapp 12%).

Im Markt blieb die Reaktion auf die offiziell gemeldete Offerte verhalten: Delivery-Hero-Titel notierten erneut unter dem Angebotspreis. Das wirkt wie ein Hinweis darauf, dass Investoren nicht allein auf den Nominalpreis schauen, sondern vor allem auf die Wahrscheinlichkeit des Abschlusses.

Rolle von Prosus: Zusage stützt die Annahmequote

Prosus’ Bereitschaft, seinen Anteil von rund 17% in den Deal einzubringen, reduziert für Uber das Risiko, die Annahmeschwelle zu verfehlen. Gleichzeitig bleibt die Frage, wie groß die regulatorische und kartellrechtliche Hürde ausfällt – und wie viel Zeit bis zur finalen Freigabe verstreicht.

Aus Marktsicht ist das ein „Ja“ mit Bedingungen: Prosus kann damit kurzfristig den Prozess wahrscheinlicher machen, aber das Bewertungs- und Timing-Risiko bleibt, bis die Behörden die Transaktion absegnen.

Analysten-Einordnung: Begrenzter Aufwärtsschub – Entscheidung verlagert sich auf Deal-Wahrscheinlichkeit

Dies deutet darauf hin, dass der wichtigste Hebel für Aktionäre weniger im möglichen Gegenangebot liegt, sondern in der Umsetzbarkeit des Uber-Deals unter Wettbewerbs- und Behördenaspekten. Deutsche Bank Research hält an der Einschätzung fest und bewertet Delivery Hero weiterhin mit „Hold“ (Kursziel 40 Euro), während Jefferies die Kaufempfehlung bestätigt (Kursziel 42 Euro). Auch MWB Research und die Landesbank Baden-Württemberg stützten das Angebot, indem sie ihre Kursziele auf 41,50 Euro angehoben und die Annahme nahelegten.

Für Anleger bedeutet diese Konstellation: Der Aufschlag zum aktuellen Kurs dürfte strukturell begrenzt sein, weil der Markt den Angebotswert bereits einpreist. Zugleich wirkt der Zeitplan bis zur zweiten Hälfte 2027 darauf hin, dass die Prüfung eher anspruchsvoll sein kann. Dass Prosus als möglicher Wettbewerbsfaktor als „Gegenbieter“-Rolle ausfällt, weil die Andienung verbindlich zugesagt wurde, spricht zudem für eine geringe Chance auf eine deutlich höhere zweite Preisrunde.

Fazit & Ausblick

Der Uber-Deal rückt durch Prosus’ Andienungszusage spürbar näher an die notwendige Mindestannahme. Entscheidend bleibt nun, ob die Transaktion bis in die zweite Hälfte 2027 regulatorisch zügig durchläuft und ob sich der Marktwille zur Annahme trotz Kursnotierungen unter dem Angebotspreis durchsetzt.

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