Nvidia-Aktie steigt: UBS sieht den 5-Billionen-Dollar-Konzern unterbewertet
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- UBS hält Nvidia trotz der Bewertung von rund 5 Billionen US-Dollar für unterbewertet.
- Die Analysten erwarten einen CFROI von 86 Prozent und sehen damit eine außergewöhnlich hohe Kapitalrendite.
- Die Nvidia-Aktie steigt am 17. September 2026 in Europa um 2,29 Prozent auf 191,08 Euro.
- Wachsende Konkurrenz durch Huawei und eigene Chips der Cloud-Anbieter bleibt das wichtigste Bewertungsrisiko.
Marktanalyse & Details
UBS sieht Spielraum bei Bewertung und Kapitalrendite
Nvidia bleibt trotz der enormen Marktkapitalisierung ein Unternehmen mit hohen operativen Ertragsaussichten. Eine UBS-Analyse kommt zu dem Schluss, dass die Aktie gemessen an der erwarteten Kapitalrendite nicht überteuert ist. Der prognostizierte CFROI liegt bei 86 Prozent. Die Kennzahl setzt den erwirtschafteten Cashflow ins Verhältnis zum investierten Kapital und bereinigt unter anderem um Inflation sowie bestimmte bilanzielle Verzerrungen.
Nach Einschätzung der Analysten erreicht derzeit nur eine kleine Gruppe von weltweit rund 30 Unternehmen ein vergleichbares CFROI-Niveau. Gleichzeitig preist die aktuelle Bewertung bereits eine deutliche Normalisierung ein: Bis 2029 und 2030 wird demnach ein Rückgang der Margen um etwa 800 Basispunkte sowie ein Abflachen des Umsatzwachstums auf rund 3 Prozent jährlich unterstellt.
KI-Nachfrage bleibt stark, Risiken nehmen aber zu
Die zentrale Frage für Anleger ist, ob Nvidia seine außergewöhnliche Wachstumsphase über den aktuellen KI-Investitionszyklus hinaus verlängern kann. Hyperscaler investieren weiterhin massiv in Rechenzentren, während Nvidia bei Beschleunigern, Netzwerktechnik und kompletten Systemen eine starke Stellung besitzt. Seit dem Start von ChatGPT hat die Lieferkette für Rechenzentren laut der Analyse deutlich stärker zugelegt als die großen Cloud-Anbieter.
Auch die Preisentwicklung bei GPU-Ressourcen liefert ein unterstützendes Signal. Der Cloud-Anbieter Nebius will ab Oktober die Preise für mehrere Nvidia-Generationen erhöhen, darunter H100-, H200-, B200- und B300-Systeme. Das deutet auf anhaltende Nachfrage und eine weiterhin hohe Auslastung der verfügbaren Rechenkapazität hin.
Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb. Huawei plant neue Ascend-Chips und will damit die Abhängigkeit chinesischer Kunden von Nvidia verringern. Zusätzlich entwickeln große Cloud-Konzerne eigene KI-Beschleuniger. Diese Initiativen könnten langfristig den Preisdruck erhöhen und den Anteil Nvidias an den KI-Investitionen begrenzen.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die Nvidia-Aktie nicht allein an kurzfristigen Quartalszahlen gemessen werden sollte. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Bewertung zwar hohe Erwartungen enthält, der Markt aber offenbar bereits eine spürbare Abschwächung von Wachstum und Margen einkalkuliert. Entscheidend wird sein, ob Nvidia den technologischen Vorsprung und die Systemintegration so weit ausbaut, dass kundenspezifische Chips den Konzern nicht wesentlich verdrängen.
Aktienkurs bleibt hinter dem Geschäft zurück
Die Aktie notiert aktuell bei 191,08 Euro und legt im Tagesverlauf 2,29 Prozent zu. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus 19,25 Prozent. Damit steht die Kursentwicklung in deutlichem Kontrast zu den starken Geschäftserwartungen und zeigt, dass Anleger die Nachhaltigkeit des KI-Booms inzwischen kritischer bewerten.
Fazit & Ausblick
UBS sieht bei Nvidia trotz der Größe des Konzerns weiteres Bewertungspotenzial. Der nächste wichtige Prüfstein bleibt die Entwicklung der Rechenzentrumsnachfrage sowie die Margenentwicklung in den kommenden Quartalen. Anleger sollten besonders auf Hinweise zu Hyperscaler-Investitionen, neuen Nvidia-Systemen und dem Wettbewerbsdruck durch Huawei und kundenspezifische Chips achten.
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