Novartis treibt Fabhalta voran und kauft Excellergy: Kursziel steigt, Anleger blicken auf 2026

Kurzüberblick
Novartis AG rückt zum Monatswechsel gleich auf zwei Fronten in den Fokus: Der Basler Pharmakonzern meldet finale Zwei-Jahres-Daten zu Fabhalta (Iptacopan) bei IgA-Nephropathie und baut parallel sein Immunologie-Portfolio mit einer geplanten Übernahme aus. Gleichzeitig sorgt eine Analystennotiz für Bewegung: Eine Investmentbank hat ihr Kursziel für die Aktie von 101 CHF auf 105 CHF angehoben.
Die Studiendaten liegen seit dem 29.03.2026 vor, die Kaufabsicht für Excellergy wurde am 27.03.2026 bekannt gegeben; der Abschluss der Transaktion wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet – vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen. Für Anleger ist der nächste relevante Zeitstrahl vor allem die weitere regulatorische Bearbeitung im Anschluss an die Datenerweiterung.
Marktanalyse & Details
Fabhalta: Finale Zwei-Jahres-Resultate bei IgA-Nephropathie
Novartis hat weitere Studiendaten aus der Phase-III-Studie APPLAUSE-IgAN zu Fabhalta vorgelegt. Der primäre Endpunkt zeigte demnach eine signifikante Verbesserung: Die jährliche Abnahme der eGFR (Nierenfunktion) soll sich im Vergleich zu Placebo deutlich verlangsamt haben. Konkret wird eine Verlangsamung des Funktionsverlusts um 49,3 Prozent über zwei Jahre berichtet.
- Wirksamkeit: signifikant verlangsamte eGFR-Abnahme gegenüber Placebo
- Primärer Endpunkt: erreicht
- Sicherheit: über zwei Jahre konsistent mit früheren Daten
Regulatorik: Antrag bei der FDA nach datenbasiertem Ausbau
Auf Basis der vorliegenden Daten will Novartis bei der U.S.-Food-and-Drug-Administration einen Antrag auf eine reguläre Zulassung einreichen. Gleichzeitig heißt es, das Verfahren sei mit Priority Review versehen. Das verschiebt für den Markt die Aufmerksamkeit von reinen Studienmeilensteinen hin zu einer möglichen Entscheidung mit kürzerem Zeithorizont.
Wichtig für die Bewertung: In den USA und in China wurde Fabhalta bereits zur Reduktion der Proteinurie beschleunigt zugelassen. Die neuen Zwei-Jahres-Daten erhöhen damit tendenziell die Plausibilität, dass aus dem bisherigen Nutzenversprechen ein breiterer, regulatorisch belastbarer Behandlungseffekt wird.
Excellergy-Deal: Milliardenkauf als strategischer Hebel in der Immunologie
Parallel zur Nierenindikationsstory setzt Novartis mit dem geplanten Kauf von Excellergy (bis zu 2 Mrd. US-Dollar) auf Wachstum im Bereich Immunologie. Im Zentrum steht der Wirkstoff Exl-111, der sich in einer frühen klinischen Phase befindet und gezielt einen zentralen Auslöser allergischer Sofortreaktionen adressieren soll: IgE.
- Zielmechanismus: Blockade von IgE zur schnelleren und stärkeren Symptomlinderung
- Anwendungsfelder: Allergien wie Asthma, Nesselsucht sowie Nahrungsmittelallergien
- Entwicklungsansatz: Prüfung auch für Kinder
Für Anleger bedeutet das: Novartis verschiebt einen Teil der Innovationsenergie von der späten Entwicklungs- und Zulassungsphase hin zu einer langfristigeren Plattformchance. Der Dealabschluss soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 erfolgen – ein Abschnitt, in dem Marktbewegungen häufig stärker von Risiko-/Erwartungsniveaus (Behörden, Finanzierung, Integrationsfähigkeit) getrieben werden.
Analysten-Einordnung: Höheres Kursziel bei unverändertem Sell-Urteil
Dass Goldman das Kursziel von 101 CHF auf 105 CHF anhebt, aber die Empfehlung mit „Sell“ beibehält, deutet darauf hin, dass die positiven Fortschritte (Datenqualität, regulatorische nächste Schritte, Pipeline-Aufbau) zwar anerkannt werden – der Marktwert aber kurzfristig möglicherweise bereits zu viel Optimismus einpreist oder die verbleibenden Unsicherheiten als zu hoch eingestuft bleiben. Für Anleger ist diese Kombination ein Hinweis, dass nicht die Richtung (Aufwertung des Zielkorridors) das Kernthema ist, sondern der Timing- und Risikofaktor: Welche Effekte Fabhalta regulatorisch und kommerziell tatsächlich entfaltet und wie sich das Exl-111-Programm in den kommenden Studiestufen stabilisiert.
Was die beiden Themen zusammen für den Kurs bedeuten
Fabhalta liefert datenbasiertes Fundament für eine mögliche breitere regulatorische Stufe. Excellergy ergänzt das Portfolio mit einer neuen immunologischen Wachstumssäule – allerdings mit mehr Entwicklungsunsicherheit, da der Wirkstoff noch in frühen Phasen steckt. Für die Kursreaktion ergibt sich damit ein zweigleisiger Impuls: weniger Fragezeichen bei Fabhalta, mehr Option auf der nächsten Pipeline-Ebene – aber auch potenziell höhere Volatilität bis zur Klärung der regulatorischen und klinischen Meilensteine.
Fazit & Ausblick
Entscheidend für die nächsten Schritte sind vor allem die weitere regulatorische Bearbeitung des Fabhalta-Antrags nach Priority Review sowie die Frage, wie der Excellergy-Deal die erwartete Wachstumskurve untermauert. Mit dem Abschluss in der zweiten Jahreshälfte 2026 rückt zudem ein klarer Terminanker in den Vordergrund, an dem sich das Risikoprofil der Aktie erneut verschieben kann.
Für Anleger bleibt damit der Fokus zweigeteilt: laufende Evidenz im Nierenmarkt auf der einen Seite – und Pipeline-Qualität plus Umsetzung im Immunologie-Portfolio auf der anderen Seite.
