
Mister Spex: SpexFocus verbessert 2025 klar – Kursziel 2,00 € und Rating „Halten“
Kurzüberblick
Mister Spex hat seine erste Transformationsphase im Rahmen des Programms „SpexFocus“ abgeschlossen und für das Geschäftsjahr 2025 eine deutliche Ergebnisverbesserung gemeldet. Die Schwerpunkte lagen dabei auf Margendisziplin, einem gezielten Rückzug aus unprofitablen Marktsegmenten sowie strukturellen Kosteneinsparungen, die die Ertragsbasis spürbar stabilisiert haben.
Die Gesellschaft weist für 2025 einen Nettoumsatz von 181 Mio. Euro aus (rund -16% im Vergleich zum Vorjahr) und hebt gleichzeitig die Bruttomarge auf 55,6% (+580 Basispunkte). Die Kapitalmarktreaktion fällt vorsichtig aus: In einer aktuellen Aktualisierung wurde die Bewertung auf „Halten“ mit einem Kursziel von 2,00 Euro angepasst. Der nächste wichtige Termin für Anleger sind die Ergebnisse zum 1. Quartal 2026 am 7. Mai 2026.
Marktanalyse & Details
Finanzdaten 2025: Marge hoch, Umsatz bewusst niedriger
Operativ zeigt Mister Spex vor allem bei der Profitabilität Fortschritte: Das EBIT verbesserte sich um 59 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr auf -26 Mio. Euro. Treiber waren eine deutlich gestiegene Bruttomarge sowie realisierte Kosteneffekte: Das EBITDA wurde laut Unternehmensangaben um rund 20 Mio. Euro verbessert.
- Nettoumsatz: 181 Mio. Euro (-16%), geprägt durch Preisdisziplin und Marktaustritte
- Bruttomarge: 55,6% (+580 Basispunkte)
- EBIT: -26 Mio. Euro (Verbesserung um 59 Mio. Euro)
Bemerkenswert ist die Logik hinter der Strategie: Der Umsatzrückgang wird nicht als reines Defizit betrachtet, sondern als bewusste Bereinigung hin zu höherer Umsatzqualität. Für den Markt ist entscheidend, ob sich dieser Profitabilitätshebel künftig auch in stabileren Ergebnisstrukturen widerspiegelt.
Transformation „SpexFocus“: Struktur statt Wachstum um jeden Preis
Mister Spex verknüpft den Umbau des Geschäftsmodells mit einer Modernisierung der Infrastruktur für die nächsten Jahre. Für 2026 steht dabei laut Unternehmen eine „mehrjährige Phase der Modernisierung“ im Vordergrund: integrierte E-Commerce- und Retail-Systeme, Prozessautomatisierung sowie eine schlankere Ausrichtung der operativen Strukturen.
- Technologie & Prozesse: Automatisierung von Routineabläufen, Nutzung von KI
- Skalierbarkeit: moderne Systemlandschaften als Basis für effizienteres Wachstum
- Managementfokus: Flexibilisierung von Fixkostenstrukturen
Zusätzlich wird 2026 eine Segment-Struktur mit zwei Geschäftseinheiten eingeführt (Online und Offline). Ziel ist mehr Transparenz und bessere Umsetzungsdisziplin – ein Baustein, der Investoren üblicherweise helfen kann, Fortschritte stärker nach Ergebnisverantwortung zu beurteilen.
Store-Entwicklung & Services: Break-even rückt näher
Auch im Filialgeschäft wird die Transformation sichtbar: Flächenbereinigte Like-for-like-Umsätze stiegen um 8%. Der wichtigste operative Meilenstein ist die wachsende Zahl profitabler Stores: 45 Filialen erreichen Break-even oder liegen darüber (nach 24 im Vorjahr). Darüber hinaus erzielen 25 Stores eine EBIT-Marge von über 10%.
Flankiert wird das durch zusätzliche Erlöshebel im Servicebereich. Das Abo-Modell „Mister Spex Switch“ gewinnt an Bedeutung: Bestellungen im Rahmen des Abonnements weisen einen rund 2,4-mal höheren durchschnittlichen Bestellwert auf; seit Juni 2025 entfallen etwa 13% des Store-Umsatzes auf „Switch“. Ergänzend stärkt der „Augengesundheits-Check“ die Positionierung als Anbieter optischer Expertise – seit Einführung wurden mehr als 3.400 Untersuchungen durchgeführt.
Ausblick 2026: Umsatzband mit klarer Profitabilitäts-Fokussierung
- Nettoumsatz 2026: zwischen +0% und -10% gegenüber 2025
- Steuerungskennzahl: bereinigtes EBITDA ab 2026
- bereinigte EBITDA-Marge: Break-even bis mittlerer einstelliger Prozentbereich
- Ergebnisbericht Q1 2026: 7. Mai 2026
Für die Bewertung des kommenden Jahres ist besonders relevant, ob die Margeffekte aus 2025 in ein nachhaltigeres Profitabilitätsniveau überführt werden können – trotz weiterhin eher defensiver Umsatzannahmen.
Analysten-Einordnung: Die neue Zielrichtung („profitabilitätsorientierte Infrastrukturphase“ bei gleichzeitig vorsichtigem Umsatzkorridor) deutet darauf hin, dass Mister Spex den Fokus bewusst von der Wachstumsstory hin zur Kosten- und Margenstory verschiebt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Das Chancenprofil hängt weniger an Topline-Zuwächsen, sondern vor allem an der tatsächlichen Umsetzung der bereinigten EBITDA-Ziele und daran, ob sich die Verbesserung der Store-Ökonomie in den Gesamtmix übertragen lässt. Dass eine Aktualisierung das Rating auf „Halten“ mit einem Kursziel von 2,00 Euro anpasst, spiegelt vermutlich die Bewertung eines noch nicht vollständig gesicherten Übergangs von Transformationsfortschritten zu einem belastbaren Ertragsniveau wider.
Fazit & Ausblick
Mister Spex liefert mit den 2025er Kennzahlen klare Fortschritte: Bruttomarge und Ergebniswirkung steigen, während das Unternehmen zugleich unbequeme, aber strategisch notwendige Bereinigungen bei der Umsatzqualität vornimmt. Der nächste Prüfstein ist 2026: Gelingt es, die bereinigte EBITDA-Marge Richtung Break-even bis mittleren einstelligen Bereich zu stabilisieren, könnte die Story vom Umbau in eine breitere Ergebnisfähigkeit übergehen.
Für den Markt bleibt damit der Bericht zum 1. Quartal 2026 am 7. Mai 2026 zentral: Anleger werden besonders darauf achten, ob die angekündigte Modernisierung der System- und Prozesslandschaft bereits messbare Effizienzgewinne erzeugt.
