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Mister Spex macht nach SpexFocus Tempo: Bruttomarge auf 55,6%, EBITDA +20 Mio. € im Jahr 2025

Mister Spex SE

Kurzüberblick

Mister Spex hat die erste Phase seines Restrukturierungs- und Transformationsprogramms SpexFocus abgeschlossen und damit die Ertragskennzahlen spürbar verbessert. Das Unternehmen meldete die Zahlen zum Geschäftsjahr 2025 am 26. März 2026.

Während der Nettoumsatz auf 181 Mio. Euro zurückging (minus 16%), stieg die strukturelle Profitabilität deutlich: Die Bruttomarge kletterte um 580 Basispunkte auf 55,6%, das EBITDA verbesserte sich um rund 20 Mio. Euro. Im laufenden Jahr 2026 will Mister Spex die nächste Modernierungsstufe seiner Infrastruktur anschieben und bei der Steuerung stärker auf das bereinigte EBITDA setzen.

Marktanalyse & Details

Ertragskennzahlen: Ergebnisdreher trotz Umsatzrückgang

Die Kennzahlen zeigen ein klassisches Transformationsmuster: Umsatz wird zugunsten von Qualität bereinigt, die Kosten- und Margebasis wird neu ausgerichtet. Der Nettoumsatz sank auf 181 Mio. Euro, vor allem wegen konsequenter Preisdisziplin und dem Ausstieg aus unprofitablen internationalen Online-Märkten. Damit reduziert das Management bewusst Druck auf die Wachstumsstory, setzt aber auf bessere Deckungsbeiträge.

  • Bruttomarge: 55,6% (plus 580 Basispunkte)
  • EBIT: -26,3 Mio. Euro nach -85,2 Mio. Euro im Vorjahr
  • EBITDA: Verbesserung um rund 20 Mio. Euro

Wichtig: Das EBIT bleibt zwar negativ, doch der Abstand zum Vorjahr hat sich massiv verkürzt. Für Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil die operative Ergebnisstruktur erkennbar stärker trägt – selbst bei weiterhin schwierigen Umsatzniveaus.

Store-Profitabilität: 45 Filialen am Break-even

Auch im stationären Geschäft kommt der Umbau an: Im deutschen Store-Netzwerk stieg der flächenbereinigte Like-for-like-Umsatz um 8%. Besonders aussagekräftig ist die Entwicklung der Profitabilität der Filialen: 45 Stores erreichen den Break-even oder liegen darüber, nach 24 im Vorjahr. Zusätzlich erzielten 25 Stores eine EBIT-Marge von über 10%.

  • Like-for-like (DE Stores): +8%
  • Stores Break-even oder darüber: 45 (Vorjahr: 24)
  • Stores mit EBIT > 10%: 25
  • Durchschnittlicher Bestellwert Store: 243 Euro

Dies deutet darauf hin, dass die Restrukturierung nicht nur Kosten, sondern auch die Ertragsmechanik im Filialgeschäft verbessert hat – etwa durch bessere Marge und einen höheren Warenkorb.

Services als Hebel: Mister Spex Switch und Augengesundheits-Check

Mister Spex setzt zusätzlich auf wiederkehrende Kundenbindung und Expertise-Services. Das Abo-Modell Mister Spex Switch gewann nach der Einführung 2025 deutlich an Relevanz: Bestellungen im Rahmen des Abonnements liegen im Schnitt bei rund 2,4-mal höherem Bestellwert als ohne Abo. Seit Juni 2025 entfallen etwa 13% des Store-Umsatzes auf Switch.

Ergänzend wurde mit dem Augengesundheits-Check ein Service etabliert, der die Positionierung als Optik-Experte und präventive Augenvorsorge stützt. Seit Mai 2025 wurden mehr als 3.400 Untersuchungen durchgeführt; in 17% der Screenings wurden potenziell pathologische Auffälligkeiten festgestellt. Rund 45% dieser Fälle betrafen Kunden über 60 Jahre.

Technologie- und Skalierungslogik: Infrastruktur als Schlüssel für 2026

Für 2026 kündigt Mister Spex eine mehrjährige Phase der Modernisierung an: integrierte E-Commerce- und Retail-Systeme, Prozessautomatisierung und eine agile Ausrichtung der operativen Strukturen. Ergänzend wird die Umstellung zentraler Steuerungssysteme Richtung Jahresende vorbereitet.

Hier passt das zeitlich zu einem bereits laufenden Tech-Umbau, bei dem Mister Spex Anfang 2026/Ende 2025/Anfang 2026 auf eine stärkere Plattform-Standardisierung setzte, um Webshop und stationären Handel über eine gemeinsame Datenbasis und Prozesse enger zu verzahnen. Für die Umsetzung kann das entscheidend sein: Ohne stabile Systemlandschaft bleibt Skalierung häufig kostenintensiv und langsam.

Analysten-Einordnung: Die Kombination aus steigender Bruttomarge (+580 Basispunkte) und konkreten Kosteneffekten (EBITDA + rund 20 Mio. Euro) spricht dafür, dass SpexFocus nicht nur kurzfristig, sondern strukturell wirkt. Für Anleger bedeutet das: Der Ergebnishebel ist in den Margen und in der Filialprofitabilität sichtbar, während der Umsatzrückgang eher als bewusste Bereinigung der Ertragstreiber zu verstehen ist. Gleichzeitig bleibt das EBIT noch deutlich im negativen Bereich, sodass die weitere Verbesserung stark von der Umsetzung der Infrastruktur- und Effizienzprogramme abhängt. Positiv ist außerdem die klare KPI-Logik ab 2026 (bereinigtes EBITDA), weil sie die Vergleichbarkeit der Fortschritte erhöhen kann.

Fazit & Ausblick

Mister Spex liefert mit den 2025er Zahlen den Nachweis, dass die Transformation in der Ergebnisqualität ankommt: Die Marge steigt, die Kostenbasis verbessert sich spürbar, und im Filialnetz wird die Zahl der profitablen Standorte sichtbar größer.

Ausblick 2026: konservative Umsatzspanne, Fokus auf EBITDA

  • Nettoumsatz 2026: zwischen +0% und -10% gegenüber 2025
  • Steuerungskennzahl: bereinigtes EBITDA
  • bereinigte EBITDA-Marge: Break-even bis mittlerer einstelliger Prozentbereich
  • Reporting-Umstellung: zwei Geschäftseinheiten mit eigener Ergebnisverantwortung für Online und Offline

Die nächsten veröffentlichten Quartalszahlen sind für den 7. Mai 2026 (Ergebnisse Q1 2026) vorgesehen.