
Jungheinrich schließt Produktion in Lüneburg bis 2027 – Transfergesellschaft sichert 160 Beschäftigte
Kurzüberblick
Jungheinrich wird die Produktion am Standort Lüneburg bis Ende März 2027 vollständig einstellen. Für 160 betroffene Beschäftigte wurden nach langwierigen Verhandlungen mit der IG Metall ein Interessenausgleich, ein Sozialplan und ein Sozialtarifvertrag vereinbart. Am Standort bleiben Konstruktion und Verwaltung mit insgesamt 125 Stellen erhalten; die eigentliche Produktion wird vollständig eingestellt. Eine Transfergesellschaft soll den Übergang in neue Beschäftigungen erleichtern.
Marktanalyse & Details
Arbeits- & Produktionsstruktur
In Lüneburg wird bislang Sonder- und Kleinserien nach speziellen Kundenanforderungen gefertigt, darunter Hubwagen für enge Lager oder schwere Lasten. Das Werk wurde 1989 neu errichtet; damals investierte das Unternehmen rund 12 Millionen D-Mark in die Produktionsstätte.
- 125 Stellen bleiben für Konstruktion und Verwaltung erhalten
- Eigentliche Produktion am Standort wird eingestellt
- Transfergesellschaft soll Übergänge in neue Beschäftigungen ermöglichen
- Historisch: Das Werk wurde 1989 neu errichtet
Finanzkennzahlen
Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Jungheinrich einen Überschuss von 289 Millionen Euro, 3,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Umsatz lag bei rund 5,4 Milliarden Euro. Bis 2030 strebt das Unternehmen einen Umsatz von zehn Milliarden Euro an. Die Ergebnisse für 2025 sollen Ende März vorgelegt werden.
- Überschuss 289 Millionen Euro
- Umsatz rund 5,4 Milliarden Euro
- Ziel: Umsatz 10 Milliarden Euro bis 2030
Strategische Ausrichtung
Der Schritt ist Teil einer strategischen Neuausrichtung des Konzerns. Die IG Metall bezeichnete die Vereinbarung als substanziell, sieht die Schließung des Werks jedoch kritisch. Im Vorjahr hatte Jungheinrich ein Sparprogramm angekündigt, das weltweit rund 1.000 Stellen abbauen sollte.
- Strategische Neuausrichtung
- Weltweites Sparprogramm rund 1.000 Stellen
- Schließung des Lüneburger Werks als Teil der Neuausrichtung
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Jungheinrich seine Produktionsstruktur stärker auf Profitabilität ausrichtet und zugleich soziale Absicherungen über eine Transfergesellschaft schafft. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass der Fokus auf margenstarke Kernbereiche sowie eine effizientere Kostenbasis weiter vorangetrieben werden könnte, während kurzfristige Belastungen durch Abfindungen und Umstrukturierungen einkalkuliert sind.
Fazit & Ausblick
Ausblick: Die Ergebnisse für 2025 sollen Ende März vorgelegt werden. Langfristig bleibt das Ziel eines Umsatzes von 10 Milliarden Euro bis 2030 bestehen. Die Realisierung der Lüneburg-Entscheidung beeinflusst die regionale Struktur in Niedersachsen; die Reaktionen der Gewerkschaftsseite und der lokalen Belegschaft werden aufmerksam verfolgt. Beobachter sehen in der Maßnahme einen Beleg dafür, dass Jungheinrich den Transformationsprozess trotz gesellschaftlicher Begleitung fortführt.
