
Jungfraubahn erhöht Dividende nach starkem Jahr 2025: Jahresgewinn auf 78,2 Mio. CHF
Kurzüberblick
Die Jungfraubahn Holding AG hat am 31. März 2026 eine Ad-hoc-Mitteilung veröffentlicht: Die Jungfraubahn-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 den zweithöchsten Gewinn ihrer Unternehmensgeschichte erzielt. Der Jahresgewinn stieg um 2,3% auf 78,2 Mio. CHF; zugleich wächst der Besucherzuspruch in den Kernsegmenten.
Treiber waren vor allem anhaltend hohe Nachfrage in den Kernmärkten sowie höhere Durchschnittserträge pro Gast. Für die Aktionäre plant der Verwaltungsrat, der Generalversammlung am 11. Mai 2026 in Interlaken eine Dividende von 8,50 CHF vorzuschlagen (nach 7,50 CHF im Vorjahr). Der Ausblick auf 2026 bleibt wegen Belastungen bei Reisenden aus Fernmärkten zunächst verhalten.
Marktanalyse & Details
Ergebnis 2025: Gewinnwachstum trotz Kostenanstieg
Das Zahlenwerk zeigt ein solides operatives Fundament: Der Betriebsertrag erhöhte sich um 3,7% auf 305,7 Mio. CHF. Der Verkehrsertrag stieg um 5,3% auf 216,1 Mio. CHF, während das EBITDA um 3,0% auf 138,4 Mio. CHF zulegte. Das Jahresergebnis lag bei 78,2 Mio. CHF.
- Operating/Verkehrsertrag: 305,7 Mio. CHF bzw. 216,1 Mio. CHF
- EBITDA: 138,4 Mio. CHF (+3,0%)
- Jahresgewinn: 78,2 Mio. CHF (+2,3%)
- Free Cashflow: 74,5 Mio. CHF (+9,6%)
- Eigenfinanzierung/Eigenkapitalquote: 78,5%
Wichtig für das Verständnis der Dynamik: Die Betriebskosten stiegen um 4,3% auf 167,3 Mio. CHF. Der Hauptanteil entfällt auf höhere Personalkosten (+7,2%), u. a. durch 30 neue Vollzeitstellen sowie eine Überarbeitung des Lohnsystems mit einmaligem Kosteneffekt. Zusätzlich wirkten höhere Waren- und Energiekosten (Gastronomie/Top of Europe sowie Energiebedarf).
Segmente: Premium-Nachfrage stützt Umsatz und Erträge pro Gast
Alle drei Segmente legten zu – nicht nur über mehr Gäste, sondern auch über bessere Erträge pro Gast. Insgesamt verzeichnete die Gruppe 3,2% mehr Besucher über alle Segmente und erreichte 3.909.700 Gäste.
- Jungfraujoch – Top of Europe: 1.056.600 Gäste (nahezu stabil, -0,2%); Umsatz 196,5 Mio. CHF (+2,4%); EBITDA 82,7 Mio. CHF (+0,3%)
- Erlebnisberge: Grindelwald-First 760.000 (+7,1%); Lauterbrunnen-Mürren 478.500 (+6,9%); Harderbahn 406.000 (-4,5%); Segment-Transporterlös 52,0 Mio. CHF (+12,1%), EBITDA 41,3 Mio. CHF (+12,4%)
- Wintersport: 1.208.600 Skier Visits im Kalenderjahr 2025 (+5,2%); Winter-Transporterlös 32,4 Mio. CHF (+7,7%), EBITDA 5,9 Mio. CHF (+22,3%)
Für Anleger ist hier entscheidend, dass sich das Wachstum nicht ausschließlich über Volumen erklärt: Insbesondere bei den Erlebnisbergen zeigt sich, dass die Positionierung und das Angebot stärker in höhere Ertragskraft übersetzen.
Dividende und Kapitalpolitik: Ausschüttung steigt, Cashflow bleibt leistungsfähig
Der Verwaltungsrat will die Dividende auf 8,50 CHF je Aktie erhöhen. Die Ausschüttungsquote liegt damit bei 62,5% des Konzerngewinns. Parallel dazu bleibt der Free Cashflow mit 74,5 Mio. CHF deutlich im Plus.
Analysten-Einordnung: Die Kombination aus steigenden Verkehrserträgen, stabiler bis besserer EBITDA-Entwicklung und einem spürbar verbesserten Free Cashflow deutet darauf hin, dass die Jungfraubahn-Gruppe trotz höherer Kosten kontrolliert wirtschaftet. Die Dividendenanhebung wirkt vor diesem Hintergrund weniger wie ein „Kurs-Signal“, sondern eher wie eine Bestätigung, dass Cashflow und Ertragsqualität tragfähig sind. Für Anleger erhöht das die Sichtbarkeit der Kapitalrückflüsse – gleichzeitig bleibt der Blick auf die Kostenseite (Energie, Personal) sowie auf die Konsumnachfrage in der Hochsaison zentral.
Strategische Investitionen und finanzielle Ziele bis 2030
Die Gruppe investierte 34,4 Mio. CHF in Sach- und immaterielle Anlagen. Ziel ist laut Mitteilung, Projekte wie die Modernisierung der Firstbahn sowie Ausbauvorhaben am Jungfraujoch und dem Eigergletscher mit selbst generierten Mitteln zu finanzieren.
Zusätzlich verfolgt das Management langfristige Kennzahlen mit Fokus auf Profitabilität und Ausschüttung. Im laufenden Zielbild wurden für 2025 insbesondere folgende Werte berichtet:
- Umsatzrendite (Return on Sales): 25,6% (Ziel >= 25%)
- EBITDA-Marge: 45,3% (Ziel >= 45%)
- Payout Ratio: 62,5% (Zielkorridor 50%–67%)
- ROIC: 10,3% (Ziel > 10%)
Fazit & Ausblick
Die Zahlen 2025 unterstreichen die Stärke im Premium-Alpine-Tourismus: mehr Gäste, bessere Erträge pro Gast und ein stabiler Ausbau der Kapitalrückflüsse. Für 2026 gilt jedoch ein vorsichtigerer Tonfall: Die ersten Monate zeigen laut Mitteilung bei Fernmärkten eine Abschwächung – vom 1. Januar bis 29. März 2026 lag die Gästezahl am Jungfraujoch-Top of Europe bei 114.983 (-2,9%). Für die Erlebnisberge insgesamt werden für die ersten drei Monate 115.018 Gäste (-5,7%) genannt; im Wintersport liegen die Skier Visits bis 29. März 2026 bei 1.086.152 (-1,9%).
Wichtige Termine: Die Generalversammlung der Jungfraubahn Holding AG findet am 11. Mai 2026 in Interlaken statt, dort entscheidet sich auch über die Dividende von 8,50 CHF. Operativ steht zudem der Saisonstart der Harderbahn am 3. April 2026 an – ein Signal dafür, wie schnell sich die Wintersparte nach dem Jahresstart wieder stabilisieren kann.
