IREN beschleunigt KI-Cloud nach NVIDIA-Deal: Compass Point bekräftigt Kauf und setzt Kursziel 105 US-Dollar

Kurzüberblick
IREN Ltd (IREN) steht nach einem strategischen NVIDIA-Deal erneut im Fokus: Compass Point-Analyst Michael Donovan bekräftigte am 8. Mai 2026 seine Kaufempfehlung und nannte ein Kursziel von 105 US-Dollar. Treibender Punkt ist ein fünfjähriger AI-Cloud-Vertrag mit NVIDIA mit einem Volumen von rund 3,4 Milliarden US-Dollar sowie ein Ausbau der gesicherten Stromleistung, die das KI-Cloud-Geschäft mittelfristig absichern soll.
Die Aktie notiert zuletzt bei 51,55 Euro (Stand 08.05.2026, Lang & Schwarz Exchange) und liegt damit seit Jahresbeginn deutlich im Plus (+53,01%). Hintergrund sind zugleich die jüngsten Quartalszahlen: Für das dritte Geschäftsquartal 2026 meldete IREN einen Umsatz von 144,8 Millionen US-Dollar (Konsens: 219,29 Millionen US-Dollar), während der Wandel hin zur KI-Cloud an Tempo gewann.
Marktanalyse & Details
Quartalszahlen: Umsatz kurzfristig schwächer, KI-Cloud klar stärker
Im abgelaufenen Quartal sank der Umsatz sequenziell auf 144,8 Millionen US-Dollar (zuvor 184,7 Millionen US-Dollar). Laut Unternehmensangaben drücken dabei vor allem ein niedrigerer durchschnittlicher Bitcoin-Preis sowie das planmäßige Zurückfahren bzw. Decommissioning von Mining-Hardware vor dem Übergang auf GPU-Installationen. Gleichzeitig stieg der Fokus jedoch erkennbar auf das KI-Cloud-Segment: Die AI-Cloud-Erlöse kletterten auf 33,6 Millionen US-Dollar nach 17,3 Millionen US-Dollar zuvor und machten damit 23% des Umsatzes aus (nach 9% im vorherigen Quartal).
- Umsatz: 144,8 Mio. US-Dollar, damit unter Konsens (219,29 Mio. US-Dollar)
- Adjusted EBITDA: 59,5 Mio. US-Dollar, nach 75,3 Mio. US-Dollar im Vorquartal
- AI-Cloud: 33,6 Mio. US-Dollar (Anstieg; höherer Qualitätsanteil am Umsatz)
NVIDIA-Partnerschaft: 5 GW Infrastruktur, 3,4 Mrd. US-Dollar Vertragsvolumen, Share-Option
Die neue Kooperation adressiert genau die Engpässe im KI-Ausbau: Rechenleistung, Infrastruktur und planbare Nachfrage. NVIDIA und IREN wollen perspektivisch bis zu 5 Gigawatt DSX-aligned AI-Infrastruktur über IRENs Datenzentrums-Pipeline bereitstellen. Das bestätigt die Markterzählung, dass IREN vom energie- und standortgetriebenen Kapazitätsaufbau zunehmend in wiederkehrende, software- und nutzungsnahe Erlösmodelle hineinwächst.
Zudem enthält der Deal eine beachtliche Verschränkung entlang der Lieferkette: NVIDIA erwirbt über ein fünfjähriges Recht die Option, bis zu 30 Millionen IREN-Aktien zu einem Ausübungspreis von 70 US-Dollar zu kaufen (entspricht bis zu 2,1 Milliarden US-Dollar). Die Rechte sollen sich in Tranchen entwickeln, wenn GPUs ausgeliefert werden. Für das Risikoprofil ist das relevant: Es koppelt Investorensicht, GPU-Zuordnung und Umsetzung in der Praxis enger aneinander.
Strategie & Roadmap: ARR-Ziel steht, Umsetzung hängt an GPU-Deployments
IREN hält am Ziel fest, bis zum Jahresende 2026 einen Exit-ARR von 3,7 Milliarden US-Dollar zu erreichen. Bereits vertraglich gesichert sind 3,1 Milliarden US-Dollar; ein weiterer Brückenteil von rund 1,3 Milliarden US-Dollar soll im Lauf des verbleibenden Jahres ergänzt bzw. angekündigt werden. Wichtig ist die zeitliche Logik: Das Ziel schließt den frühen-2027 NVIDIA-Ramp aus; mit NVIDIA steigt der breitere Run-Rate-Rahmen auf grob 4,4 Milliarden US-Dollar.
Operativ priorisiert IREN den Ausbau über die Horizon-Standorte: Für 2026 ist eine Expansion auf 480 MW geplant, mit Lieferung bis Jahresende und vollständig kontrahierter operativer Kapazität. Die Umsatzrampen sollen laut Management daran hängen, wann GPU-Commissioning abgeschlossen, Cluster in Betrieb gehen und Billing startet. Das macht die nächsten Quartale vor allem zu einer Umsetzungs- und Timing-Story.
Europa- und Software-Schiene: Nostrum-Übernahme + Mirantis-Integration
Neben dem NVIDIA-Deal baut IREN auch die geografische und softwareseitige Plattform aus. Die Vereinbarung zur Übernahme des spanischen Datenzentrumsentwicklers Nostrum Group erweitert IRENs Power-Portfolio auf 5 GW und fügt rund 490 MW gesichert, grid-connected Strom in Spanien hinzu. Damit reagiert IREN auf beobachtete Kundenanfragen in Europa und stärkt die Pipeline für große KI-Rechenzentrumsprojekte.
Bereits zuvor hatte IREN die Übernahme von Mirantis für 625 Millionen US-Dollar in IREN-Aktien angekündigt. Mirantis soll als eigenständige Einheit laufen und zusätzliche Software- bzw. Enterprise-Support-Tiefe liefern, um die Bereitstellung, das Management und den Betrieb von Compute für Kunden zu verbessern.
Analysten-Einordnung
Dies deutet darauf hin, dass der Markt das vorübergehend schwächere Mining-nahe Umsatzbild (Bitcoin- und Hardware-Effekte) als Übergangsphase interpretiert, während der Aufbau der KI-Cloud zunehmend vertraglich unterlegt wird. Dass Compass Point trotz des Umsatzrückgangs und der niedrigeren EBITDA im Quartal an der Kaufempfehlung festhält, signalisiert vor allem Vertrauen in die Umsetzungsfähigkeit der GPU- und Infrastruktur-Roadmap sowie in die Qualität des gesicherten Nachfrageportfolios. Für Anleger bedeutet das: Kurzfristige Ergebnisvolatilität bleibt wahrscheinlich, jedoch kann die Bewertung eher durch planbare ARR-Entwicklung und die erfolgreiche Monetarisierung der Kapazität getragen werden – sofern GPU-Deployment und Billing wie geplant in den nächsten Quartalen anziehen.
Fazit & Ausblick
IREN liefert kurzfristig einen Dämpfer in den Kennzahlen, gleichzeitig aber klare Fortschritte beim KI-Cloud-Umsatz und bei den vertraglichen Rahmenbedingungen: NVIDIA erweitert die Nachfrage-Sichtbarkeit über einen mehrjährigen Vertrag und eine optionale Beteiligung entlang der GPU-Auslieferung. Entscheidend wird nun, ob Horizon 1–4 planmäßig in den Betrieb übergehen und wann das Billing-Rampenprofil die Lücke aus den Übergangseffekten schließt.
Für die nächsten Schritte sollten Investoren besonders auf Updates zu (1) GPU-Commissioning und Billing-Starts, (2) dem Aufbau des Restteils für den 3,7 Mrd. US-Dollar Exit-ARR bis Ende 2026 sowie (3) der Integration von Mirantis und dem Fortschritt der europäischen Pipeline (Spanien) achten.
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