InMode-Aktie springt nach Steel-Partners-Übernahmeangebot: 16,75$ je Aktie, Board muss reagieren
Kurzüberblick
Steel Partners hat dem Vorstand von InMode am 9. Juli 2026 ein formelles Übernahmeangebot unterbreitet: Der Investor will 100% der ausstehenden InMode-Aktien für 16,75 US-Dollar je Aktie in bar erwerben. Das Angebot erfolgt in einem Schreiben an das Board und kommt damit mitten in eine Phase, in der die Governance-Frage um den weiteren Unternehmensprozess wieder stark in den Vordergrund rückt.
An der Börse zeigte sich der Markt bereits deutlich optimistisch: Die InMode-Aktie notierte zuletzt bei 13,50 EUR und damit +8,91% am Tag (Stand 09.07.2026, 14:54 Uhr). Hintergrund der Reaktion ist vor allem der von Steel genannte Aufpreis gegenüber zuvor kommunizierten Werten sowie der Anspruch, ein unabhängigeres und für Aktionäre vorteilhafteres Vorgehen zu ermöglichen.
Marktanalyse & Details
Was genau bietet Steel Partners?
- Kaufpreis: 16,75 US-Dollar je Aktie (bar)
- Umfang: Erwerb von 100% der InMode-Anteile
- Prämie: Steel nennt das Angebot als 20% über dem unveränderten Referenzkurs von 13,95 US-Dollar
- Abstand zu einem CEO-Vorstoß: Das Angebot liege 0,55 US-Dollar je Aktie über einem 16,20 US-Dollar-Angebot des CEO
- Finanzierungsbedingungen: Laut Schreiben nicht von einer Kooperation mit eigenen Herstellern/Distributoren abhängig und nicht an externe Finanzierungsbedingungen geknüpft
Rollover-Mechanismus für bestehende Aktionäre
Ein weiterer Punkt ist der von Steel beschriebene Rollover: Aktionäre, die investieren bleiben möchten, sollen die Möglichkeit erhalten, bis zu 40% ihres Anteils in eine in Steel-Eigentum befindliche InMode-Struktur einzubringen. Für Anleger ist das relevant, weil es die Entscheidung zwischen direktem Verkauf (reine Cash-Logik) und einem partiellen Verbleib in der künftigen Gesellschaft strukturiert.
Governance im Fokus: Unabhängige Bewertung statt Interessenkonflikt
In dem Schreiben stellt Steel den laufenden Prozess bei InMode in Frage und kontrastiert das Angebot mit dem aus Sicht von Steel „konfliktbehafteten“ CEO-nahen Pfad. Steel fordert das Board auf, umgehend unabhängige Strukturen zu schaffen – insbesondere ein unabhängiges Sonderkomitee und die Beauftragung einer unabhängigen Investmentbank, um das höhere Angebot zeitnah und objektiv zu prüfen.
Analysten-Einordnung: Die Kombination aus (1) klar benanntem Aufpreis, (2) fehlender Abhängigkeit von externen Finanzierungsvoraussetzungen und (3) dem expliziten Drängen auf unabhängige Entscheidungsmechanismen deutet darauf hin, dass Steel nicht nur einen Preisanker setzt, sondern die Prozessqualität adressiert. Für Anleger bedeutet das: Kurssprünge wie zum aktuellen Zeitpunkt können zwar auf eine Prämien-Realisation hindeuten, gleichzeitig steigt aber die Wahrscheinlichkeit für intensive Verhandlungen bzw. einen formalen Prüfprozess durch das Board. Bis zur offiziellen Reaktion des Vorstands und der Einrichtung eines unabhängigen Komitees bleibt der weitere Kursverlauf daher stark von Nachrichten zu Gegenangeboten und Verfahrensschritten abhängig.
Fazit & Ausblick
Jetzt entscheidet sich, wie schnell das InMode-Board reagiert: Erwartet wird eine zeitnahe Stellungnahme, die Einsetzung eines unabhängigen Prüfungsgremiums und die Auslösung der nächsten Verfahrensschritte (u. a. Kontaktaufnahme mit dem Angebotsteller, Bewertungs- und Angebotsprüfung, daraus resultierende Kommunikation an die Aktionäre).
Für Anleger gilt: Die nächsten Signale dürften weniger aus dem operativen Tagesgeschäft kommen, sondern aus den Corporate-Events rund um die Übernahmeprüfung – insbesondere der Bestätigung, ob das Angebot als überlegene Grundlage in die formale Verhandlung überführt wird.
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